Im Jahr 2007 bekam Alison Balsom ihre erste große Auszeichnung in Deutschland – den Echo Klassik als "Nachwuchskünstlerin des Jahres". Keine fünf Jahre später wurde daraus ein Hauptpreis, als "Instrumentalistin des Jahres". Ein steiler Aufstieg für die Trompeterin aus Hertfordshire.

14 Alben hat die 38-Jährige seit ihrem Abschluss am Conservatoire de Paris aufgelegt, nun folgt, pünktlich zu Weihnachten, die Nummer 15: "Jubilo".

Was schon im Titel nach Kraft und Pomp klingt, entpuppt sich beim Hören als Ergebnis unbändiger Spielfreude. Balsom, die "Jubilo" zum ersten Mal seit dem 2012 erschienenen "Sound the Trumpet" mit der Naturtrompete eingespielt hat, gelingt es, das barocke Repertoire aus Bach, Corelli, Torelli und Fasch mit einer Klangweite auszustatten, die ihresgleichen sucht.

Beginnt das Album mit den Trompeten-Konzerten in D-Dur von Johann Friedrich Fasch, den Hugo Riemann Anfang des 20. Jahrhunderts als einen der wichtigsten Wegbereiter der musikalischen Klassik bezeichnete, noch gediegen und behutsam, entwickelt Balsom spätestens in Corellis Weihnachts-Konzerten genau den jubelnden Ton, der zum Titel des Albums so wunderbar passt.

Und doch vergisst die Ausnahme- Solistin in keinem Moment ihr Orchester, die "Academy of Ancient Music" unter Pavlo Beznosiuk, vergisst sie in keinem Moment die besinnliche Stimmung der Musik, das Kammermusikalische der Kompositionen. Und so ist "Jubilo" wie gemacht für die Vorweihnachts- und Weihnachtszeit – ein Album der warmen Töne und der erhabenen Stimmung.