Gerade erst hat die Magd ihren Dienst auf einem abgelegenen Hof in der oberbayrischen Einöde begonnen, da wird sie Opfer eines Mordanschlags. Mit ihr sterben in einer Nacht auch die fünf weiteren Bewohner des Hofes. Zwei Jahre nach der Tat kommt die junge Kathrin in die Gegend, um ihre Mutter zu beerdigen. Das gesamte Dorf scheint nach wie vor von der nicht aufgeklärten Tat wie paralysiert. Kathrin will genau wissen, was damals geschah, befragt die Bewohner des Dorfes und landet unvermittelt in einem wirren Konstrukt aus unterschiedlichen Darstellungen und Lügen ...

Regisseurin Bettina Oberli ("Die Herbstzeitlosen") nahm sich hier des gleichnamigen Bestsellers von Andrea Maria Schenkel an, der auf dem bis heute ungelösten sechsfachen Mord von Hinterkaifeck aus dem Jahre 1922 basiert. Oberli versucht ihn in atmosphärisch dichten Bildern umzusetzen. Doch das Ergebnis findet sich nur in der zweiten Silbe des Titels. Die Geschichte plätschert nicht nur öde und geschwätzig daher, die Inszenierung stimmt auch hinten und vorne nicht. So sind etwa die Örtlichkeiten falsch. Zu Beginn etwa kennen die neue Magd und deren Schwester den Weg nicht. Die beiden landen auf einem Hof, von dem es angeblich noch 10 Minuten Fußweg sind. Später wohnt Kathrin genau auf diesem Hof, der einen Blick auf den wenig entfernten Tannöd-Hof bietet und noch später kommen dann die Bewohner genau aus der entgegen gesetzten Richtung des Dorfes zum Mord-Hof. Außerdem weiß der Zuschauer nie, in welcher Zeit das Ganze eigentlich spielen soll. Mal wirkt es so, als hätte man den historischen Hinterkaifeck-Mord vor Augen, dann taucht jedoch ein VW-Bus auf. Zudem agieren die meisten Darsteller reserviert bis hölzern. Und zum guten Schluss bietet die Regisseurin die Lösung, die im Buch nicht zu finden ist. Um düstere Stimmung zu erzeugen, reicht es nicht, ein paar Fichtenzweige im Dunkeln wackeln zu lassen. Das ist Langeweile pur!

Foto: Constantin