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Der Pate von Hollywood 

Francis Ford Coppola (Seite 2)
- Geboren am Freitag, 7. April 1939
- Geboren in Detroit, Michigan, USA
Nach dem riesigen Erfolg von "Der Pate" folgte 1974 mit "Der Pate II" die noch erfolgreichere Fortsetzung. Sie brachte sogar das achtfache an Geld ein und heimste mit sechs Oscars gleich doppelt so viele Figuren des wichtigsten Filmpreises als für Teil 1 ein. Coppola vermischte den Aufstieg Vito Corleones und den Untergang des Clans nach seinem Tod miteinander. Vor allem wegen Robert De Niro - der Marlon Brando bis ins Detail kopierte - und der sprunghaften Wechsel der Erzählzeiten ist dies ein Meisterwerk des Gangsterfilms und ein Meilenstein der Filmgeschichte. Und das, obwohl Oscarpreisträger Brando als Zupferd Nummer eins fehlte. In finanzieller Hinsicht zählten zumindest die beiden ersten "Paten" im Rückblick zu den wichtigsten Filmen der Siebzigerjahre.Als Regisseur, Drehbuchautor und Produzent erfolgreich: Francis Ford Coppola 
Danach sollten fünf Jahre ins Land gehen, bis Francis Ford Coppola erneut einen Meisterstreich auf der Kinoleinwand präsentierte: Die Dreharbeiten von "Apocalypse Now" (1979) zogen sich über 16 Monate hin. Das Set wurde fast vollständig vom Sturm zerstört, Hauptdarsteller Martin Sheen , der den überdreht aufspielenden Harvey Keitel nach zwei Wochen ersetzte - Steve McQueen hatte die Rolle abgelehnt - erlitt einen Herzinfarkt, und Coppola, der sein gesamtes Privatvermögen verpfändet hatte, drohte der finanzielle Kollaps. Der Film nach Motiven von Joseph Conrads Roman "Das Herz der Finsternis" erzählt die Geschichte eines US-Geheimdienst-Offiziers, der 1969 den Auftrag erhält, in Vietnam den außer Kontrolle geratenen US-Colonel Walter E. Kurtz an der kambodschanischen Grenze zu finden. Willard soll ihn wegen seines despotischen Verhalten liquidieren. Doch nicht nur die Suche wird zu einem Albtraum des Grauens. Coppola drehte ein ungemein beeindruckendes Psychogramm eines ausufernden, unkontrollierten (unkontrollierbaren?) Krieges. Brando fasziniert in der Rolle des scheinbar wahnsinnigen, glatzköpfigen Colonels. Ob Kriegs- oder Anti-Kriegsfilm sei dahingestellt, auf jeden Fall eine herausragende Inszenierung mit überragender Besetzung. Der Film wurde mit den Oscars für Ton und Kamera ausgezeichnet, war in sechs weiteren Kategorien nominiert, gewann 1979 die Goldene Palme in Cannes und drei Golden Globes. Der Filmemacher Fax Bahr hat in seinem Dokumentarfilm "Ins Herz der Finsternis" (1991, Originaltitel: Hearts of Darkness - A Filmmaker's Apocalypse) die schwierigen Dreharbeiten zu dem Klassiker dokumentiert, wobei er Originalaufnahmen von Eleanor Coppola, der irisch-stämmigen Frau des Regisseurs, nutzte.
In den Achtzigerjahren drehte Coppola nach dem finanziellen erfolgreichen "Apocalypse Now" munter weiter: 1981 entstand "Einer mit Herz", ein Liebesfilm vor der Kulisse der schillernden Neon- und Spielerstadt Las Vegas in der Wüste des US-Bundesstaates Nevada, das Sozialdrama "Die Outsider" (1982) schildert die Geschichte eines Rivalitätskampfes zweier Jugendgangs, die aus unterschiedlichen sozialen Schichten stammen, und in dem Soziadrama "Rumble Fish" (1983) bediente sich Coppola einer ausdrucksstarken Schwarz-Weiß-Dramaturgie, die an die deutschen Stummfilm-Klassiker erinnert. Nur in der Schlüsselszene des Films wird sie durchbrochen: die Kampffische (Rumblefish) leuchten rot, als sie in die Freiheit entlassen werden. In einer kleinen Rollen ist hier Gian-Carlo Coppola, kurz Gio genannt, der 1963 geborene Sohn des Regisseurs, zu sehen. Er kam am 26. Mai 1986 in Annapolis/ Maryland bei einem Speedboot-Unfall ums Leben. Mit "Cotton Club" (1984) erfüllte sich Coppola trotz vieler Komplikationen einen lang gehegten Traum, der allerdings zum finanziellen Flop geriet. Künstlerisch war er allerdings ein brillanter Ausstattungsfilm und gleichzeitig eine gelungene Kombination aus Jazzfilm und Gangsterstory mit den Themen Gewalt, Familie, Loyalität und Jazz. Glänzende Schauspieler, mitreißende Tanzszenen und exzellente Musik, was will man mehr?
Mit "Peggy Sue hat geheiratet" folgte 1986 eine Hommage an die frühen Sechzigerjahre, die Coppolas Neffen Nicolas Cage an der Seite von Kathleen Turner zeigte. Drei Oscar-Nominierungen erhielt die gelungene Komödie um die 42-jährige Peggy Sue, die auf einem Klassentreffen ihres Jahrgangs in Ohnmacht fällt. Als sie erwacht, findet sie sich in ihrer eigenen Teenagerzeit wieder. Sofort beschließt sie, dem Schicksal eine Wendung zu geben ... Eindrucksvoll ist auch das Drama "Der steinerne Garten" (1986), in dem Coppola am Beispiel einiger Soldaten die Zerrissenheit des Militärs angesichts der moralischen und politischen Widersprüche des Vietnam-Krieges zeigt. Ohne den militärischen Apparat zu diskriminieren, liefert der Regisseur eine komplexe Auseinandersetzung mit einem übersteigerten Militarismus und zeigt seine möglichen Auswirkungen auf die menschliche Psyche. Und in der Filmbiographie "Tucker" (1988) spielt der blendend aufgelegte Jeff Bridges den Autokonstrukteur Preston Tucker, dem Ende der Vierzigerjahre ein sensationelles Modell gelingt, doch Autoindustrie-Magnaten aus Detroit machen mit miesen Tricks gegen ihn mobil. Coppola gelang das faszinierende Porträt eines Einzelgängers, der am amerikanischen Traum scheitert. Weil die Parallelen zu Coppolas eigener Biographie greifbar waren, scherzte der Regisseur, er werde sich in Zukunft nur noch Francis Tucker Coppola nennen.
Nicht sonderlich gelungen war danach der Episodenfilm "New Yorker Geschichten" (1989). Allens und Martin Scorseses Arbeiten konnten sich sehen lassen, nur Coppolas Beitrag "Life Without Zoe" fällt deutlich dagegen ab. 1990 schloss er seine Mafia-Trilogie mit "Der Pate III" ab. Kaum ein Film ist seinerzeit von der Kritik so ungerecht behandelt worden wie dieser. Vielleicht kein Wunder, wenn man sich mit zwei längst zum Klassiker gereiften Meisterwerken messen lassen muss. Das katholische Lexikon des Internationalen Films meint etwa: "Über weite Strecken allzu ausladend, dann wieder eine inszenatorische 'Tour de Force', findet der auch schauspielerisch nicht durchgehend überzeugende Film zu keinem geschlossenen Stil." Richtig ist, dass der Film einige kuriose Schlampigkeiten aufweist. So spielt er 1979, aber die Päpste Paul VI. und Johannes Paul I. starben beide schon 1978. Aber Coppola hat seine Mafia-Saga immer noch im Griff. Sein dritter "Pate" ist größtenteils spannend und mitunter bravourös inszeniert. Immerhin gab es sieben Oscar-Nominierungen. Gleich zwei Preise erhielt übrigens Regisseurstochter Sofia Coppola: jeweils einen Razzie Award in den Kategorien schlechteste weibliche Nebenrolle und schlechtester neuer Star.
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