Keine Frage, Martin Scorsese zählt zu den großen Filmemachern unserer Tage. So hat er sich nach seinem mehrfach Oscar gekrönten Gangsterstreifen "Departed - Unter Feinden" ein gänzlich anderes Thema vorgenommen: die Rolling Stones. Diese gaben im Herbst 2006 zwei Konzerte im New Yorker Beacon Theatre. Grund genug für Scorsese, den gealterten Musikrecken Mick Jagger, Keith Richards, Ron Wood und Charlie Watts genauer auf die Finger zu schauen.

Mit bis zu 16 Kameramännern fing Scorsese nicht nur die Live-Shows eindrucksvoll ein, er begab sich auch hinter die Bühne, zeigt ebenso private Momente der Musiker wie seine eigene Nervosität, ließ Kameras ins begeistere Publikum tauchen, zeigt die Euphorie und Zustimmung der Zuschauer, unter denen sich auch Hilary und Bill Clinton befanden. Doch Hauptaugenmerk lag eindeutig auf der Performance, die zum einen die immer noch ungeheuer agil wirkenden Stones präsentiert und zum anderen mit Gastauftritten etwa von Christina Aguilera und der Blues-Legende Buddy Guy vom Hocker reisst. Das Ganze hat Scorsese mehr als meisterhaft zum einem filmisch-musikalischen Kleinod verdichtet, das einem manchmal sogar das Gefühl vermittelt, selbst mitten drin zu sein.

Foto: StudioCanal