"Septemberweizen" bezieht sich auf einen im September in den USA fälligen Weizenkontrakt. In sieben Kapiteln zeigt der Film den Weg des Weizens vom Anbau in Amerika bis hin zum Verbraucher. Und er zeigt, wie in den USA Politiker, Wissenschaftler, Händler und Verarbeiter mit dem Nahrungsmittel umgehen. Saatgutzüchter werfen immer ertragreichere Sorten auf den Markt und machen die Farmer von sich abhängig. Um ihren Überschuss abzusetzen, lassen die USA den Weizen in die südlichen Länder fließen. Beispiele aus Afrika, Lateinamerika und Asien zeigen, wie sie ihn durch Zuteilung oder Entzug als politische Waffe einsetzen...

Als Peter Kriegs Dokumentarfilm als "Kleines Fernsehspiel" 1980 erstmals im deutschen TV lief, ahnte niemand, welcher Erfolg dem Werk beschieden sein sollte. Schon bald eroberte der Film, eine Collage in sieben Kapiteln aus Reportagen, Nachrichtenmeldungen und suggestiven Bildern, die ebenso schön wie beunruhigend wirken, die Kinos. Vielfach ausgezeichnet, schieden sich an dem Werk die Geister: Während er für die einen linksradikales und anti-amerikanisches Agitpropkino darstellte, war für die anderen zu unentschlossen im Beziehen eindeutiger Positionen. Auch heute ist der Film nicht angestaubt, die Themen und Fragen, die er aufwirft, sind immer noch aktuell.

Foto: Salzgeber