1958 gewann er in Melbourne die Goldmedaille, heute ist Paul Averhoff nahezu vergessen. Weil sich ihre Tochter nicht wirklich um sie kümmern kann, zieht Paul seiner Frau zuliebe mit ihr in ein Altenheim. Doch dort fühlt er sich nicht wohl. Um sich und der Welt zu beweisen, dass sein Leben noch nicht vorbei ist, beschließt er eines Tages, für den Berlin-Marathon zu trainieren. Bis auf seine Frau halten ihn alle für verrückt. Doch der rüstige Rentner lässt sich nicht unterkriegen ...

Die Mär von rüstigen Rentner war schon vielfach Gegenstand von Filmen. So ist auch dies lediglich eine weitere Variante im Geronten-Genre. Filmisch mitunter hundsmiserabel inszeniert, besticht der Streifen eigentlich nur durch die starken Darsteller – allen voran Dieter Hallervorden, der nach Jahren als Komödiant und Kabarettist in jüngster Zeit mal wieder Schauspielrollen übernahm und zuletzt etwa auch als Bösewicht in "Das Mädchen und der Tod" überzeugte. Für sein Spiel wurde Hallervorden 2014 mit dem Deutschen Filmpreis als bester Hauptdarsteller geehrt. Dass Regisseur Kilian Riedhof zuvor so ein bedrückendes Drama wie "Homevideo" in Szene gesetzt hat, ist in diesem Kino-Debüt nicht zu spüren. Schade!



Foto: Universum/Nadja Klier