Die 18-jährige Kölnerin Angela ist begeisterte Comic-Zeichnerin, besonders angetan ist sie von Comics japanischer Machart, Mangas genannt. Als sie einen japanischen DJ kennenlernt, der sie nach Tokio einlädt, willigt sie kurz entschlossen ein. In dem Moloch angekommen, zieht sie in eine Mädchen-WG und finanziert ihren Lebensunterhalt als Hostess für reiche Geschäftsleute - mit zunehmendem Erfolg. Doch schon bald glaubt Angela, einem ungeheuerlichen Verbrechen auf der Spur zu sein...

Schon mit seinem preisgekrönten Regiedebüt "Unter der Milchstraße" (1995) spaltete der bayerische Regisseur Matthias X. Oberg Publikum wie Kritik. Dies wird ihm nach seiner durchaus sehenswerten Komödie "Ein todsicheres Geschäft" (1999) sicher auch mit "Stratosphere Girl" gelingen. Zunächst das Positive: Der fast zeitgleich wie Sofia Coppolas "Lost in Translation" entstandene Film - ein Mix aus Mystery, Drama und Comicsequenzen - überzeugt besonders im ersten Drittel mit tollen Bildern des japanischen Molochs - wunderbar eingefangen von Kameramann Michael Mieke ("Freunde") - und den durchaus gelungenen Comic-Einlagen. Das war's dann auch schon, denn im weiteren Verlauf kann sich Oberg nicht entscheiden, was er da nun eigentlich drehen und erzählen soll, zu aufgesetzt, zu unwahrscheinlich und manchmal gar wirr kommt die Geschichte daher. Dabei ist vollkommen gleichgültig, ob sich die Story nur im Kopf der Protagonistin - übrigens die erste große Rolle der immer unterkühlt und leblos wirkenden Chloé Winkel - oder in der Realität abspielt. Mehr Mut und Konsequenz hätte Obergs Film sicher gut getan.

Foto: RapidEyeMovies