Auf der Konferenz von Jalta im Februar 1945 einigen sich Präsident Roosevelt, Premier Churchill und Marshall Stalin auf die endgültigen Grenzen der vier Besatzungszonen, in die Deutschland nach dem Krieg geteilt werden sollte. Doch der weitere Kriegsverlauf hält sich nicht an diese Vereinbarungen. So haben bei der Kapitulation am 7. Mai amerikanische Truppen Thüringen und weite Teile von Sachsen besetzt, Gebiete, die den Russen zugesprochen worden waren. Während die US-Amerikaner nun gerade ein Dorf bei Leipzig verlassen, rücken die Russen nach. Mittendrin steckt Joschi, der für die US-Army schwärmt und das Versteck einer Wertkassette der Nazis sucht. Ihm behilflich ist Isa, in die er sich verliebt. Sie entdecken den "Schatz" und müssen vor den Russen fliehen. Aber auch bei den US-Amerikanern finden sie keine Zuflucht ...

Die "Stunde Null" bezeichnet jene Zeit zwischen dem 7. Mai und dem 1. Juli 1945, in der die amerikanischen Besatzer kamen und wieder gingen. Dieses atmosphärisch dicht inszenierte wie bewegende Nachkriegsdrama von Edgar Reitz ("Der Schneider von Ulm", "Heimat", "Die zweite Heimat", "Heimat 3"), das 1977 mit dem Filmband in Silber ausgezeichnet wurde, skizziert ein Land im Ungewissen mit Menschen zwischen Hoffen und Bangen, Finale und Neubeginn. Für Isa-Darstellerin Anette Jünger blieb "Stunde Null" neben dem drei Jahre später entstandenen "Schluchtenflitzer" der einzige Filmautritt, und auch der 1957 in München geborenen Kai Taschner, der als Joschi überzeugt, war später nur noch in kleineren Rollen zu sehen, so etwa in "Aus einem deutschen Leben". Allerdings ist Taschner heute ein gern und häufig besetzter Synchronsprecher.

Foto: Kinowelt