Ende der Fünfzigerjahre des letzten Jahrhunderts flüchtet die lebenslustige Jeannine (Cécile De France, Foto vorn) vor dem Kontrollwahn ihrer Mutter und den Avancen ihrer besten Freundin Annie ins Kloster. Allerdings bleibt sie dort nicht lange schweigsam: Mit ihrer Gitarre und ihren fröhlichen Liedern bezaubert sie erst ihre Ordensschwestern und dann die ganze Welt, denn ihr Hit "Dominique – nique – nique" erobert in Windeseile trotz Elvis und den Beatles die Hitparaden. Jeanne macht schließlich als "Schwester des Lächelns" Karriere und traut sich nun endlich, außerhalb der Klostermauern mit ihrer großen Liebe Annie zusammen zu leben ...

In diesem stark gespielten und inszenierten Porträt nach einem Drehbuch, an dem unter anderem Chris Vander Stappen ("Mein Leben in Rosarot") mitschrieb, erzählt Stijn Coninx die wahre Geschichte der belgischen Nonne Jeanine Deckers (1933-1985), die ihrer Zeit als emanzipierte Frau und selbstbewusste Lesbe weit voraus war. Fabelhaft ist hier einem mehr die brillant aufspielende Cécile De France in der Titelrolle. Jeanine Deckers Leben endete übrigens tragisch: Nachdem von in den späten Siebzigerjahren eine fünfstellige Steuernachzahlung für nie erhaltene Tantiemen gefordert wurden, geriet sie immer mehr in eine schwere finanzielle Schieflage. Da auch Comeback-Versuche keine finanzielle Besserung brachten, nahm sie sich am 29 März 1985 im Alter von nur 51 Jahren zusammen mit ihrer langjährigen Lebenspartnerin Anna Pécher das Leben.

Foto: Salzgeber