Eine Familie der Mailänder Bourgeoisie im Jahre 1968. Der Vater ist ein reicher Industrieller, die Familie führt - zumindest materiell - ein problemloses Leben. Ein Telegramm kündigt den unerwarteten Besuch eines Unbekannten an: Der Gast ist ein junger Mann, schön wie ein junger Gott, dem die ganze Familie - die Eltern, die beiden Kinder, das Dienstmädchen - sehr bald schon zu Füßen liegt. Als der Gast durch ein zweites Telegramm zur Abreise gedrängt wird, bleibt jeder für sich allein mit seinen Gefühlen zurück, jeder reagiert auf seine Weise, die Familie zerfällt ...

Pier Paolo Pasolinis Parabel "Teorema - Geometrie der Liebe" wurde seinerzeit auf Betreiben des Vatikans verboten. Auslöser war die Darstellung eines männlichen Akts, man forderte sechs Monate Gefängnis für den Regisseur und die Vernichtung des Films, doch Pasolini wurde freigesprochen. Die Ideen für den Film sammelte Pasolini auf einer Amerikareise, auf der er sich von einer schweren Magenerkrankung erholt hatte. "Teorema - Geometrie der Liebe" wurde 1968 auf dem Filmfestival von Venedig vorgestellt, Nebendarstellerin Laura Betti erhielt den Volpi Cup als beste Darstellerin. Das Buch zum Film zog Pasolini aus dem Literaturbetrieb zurück - ein Protest gegen kommerzielle Strömungen, dem seinerzeit einige Autoren erlagen.

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