Der junge Jamal Malik sitzt in dem voll besetzten TV-Studio, er ist Kandidat in Indiens gefeierter TV-Show "Wer wird Millionär?". In den Slums von Mumbai geboren, schafft Jamal bald das, was niemand zuvor für möglich gehalten hat. Unaufhaltsam beantwortet er Frage für Frage, zu jeder Frage erinnert er sich an einen Abschnitt seines Lebens und zur Verblüffung aller wird immer wahrscheinlicher, wovon die meisten seiner Landsleute nur träumen können: Der Gewinn des 20-Millionen-Rupien-Hauptgewinns. Niemand der Außenstehenden ahnt jedoch, dass Jamal von dem Fernsehteam und der Polizei verdächtigt wird, ein Betrüger zu sein. Doch der Junge hat sich gar nicht wegen des Supergewinns bei "Wer wird Millionär?" angemeldet ...

Der ungewöhnliche Indien-Film, ein bravourös inszenierter und gespielter Mix aus Geschichtsbewältigung, Zeitbild und herzzerreißender Liebesgeschichte, war der Abräumer bei den Oscar-Verleihungen 2009 und ließ Hollywood-Star Brad Pitt in David Finchers zwölffach nominierten Fantasy-Drama "Der seltsame Fall des Benjamin Button" alt aussehen. Regisseur Danny Boyle arbeitete mit einem hierzulande bis dahin gänzlich unbekannten Darstellerstab und wechselt ständig raffiniert zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Dabei dient die Show als roter Faden der Handlung. Die zahlreichen Rückblenden verdichten dabei die Charaktere seiner Protagonisten, Dreh- und Angelpunkt der gesamten Story ist jedoch die zarte Liebesbande zwischen Jamal und Latika. Dargestellt von der bezaubernden Freida Pinto, die inzwischen schon als nächstes "Bond"-Girl gehandelt wird, wurde die Crew nach ihrer Rückkehr von der Oscar-Verleihung in Indien frenetisch gefeiert. Regisseur Boyle erhielt nicht nur den Oscar als bester Regisseur, "Slumdog Millionaer" wurde darüber hinaus mit Oscars für den besten Film, Drehbuchadaption, Kamera, Soundmix, Song, Filmmusik und Schnitt geehrt. Zuvor war Danny Boyle bereits mit dem Golden Globe als bester Regisseur ausgezeichnet worden. Wahrlich ein Meisterwerk!





Foto: Prokino (Fox)

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