In den Achtzigerjahren gab es in Ost-Berlin eine Clique jugendlicher Punks: eine Sensation für DDR-Verhältnisse und eine ernsthafte Bedrohung für die herrschende Politik. Die Jugendlichen hatten zunächst keine besonderen politischen Absichten. Sie wollten - wie überall - "anders" sein, ihren Spaß haben, viel Bier trinken und vor allem die verbotene westliche Musik hören. Später reagierten sie natürlich auf die Behandlung, die ihnen widerfuhr. John Peel, der international bekannte britische Rockmusik-Spezialist, wurde mit seinen Radiosendungen zur Kultfigur der Punks in Ost-Berlin. Seine Sendungen wurden illegal mitgeschnitten und untereinander verbreitet. Dass John Peel auch aus der DDR herausgeschmuggelte Aufnahmen einheimischer Punk-Bands spielte, wurde ihm von der Szene hoch angerechnet.

Für das DDR-Regime waren die Punks politisch hoch gefährliche, gemeinschaftsschädigende Subjekte. Man bespitzelte sie, fotografierte sie, sperrte sie so oft wie irgend möglich ein, bis die Gruppe schließlich zerschlagen wurde. Der Großteil des harten Kerns wurde zwangsweise zur Volksarmee rekrutiert, einige der weiblichen Cliquenmitglieder wurden in die Bundesrepublik abgeschoben. Mechthild Katzorke und Cornelia Schneider gehörten zu dieser Ost-Berliner Punk-Clique und waren unter den Glücklichen, die über die Grenze kamen. Seither leben sie im Westteil von Berlin. Für ihren Film luden sie die ehemaligen Mitglieder der Clique zu einer Dampferfahrt auf der Spree ein, nachdem sie sich jahrelang nicht gesehen hatten.