1898: Seit 20 Jahren liefern sich Frankreich, England und Deutschland ein Wettrennen um die Eroberung Afrikas. Getrieben vom Ehrgeiz träumen Voulet und Chanoine, zwei junge Hauptmänner an der Spitze einer Horde weißafrikanischer Infanteristen, davon, neue Gebiete zwischen Niger und dem Tschad zu erobern. Aber aus Paris weht ein neuer Wind: die Dreyfus-Affäre peitscht die antisemitisch-national wie die republikanisch gesinnten Gemüter auf. Der Versuch, Französisch-Äquatorialafrika weiter auszudehnen, scheitert, als die Franzosen auf die Briten stoßen. Oberst Klobb schränkt den Aufgabenbereich von Voulet und Chanoine immer mehr ein. Die Männer fühlen sich von ihren Vorgesetzten in Paris im Stich gelassen, weichen aber von ihrem Feldzug keinen Schritt ab. Plündernd, sengend und mordend zieht ihre Truppe durch Afrika. Ihrem imperialistischen Wahn gänzlich verfallen, beschließen die beiden Männer, ein "weißes Reich" auf dem schwarzen Kontinent im "Herzen der Finsternis" zu errichten...

Das Regieduo Serge Moati und Arnaud Jabert inszenierte frei nach wahren Begebenheiten eines der dunkelsten Kapitel französischer Kolonialgeschichte, das die grausigen Schattenseiten der europäischen Zivilisation ebenso wie die finsteren Abgründe der menschlichen Seele enthüllt. Die Geschichte einer Reise durch Afrika, die im Wahnsinn endete, inspirierte schon Joseph Conrad zu seinem Meisterwerk "Herz der Finsternis", das Nicolas Roeg Herz der Finsternis verfilmte. Auch Francis Ford Coppola nahm sich der Geschichte an, verlegte sie in seinem Klassiker "Apocalypse Now" allerdings nach Vietnam.

Foto: arte F/Christophe Russiel/France 2