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Die 'Mickey Mouse' im deutschen Film 

Heinz Rühmann (Seite 2)
(Heinrich Wilhelm Rühmann)
- Geboren am Freitag, 7. März 1902
- Geboren in Essen, Deutschland
- Gestorben am Montag, 3. Oktober 1994
- Gestorben in Aufkirchen, Berg am Starnbergersee, Deutschland
Rühmann spielt auch Harold Pinters "Hausmeister", den alten jüdischen "Pfandleiher" oder den Protagonisten in Arthur Millers "Tod eines Handlungsreisenden". Doch all diese Rollen schüttelt Rühmann wieder ab. Er spielt sie ausgezeichnet, doch lässt er sie nie ganz an sich herankommen. Die Grenze der Identifikation mag wohl der Schuster Voigt in Carl Zuckmayers "Der Hauptmann von Köpenick" sein, denn dort besteht eine Distanz zu der politischen Figur des Mannes, der die Allgewalt der preussischen Uniform ad absurdum führt."Pater Brown" zählt zu Rühmanns populärsten Rollen 
Rühmanns kleiner Mann hat nichts Außergewöhnliches an sich, doch gerade die restlose Wegnahme jeder spezifischen Charaktereigenschaft lässt ihn zum Prototyp des Durchschnittlichen werden, gerade die Summe aller Unscheinbarkeiten macht Rühmann auf der Leinwand zu etwas Ungewöhnlichem. Hans-Peter Kochenrath hat einmal Rühmann mit Walt-Disney-Figuren verglichen. Disney - so schreibt Kochenrath - habe erkannt, dass "seine Figuren um so größeren Anklang finden, je hilfloser, unschuldiger, zerbrechlicher und verletzlicher seine Mäuse und Menschen wirken... Mit seiner Figur, seinen Bewegungen entspricht Rühmann genau dem Prototyp der Disney-Figuren. Heinz Rühmann ist die Mickey Mouse im deutschen Film."
"Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern", singt Rühmann 1940 in Eduard von Borsodys Nazi-Propagandafilm "Wunschkonzert" und dieser Schlager - schon 1938 von Michael Jary geschrieben - wird zum Hit der Truppenbetreuungs-Wunschkonzerte. Seine Unauffälligkeit und Durchschnittlichkeit verkörpert Rühmann stets so konsequent, dass er es seinen Biographen und Chronisten schwer macht, über ihn etwas auszusagen. Sauerbruch-Ghostwriter Hans-Rudolf Berndorff scheitert bereits in den frühen Sechzigerjahren, und der deutsche Erfolgsautor Hans Helmuth bringt es fertig, auf 280 Druckseiten überhaupt nichts auszusagen. Er beschreibt Rühmann immer wieder mit der leeren Floskel "unser guter, kleiner Mann".
Heinz Rühmann hinterlässt im deutschen Kino und Theater eine merkliche Spur und versteht es immer wieder, seine Popularität über alle Zeiten und Systeme hinwegzuretten. Der kleine Mann hat den kleinen Leuten für zwei Stunden das Gefühl gegeben, dass sie keinen Kummer und keine Sorgen haben, dass sie Krieg und Tod und Terror vergessen. Denn geschickte Autoren verstehen es immer wieder, die Wirklichkeit, den Alltag, die Probleme der kleinen Leute wegzulassen, zu retuschieren.
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