Die Geschichte der Familie Paetzold beginnt im Mündungsgebiet der Weichsel, einer Landschaft zwischen dem früheren Hinterpommern und Ostpreußen. Pomerellen hieß diese Gegend im Mittelalter als Polen, Deutsche und Kaschuben dort lebten. Hier im Eroberungsgebiet des "Deutschen Ordens" dachte man noch nicht nationalstaatlich in den Kategorien des 19. und 20. Jahrhunderts. Hier wird 1938 in Danzig Klaus Paetzold als Sohn einer deutschen Gutsbesitzerfamilie mit polnischer Staatsangehörigkeit geboren. Seine Brüder Wolf (1940), Friedrich (1942) und Rainer (1944) kommen auf dem Landsitz im westpreußischen Celbau zur Welt. 1945 flüchtet Elisabeth Paetzold mit ihren beiden ältesten Söhnen Klaus und Wolf vor dem Anmarsch der Russen Richtung Westen. Alle vier Söhne gleichzeitig mitzunehmen, erscheint ihr zu gefährlich. So lässt sie ihre beiden jüngsten Söhne Friedrich und Rainer in der Obhut der Großeltern auf Gut Heinrichshof zurück. Ihre Hoffnung, sie später nachzuholen, wird jedoch schnell zerstört...

Der renommierte Dokumentarfilmer Volker Koepp, der selbst im westlichen Hinterpommern geboren wurde und schon in "Pommerland" und "Schattenland" das Land seiner Väter besuchte, zeigt hier eine deutsch-polnische Familiengeschichte, die von Nachkriegszeit und Gegenwart einer vergessenen Generation erzählt – der Kriegskinder in Polen und Deutschland, ihren Erlebnissen und Erinnerungen. Vor allem aber ist "Söhne" ein Film über deutsch-polnische Geschichte, der nationalistische Ressentiments ad absurdum führt.

Foto: Salzgeber