Thomas leidet an einer unheilbaren Autoimmunerkrankung. Nach Jahren des Schweigens sucht er, der ältere, seinen Bruder Luc auf und bittet ihn um Hilfe. Thomas findet keine Kraft mehr, sich gegen den nahenden Tod zu wehren. Und Luc bleibt bei ihm. In der Einsamkeit und Kälte der Zimmer und Flure des Krankenhauses gehen beide unmerklich aufeinander zu.

"Sein Bruder" ist der neunte Spielfilm von Frankreichs Theater-Starregisseur, ein intimes und zum Teil schockierendes, aber auch direktes und mutiges Drama - sowohl in der Thematik als auch in der Umsetzung. Patrice Chéreau, der den Film nach einem Roman von Philippe Besson inszenierte, dringt hier nach "Intimacy" einmal mehr in die privateste Sphäre seiner Protagonisten ein. Dafür erhielt er auf der Berlinale 2003 den Silbernen Bären für die beste Regie. "Sein Bruder" ist bereits die vierte gemeinsame Arbeit von Regisseur Chéreau und seinem Hauptdarsteller Todeschini, mit dem er zuvor schon "Hôtel de France", "Die Bartholomäusnacht" und "Wer mich liebt, nimmt den Zug" drehte.