Laura ist zwar schon 30 Jahre alt, aber immer noch Studentin. Allein lebt sie am Rand der belgischen Hauptstadt Brüssel in einer Wohnung, die nie richtig fertig geworden ist und in der sich immer noch die Umzugskartons stapeln. Freunde hat Laura keine und auch der Kontakt zu ihrer Familie ist abgerissen. Ihre einzige Abwechslung sind ihre Liebhaber, die sie jedoch nach kurzer Zeit wieder vor die Tür setzt. Was niemand ahnt: Es gibt einen Grund für Lauras abgeschiedenes Leben, ihr Außenseitertum Als ihr Vater bei einem Autounfall schwer verletzt wird und ins Koma fällt, scheint endlich die Chance gekommen zu sein, einen Schlussstrich unter die bittere Vergangenheit zu ziehen ...

Nach dem 2002 erschienenen, gleichnamigen Roman der französischen Schriftstellerin und Comicbuch-Autorin Amélie Sarns drehte der aus Brüssel stammende Regisseur Phillipe de Pierpont dieses sensibel inszenierte Familiendrama um das schwierige Verhältnis einer jungen Frau zu ihrem Vater, der sie als Kind jahrelang missbraucht hat. Doch weniger der Missbrauch steht im Vordergrund, vielmehr ziegt de Pierpont die Bemühungen der Protagonistin, die Schatten der Vergangenheit endlich loszuwerden und ein normales, selbstbestimmtes Leben führen zu können. Als Laura überzeugt die in Belgien besonders als Theaterdarstellerin bekannte Erika Sainte, die für ihr facettenreiches Spiel mit dem französischsprachigen Filmpreis Magritte du Cinéma als beste weibliche Nachwuchsschauspielerin ausgezeichnet wurde.

Foto: arte/RTBF/© Fabrizio Maltese/ef images/efp