Kurz nach dem Irakkrieg schockten Bilder aus dem Militärgefängnis Abu Ghraib die Welt: US-Soldaten hatten offensichtlich Gefangene misshandelt und menschenverachtenden Situationen ausgesetzt und sich dabei auch noch fotografieren lassen. Dokumentarfilmer Errol Morris nahm sich die Ereignisse vor, stellte sie teilweise nach und brachte einige der Täter vor die Kamera.

Mit "The Fog of War" gewann Regisseur Errol Morris 2004 einen Oscar. Doch hier hat er den dokumentarischen Bogen leicht überspannt. Denn vor allem die nachgestellten Szenen wirken eher spekulativ denn erleuchtend. Dennoch ist das Ganze handwerklich wieder hervorragend gemacht und stellt vieles in Frage, was die Militärs tatsächlich als "Standard Operating Procedure" darstellen. Denn unter diesem Denkmantel finden bereits viele Menschen verachtende Handlungen statt. Besonders positiv: Morris wertet die Aussagen der Täter nicht, die sich teilweise als Justizopfer sehen. Auf der Berlinale 2008 erhielt Morris für seine Regiearbeit den Silbernen Bären.

Foto: Sony Pictures