Die unscheinbare, schüchterne Lina McLaidlaw lernt im Zug den feschen, charmanten Johnny Aysgarth kennen. Wenige Tage später trifft sie ihn beim Kirchgang wieder. Doch statt die Kirche zu besuchen, lädt er Lina zum Spaziergang ein. Sie verliebt sich in den draufgängerischen, gut aussehenden Mann und heiratet ihn kurze Zeit später gegen den Willen ihres entsetzten Vaters, General McLaidlaw, der Aysgarth nicht grundlos einen Taugenichts und verantwortungslosen Lebemann nennt. Nach der Hochzeitsreise zieht das Paar in ein luxuriöses Haus bei London. Sehr schnell entdeckt Lina, dass ihr Johnny, wenn er sie auch innig zu lieben scheint, damit gerechnet hatte, von ihrem Geld zu leben. Denn er ist hoch verschuldet, ein Spieler, der nie um eine Lüge verlegen ist. Wenig später erfährt Linda von Johnnys Arbeitgeber Captain Melbeck, dass er Johnny vor sechs Wochen entlassen hat, weil er 2000 Pfund gestohlen habe. Melbeck sieht nur von einer Anzeige ab, wenn Johnny das Geld zurückzahlt. In Lina keimt immer mehr der Verdacht, Johnny habe es nur auf ihr Geld abgesehen ...

Nach dem überwältigen Erfolg von "Eine Dame verschwindet" hatte Produzent David O. Selznick Regisseur Alfred Hitchcock 1939 für vier Filme nach Hollywood geholt. Nach ihre ersten gemeinsamen Arbeit "Rebecca" nach Daphne du Maurier entstand dieser Suspense-Thriller. Hier wird perfekt mit der Verunsicherung des Zuschauers gespielt, die ihren Höhepunkt in der "Vergiftungsszene" (unvergessen: das leuchtende Milchglas!) findet. Die Arbeit Hitchcocks, der von Selznick für die Verfilmung der Vorlage "Before the Fact" von Francis Iles an die RKO-Studios ausgeliehen worden war, stand zunächst unter keinem guten Stern: Das Studio schnitt sein Werk auf unter 60 Minuten zusammen, weil man Hollywood-Star Cary Grant nicht als "bad guy" zeigen wollte. Hitchcock wehrte sich jedoch mit aller Entschiedenheit und konnte einen großen Teil der herausgeschnittenen Szenen wieder einfügen, nur mit dem nicht Buch gerechten Ende musste er sich schließlich abfinden. Joan Fontaine, die schon die Hauptrolle in "Rebecca" gespielt hatte, wurde für ihre Rolle der Lina mit dem Oscar als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet. Weil im selben Jahr Fontaines Schwester Olivia De Havilland für "Das goldene Tor" von Mitchell Leisen nominiert war, schlachtete die Boulevardpresse eine Geschwisterfehde aus, die sich gewaschen hatte.

Foto: Kinowelt