"Schifferklavier" oder "Quetschkommode" sind nur zwei der zahlreichen Bezeichungen, mit denen das oft unterschätzte Akkordeon im Volksmund gern - manchmal auch abwertend - bezeichnet wird. Dass man dem Instrument auch außergewöhnliche Musik fernab der Volksmusik entlocken kann, zeigt seit Jahren der finnische Akkordeon-Virtuose Kimmo Pohjonen. Wohl kaum ein anderer Musiker hat die der Vergangenheit dem Akkordeon ähnliche Klänge entlockt, denn Pohjonen spielt auf seinen umjubelten Konzerten einen nie dagewesenen Mix aus Klassik, Rock, Volksmusik und Improvisation.

Der ebenfalls aus Finnland stammende Regisseur und Produzent Kimmo Koskela hat seinen Landsmann nicht nur bei seinen Auftritten beobachtet, sondern würzt seinen Dokumentarfilm mit Interviews, Videos und Archivmaterial der mittlerweile 35 Jahre umspannenden Karriere Pohjonens. Dabei verliert Koskela selbst nicht viele Worte, sondern lässt vielmehr die Musik sprechen, die er in einen ungewöhnlichen Kontrast zu der wunderbaren finnischen Landschaft setzt. Darüber hinaus zeigt er, welche technischen Tricks Pohjonen verwendet, um seinem Akkordeon immer neue Klänge zu produzieren. So baut er etwa Mikrofone in den Blasebalg ein, um genau die Geräusche zu verstärken, die er im klassischen Spiel stets unterdrücken musste. Er verkabelt einzelne Tasten mit elektronischen Geräten, über die er extern aufgenommene Geräusche und Samples einspielen kann. Und plötzlich eröffnet sich ihm eine unerschöpfliche Welt von Klängen, die nie zuvor mit einem Akkordeon in Verbindung gebracht wurden.





Foto: W-film/Gernot Steinweg