New York im Sommer 1969: Matty Dean, jung und schwul, kommt aus Intolerantville mit einem Greyhound-Bus an und macht sich auf den Weg in die Innenstadt. Es ist die Zeit des Vietnamkriegs und der Mondflüge, und Homosexualität steht immer noch unter Strafe. Außerdem ist es der Sommer der Liebe - aber nicht für Schwule. Stonewall, das wilde Zentrum der Diven und "drag queens", ist die Heimat der Straßenkönigin LaMiranda. Matty trifft just in dem Moment ein, als die Polizei eine ihrer üblichen Razzien veranstaltet und LaMiranda sich von ihrer widerspenstigsten Seite zeigt...

"Stonewall" mag die einschneidenden "drag queen"-Aufstände, die sich nach dem Tod Judy Garlands ereigneten, auf sehr kontroverse Art darstellen. Doch mit seiner Überschwenglichkeit und seinem farbigen Charme ermöglicht der Film einer neuen Generation den Zugang zu diesen historischen Ereignissen. Regisseur Finch hat die Atmosphäre der späten 60er Jahre atmosphärisch dicht eingefangen und einen Erzählstil gefunden, der "Stonewall" angenehm von vielen "schwulen Filmen" unterscheidet. Er versucht gar nicht erst, seinen Film mit Humor aufzupeppen, wie es sonst bei ähnlichen Projekten üblich ist, sondern konzentriert ganz auf seine Fähigkeiten als Erzähler. "Stonewall" ist, trotz der Ernsthaftigkeit seines Themas, stets ein erfrischender Film, dem es gelingt, die Zeit, die längst vergangen scheint, dem Zuschauer wieder näher zu bringen.