Es ist nicht mehr die Welt des alternden Solness (Thomas Sarbacher). In der Filmadaption des Ibsen-Dramas "Baumeister Solneß" (1892) steht der Architekt in Konkurrenz zum hippen Berlin heutiger Tage. Noch immer zehrt er von seinem guten Ruf, doch im Wettstreit gegen junge Mitbewerber in seinem Büro droht er Boden zu verlieren.

Einen Ankerpunkt findet Solness auch im Privatleben nicht: Seine Kinder verstarben bei einem Brand, weswegen auch seine Ehe im Laufe der Jahre erodierte. In dieser Situation wird er mit der jungen Studentin Hilde (Julia Schacht) konfrontiert, die steif und fest behauptet, er habe ihr einst ein Schloss versprochen.

Auch wenn Solness sich nicht an sie erinnern kann, lässt Hilde nichts unversucht, ihn zum Einlösen seines Versprechens zu verführen, und bringt ihn an den Rand des Wahnsinns.

Kino als Bühne

Das weltweit erfolgreiche Bühnenstück feierte in seiner aktuellen filmischen Adaption bereits vor Kinostart im April seine TV-Premiere. Inszerniert wurde diese von Michael Klette, der sich in der zweiten Hälfte der 90er-Jahre am Theater Aachen einen hervorragenden Ruf als Regisseur erarbeitete.

Ab 2002 wandte er sich ausschließlich TV und Kino zu, wobei er in diesem Medium bislang nur als Autor tätig war. Im Alter von 56 Jahren setzte er nun erstmals einen Film in Szene.

Seinen Solness, zu dem er auch das Drehbuch verfasste, verpflanzte er stimmig in die heutige Zeit und umging so trotz hohem künstlerischen Anspruch die Sperrigkeit vieler Theaterverfilmungen.

Sehen Sie hier den Trailer zu "Solness":