Die iranische Hauptstadt Teheran: Hier leben die beiden Schülerinnen Atafeh und Shirin in ihren als liberal geltenden Familien. Während die beiden Mädchen in der Öffentlichkeit die strengen Regeln der moslemischen Fundamentalisten akzeptieren, tauchen sie des Nachts auf geheimen Partys auf, frönen Sex und Drogen, tanzen zu verbotener Technomusik und träumen von einem besseren Leben. Ihr Doppelleben gerät jedoch in Gefahr, als sich Atafehs Bruder Mehran nach einem Drogenentzug mehr und mehr den religiösen Fundamentalisten zuwendet und dazu noch entdeckt, dass seine Schwester und Shirin mehr als nur beste Freundinnen sind ...

Dieses vielfach preisgekrönte Drama um ein junges lesbisches Pärchen, das seinen Traum vom Leben verwirklichen will, ist das Langfilm-Debüt der amerikanisch-iranischen Regisseurin Maryam Keshavarz, das sie nach eigenem Buch und mit guten Darstellern in Beirut in Szene setzte. Eindrucksvoll zeigt Keshavarz, die hier viele autobiografische Elemente verarbeitete, wie mit Intimität und Sexualität im politisch aufgeladenen Klima des heutigen Iran umgegangen wird. Dabei untersucht sie die komplexe Beziehung der beiden jungen Frauen und die Auswirkungen der politischen Situation auf eine Familie, die sich vor dem Eindringen des Staates nicht mehr schützen kann. Maryam Keshavarzs Erstling, der im Iran umgehend verboten wurde, erhielt 2010 den Publikumspreis des Sundance Filmfestival. Ihr Geburtsland Iran darf die Regisseurin übrigens nicht mehr betreten.



Foto: Salzgeber