Während in Afghanistan Krieg herrscht, kümmert sich eine junge Frau liebevoll um ihren im Koma liegenden Mann. Jeden Tag will sie im Atemrhythmus ihres Mannes einen der 99 Namen Allahs rezitieren. Die ersten Tage hält sie eisern durch, doch nach etwa zwei Wochen beginnt sie mit ihrem Mann zu reden und ihm ihre Ängste. Leiden und Sorgen zu beichten. Sie spricht immer freier über ihre Frustrationen und vertraut ihm schließlich sogar gut gehütete Geheimnisse an. Als sie sich mit einem Soldaten einlässt, erinnert sie sich an die Stunden mit ihrem inzwischen zum Stein mutierten Mann ...

In Afghanistan steht der Stein der Geduld für jenen Gegenstand, dem man seine Gedanken und tiefsten Geheimnisse anvertraut, zumindest so lange, bis dieser zerspringt und den Ballast der Vergangenheit von einem nimmt. Der französisch-afghanische Schriftsteller Atiq Rahimi griff dieses Motiv 2008 in seinem Roman auf, den er nun selbst als Regisseur (sein Spielfilmdebüt) verfilmt hat. Das Ergebnis ist eine starke Allegorie auf das leidgeprüfte Leben der Frauen in Afghanistan, das eher inhaltlich denn formal überzeugt. Filmisch ist das Ganze ein übliches Kammerspiel ohne Finessen, das allerdings die nackten Tatsachen darstellt – und darum ging es Atiq Rahimi wohl auch.



Foto: Rapid Eye Movies