Auftragskillerin Anna (Lea Mornar, Foto) erhält wieder einmal einen neuen Job von ihren Auftraggeber Lewin. Bei ihrer "Arbeit" verspürt sie keinerlei Schuldbewusstsein, sie leidet lediglich an der Einsamkeit und Leere, die ihre Tätigkeit mit sich bringt. Eines Tages lernt Anna den jungen Hotelangestellten Lino kennen und ist von seiner leichten, unverbindlichen Art fasziniert. Die beiden verbringen eine Nacht zusammen, doch sie verlässt Lino sofort wieder, denn feste Bindungen sind für sie unmöglich. Als sie bei ihrem nächsten Job sie von ihrem Opfer - ebenfalls ein Killer - enttarnt wird und verletzt entkommen kann, schwindet ihr Vertrauen in Lewin. So taucht sie kurzerhand bei Lino unter, vertraut sich diesem aber nicht an, um ihn nicht zu gefährden. Doch dann taucht plötzlich Lewin auf und fordert die Erfüllung des misslungenen Auftrags ein ...

Weibliche Auftragskillerinnen sind sicher nicht der Normalfall in Filmen, obwohl Luc Besson bereits 1990 mit seinem Thriller "Nikita" um eine Auftragskillerin alias Anne Parillaud für Aufsehen sorgte - ebenso wie John Badham mit seinem zwei Jahre später entstandenen US-Remake "Codename: Nina" mit Bridget Fonda. Auf den Spuren dieser beiden Werke wandelt auch der aus Bernkastel/Kues stammende Regisseur Tilmann Zens in seinem Langfilmdebüt, das gleichzeitig seine Diplomarbeit an der Filmakademie Baden-Württemberg ist. In kalten Bildern und mit wenig Worten gelang Zens nach dem Drehbuch von Alexander Buresch ("Das wahre Leben", "Lila, Lila") ein spannender und atmosphärisch dichter Psychothriller, die dem Lea Mornar in der Hauptrolle der schönen Mörderin überzeugt. Stipe Erceg wurde für seine solide Leistung als Lino mit dem Förderpreis Deutscher Film 2004 als bester Darsteller ausgezeichnet.

Foto: Filmakademie Baden-Württemberg