Die Selbstheilungskräfte des Körpers werden oft unterschätzt. Therapeutische Interventionen sollten das Ziel haben, diese naturgegebenen Fähigkeiten zu unterstützen. Um dem inneren Arzt die Arbeit zu erleichtern, räumen Sie ihm zunächst etwaige Hürden aus dem Weg. Gemeint sind Gesundheitsfallen wie Fast Food, Schlafmangel, zu wenig Bewegung und Rauchen. Zugegeben, den Lebensstil zu ändern, erfordert Mühe.
 
Das klappt, wenn Sie an die Stelle von ungünstigem Verhalten etwas Positives setzen, beispielsweise statt Schokolade einen Reiscracker essen. Oft erweist sich das bereits als der entscheidende Anstoß, um heilsame Prozesse anzuregen. Mit am wichtigsten: Übergewicht abbauen. Der Abbau verringert die oxidative Stressbelastung des Körpers. Das führt dazu, dass genetische Reparaturmechanismen besser funktionieren, Entzündungsfaktoren im Blut zurückgehen und freie Radikale reduziert werden.

Wenn innere Heilungsbremsen gelöst sind, können Sie sich externen Faktoren widmen: Finden Sie Ihren eigenen medizinischen Weg. Niemand wünscht sich zurück in die Zeit, als uns weder Penicillin noch künstliches Insulin zur Verfügung standen. Doch oft schadet ein vorschneller Griff zur Pillenschachtel mehr, als er nutzt. Jede Arznei wirkt nicht nur an der gewünschten Stelle, sondern auch anderswo. Die innere Apotheke hingegen wirkt nur dort, wo sie gebraucht wird.

Außerdem treiben bestimmte Krankheitssymptome wie beispielsweise Fieber die Immunkräfte zu Höchstleistungen an – eine gute Sache. Stoppt man diese Heilreaktion wiederholt ohne Not, werden die Erreger nur unvollständig bekämpft.

Daher sollten Sie sich fragen, ob Sie den richtigen Arzt konsultieren. Er spielt für Ihre Selbstheilungskräfte eine wichtige Rolle. Wenn er Ihnen ein sicheres Gefühl vermittelt, gleichzeitig einfühlsam ist und offen für verschiedene Behandlungsansätze, wirkt er wie ein heilsames Medikament, das haben verschiedene Studien gezeigt.