Zwei Oscars als beste Schauspielerin für "Dangerous" (1935) und "Jezebel - Die boshafte Lady" (1938), acht weitere Oscar-Nominierungen und insgesamt mehr als 100 Filmrollen im Laufe von fast sechs Jahrzehnten: Bette Davis (1908-1989) gehört zu den ganz großen Darstellerinnen Hollywoods, sie ist eine der Schauspiellegenden des 20. Jahrhunderts. Ihr Markenzeichen: faszinierende, ausdrucksstarke Augen. Ihre bevorzugten Rollen: emanzipierte, gleichermaßen selbstsüchtige wie ambitionierte Frauen - durchaus mit einem gewissen Hang zur Hysterie. Auf der Kinoleinwand erschuf sie ein neues Frauenbild und auch hinter den Kulissen des Filmbetriebs gab sie den Männern kontra. Und nicht umsonst, denn 1942 stieg sie schließlich zur bestbezahlten Frau Amerikas auf. Unvergessen ist sie auch in ihrer Rolle als Charlotte in "Wiegenlied für eine Leiche" (1964), als alternder Star in "Alles über Eva" (1950) sowie in dem Psychothriller "Was geschah wirklich mit Baby Jane?" (1962). Ihre größten Erfolge feierte sie unter Vertrag der Warner Brothers - bis 1949. Bette Davis blieb aber auch danach als Schauspielerin aktiv.

In seinem Dokumentarfilm "Stardust - The Bette Davis Story" ergründet Filmautor Peter Jones, den Menschen hinter dem Star. Dafür hat er erstmals Zugang zum persönlichen Nachlass der Schauspielerin erhalten, deren Privatleben genauso turbulent wie ihre Filmrollen gewesen ist. Nach eigener Aussage rührte ihr starkes Temperament auch von Zwängen her, die schon in der Kindheit angelegt waren und Bette Davis im Alter zu einer einsamen Frau machten. Eine spannende Spurensuche, für die Jones auch Schauspieler-Kollegen wie Jane Fonda, Gena Rowlands, Ellen Burstyn oder James Woods befragt hat. Zum ersten Mal spricht auch Bette Davis' Sohn über Gewalt in der Ehe seiner Eltern und über das kritische Buch seiner Schwester, das noch zu Lebzeiten der Mutter für großen Wirbel in den Medien sorgte. Ein packendes Porträt, das reich illustriert ist mit Archivschätzen und das Bette Davis noch einmal in all ihren großen Filmrollen zeigt. Die Dokumentation wurde 2006 mit dem Emmy Award ausgezeichnet.