Der ungarische Immigrant Willie führt ein Außenseiterdasein in New York, seine Zeit verbringt er zwischen Spieltischen und Rennbahnen. Sein einziger Freund ist der Spieler Eddie. Eines Tages bittet ihn seine Tante Lotte, ihre entfernte Cousine Eva für ein paar Tage zu beherbergen, bevor sie zu ihr nach Cleveland weiterreist. Willie, Eddie und Eva reisen zusammen nach Cleveland, dann weiter nach Florida ...

Ein Meilenstein in der Geschichte des amerikanischen Kinos. Jim Jarmuschs Roadmovie ist zugleich eine Hommage an Wim Wenders, für den er längere Zeit als Assistent gearbeitet hatte. In Europa wurde der Film nach seiner Premiere in Cannes zum Ereignis. Dabei ist absolut nichts an Jarmuschs Inszenierung spektakulär. Geschichte und Handlung sind zweitrangig, es geht vielmehr um den Ausdruck eines bestimmten Lebensgefühls. Die drei Hauptfiguren lassen sich ziellos an der Oberfläche des Lebens treiben. Nur selten kommt es zu Gefühlsausbrüchen, sei es aus Freude oder aus Wut. Ruppig und menschenscheu wie sie sind, sprechen sie kaum über ihre Empfindungen und tragen eine Art "nonchalante Gleichgültigkeit" zur Schau. Doch auch wenn auf den ersten Blick überhaupt nichts geschieht, passiert immer etwas. Schlichtes Schwarz-weiß und eine fast statische Kamera bestimmen Jarmuschs Bildsprache. Hier erscheinen sogar Sandstrand und Palmen "stranger than paradise". Der Film bekam die Goldene Kamera 1984 in Cannes und den Goldenen Leopard 1984 in Locarno.

Foto: Kinowelt