14. Januar 1996, ein trister Wintertag in der bleigrauen Plattenbauwüste einer Siedlung am Rande der Stadt. Hier leben Adam und Tommek, die mit ihrer Clique wie jeden Sonntag die Gegend unsicher machen. Ihr Leben ist von Perspektivlosigkeit geprägt, viele haben die Schule abgebrochen, so wird bald bald jeder Tag zum Sonntag, man feiert, betrinkt sich, schlägt die Zeit tot. Bis der draufgängerische Tommek den eher zurückhaltenden Adam zu einer Wette anstachelt: Kannst du einen Menschen töten? Schon bald eskalieren die Ereignisse ...

Der Absolvent der Hochschule für Film und Fernsehen in München und Kinodebütant Niels Laupert inszenierte seinen Low-Budget-Film nach einer wahren Begebenheit, die sich 1996 in Polen zutrug. Der Regisseur besuchte die Täter, die später zu 25 Jahren Haft verurteilt wurden, im Gefängnis, und schrieb das Drehbuch für dieses verstörende Drama, dass nicht nach Schuld und Sühne fragt, sondern die tatsächlichen Geschehnissen nachzeichnet und zugleich das beklemmende Bild einer emotional verwahrlosten Generation zeigt. Erwachsene spielen hier lediglich Nebenrollen, der Focus liegt auf den beiden Protagonisten Adam und Tommek, die von Ludwig Trepte und Martin Kiefer eindrucksvoll verkörpert werden.

Foto: Timebandits (Barnsteiner)