Die DDR im Herbst 1950: Nachdem die USA mit den Bombenabwürfen über Hiroshima und Nagasaki zur Atommacht aufgestiegen ist, setzt auch die Sowjets alles daran, diesen Vorsprung der Amerikaner aufzuholen. Deshalb forcieren sie den Uranabbau im Erzgebirge. Unter Tage arbeiten Aufbauwillige, Abenteurer, Gestrandete, Deutsche und Russen, einige zukunftsfroh, manche noch von der Vergangenheit gefangen. Wie etwa Emmi Jahnke und das 18-jährige, elternlose Mädchen Lutz. Emmi hatte ihr Überleben in der Nachkriegszeit durch Prostitution gesichert, und Lutz war von frühen Jahren an wehrlosen Übergriffen von Männern ausgesetzt ...

Konrad Wolf (1925-1982) war einer der innovativsten und einflussreichsten Regisseure der DDR, davon zeugen Werke wie "Der geteilte Himmel" und der internationale Erfolg "Solo Sunny". Bereits 1958 inszenierte Wolf diese realistische Bestandsaufnahme des sowjetischen Uranabbaus in der DDR, die seinerzeit von den staatlichen Kontrollinstanzen als nicht opportun angesehen wurden. Der Grund: In der damaligen Konfrontation des Kalten Krieges wollten die Sowjets nicht zeigen, woher sie ihr Uran bezogen und erwirkten ein Aufführungsverbot. So blieb "Sonnensucher" viele Jahre verboten, erst 1971 wurde das Werk erstmals öffentlich gezeigt. Rund 40 Jahre später beschäftigte sich auch Regisseur Dror Zahavi in seinem Historiendrama "Der Uranberg" mit diesem Abschnitt der DDR-Geschichte.

Foto: ZDF/Progress/Herbert Kroiss