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Erfindungsreichster Regisseur seiner Zeit 

John Huston (Seite 2)
- Geboren am Sonntag, 5. August 1906
- Geboren in Nevada, Montana, USA
- Gestorben am Freitag, 28. August 1987
- Gestorben in Middletown, Rhode Island, USA
"African Queen" (1951) mit Humphrey Bogart, Katharine Hepburn und Robert Morley, ist einer der berühmtesten amerikanischen Abenteuerfarbfilme, fotografiert von Jack Cardiff. Deutsche Zuschauer mussten seinerzeit jahrelang auf dieses legendäre Meisterwerk warten; und dann hatte man dem Film, der 1914 in Deutsch-Ostafrika spielt, die deutschfeindlichen Tendenzen herausoperiert. Erzählt wird die heiter-triste Odyssee eines heruntergekommenen kanadischen Kapitäns und einer nicht mehr ganz taufrischen Methodistenschwester quer durch den afrikanischen Urwald auf einem alten klapprigen Kahn.John Huston prägte mehr als vier Jahrzehnte lang die Filmgeschichte 
"Misfits - nicht gesellschaftsfähig" (1960) schildert die Jagd auf Wildpferde, die zu Hundefutter verarbeitet werden sollen. Sie dient drei gescheiterten Männern, sogenannten Misfits, als Ersatzbefriedigung. Rosalyn Tabor (Marilyn Monroe) die die Cowboys zufällig kennenlernt, ist von ihrer Rohheit entsetzt. Ihr Einfluss verändert allmählich das Verhalten der Männer. Autor Arthur Miller erweiterte für den Film eine seiner Kurzgeschichten, um seiner Frau Marilyn Monroe eine dankbare Rolle zu bescheren. John Huston machte daraus einem merkwürdig spröden und dennoch eindrucksvollen Film. "Misfits" entstand kurz vor Marilyn Monroes mysteriösem Tod, Clark Gable starb nach den Dreharbeiten und auch für Montgomery Clift war es einer der letzten Auftritte vor seinem frühen Tod.
"Freud" (1961) mit Montgomery Clift ist nicht die erste Annäherung Hustons an die Wissenschaft. William Dieterle hatte sich 1936 und 1940 Louis Pasteur und Paul Ehrlich (Drehbuch: John Huston!) auf populärwissenschaftliche Weise genähert. John Huston geht mit seinem Film über Sigmund Freud ähnliche Wege, hat aber Schwierigkeiten mit der Materialisierung des Traum-Erlebens. Wie in einem echten Gruselspuk taucht der geängstigte Forscher zu elektronischer Musik zum Urerlebnis hinab und kämpft mit dem Unterbewussten, erlebt Siege und Niederlagen. Im Grunde hat Huston seinen Freud nach dem gleichen Muster seiner Männerfilme wie "African Queen", "Moby Dick" und "Schatz der Sierra Madre" inszeniert. Der Film beginnt mit Freuds Reise nach Paris, erzählt von den Jahren mit Joseph Breuer in Wien und endet mit dem Universitätstumult, bei dem man Freud mit Schimpf und Hohn begegnet und sich sein Freund Breuer von ihm distanziert. Produzent Wolfgang Reinhardt hatte sich von Jean-Paul Sartre ein Drehbuch schreiben lassen, das ihm aber so sehr missfiel, dass er es nach eigenen Worten wesentlich bearbeitete. Hustons Film hat durchaus Qualitäten, leidet aber an der Inkonsequenz des Drehbuchs.
"Die Totenliste" (1962) nimmt unter den vielen Filmen, die der wandlungsfähige und abwechslungsreiche Regisseur John Huston im Laufe seines Lebens geschaffen hat, eine besondere Stellung ein. Kirk Douglas und Robert Mitchum, Burt Lancaster und Tony Curtis sind hier in kleinen Rollen neben George C. Scott zu sehen. Es geht um einen Geheimdienstler und um eine Liste mit elf Namen, deren Träger alle todgeweiht sind.
"Die Nacht des Leguan" (1963) mit Richard Burton, Ava Gardner, Deborah Kerr und Sue Lyon schildert, wie schlimm Pastor Shannon dran ist: Ihn plagen schreckliche Albträume, schon lange kann er nicht mehr sein Amt als Seelsorger ausüben. Er quält sich damit ab, Reisegruppen an der Küste von Puerto Rico entlangzuschleppen. Kurz vor einem erneuten Zusammenbruch schafft er es gerade noch ins Hotel seines Freundes. Doch der ist gerade dahingeschieden, so dass Shannon sich mit der attraktiven Witwe (Ava Gardner) trösten muss. Zwar buhlt da auch noch die welke Künstlerin Hannah um seine Gunst, doch Shannon/Burton steht mehr auf Ava Gardner. John Huston hat die verquaste Psychologie von Tennessee Williams eher herauskehrt als vertuscht. Man kann dem Schalk von Regisseur zutrauen, dass er das Ganze - wie Joseph Losey in "Brandung" - bewusst so angelegt hat.
"Die Bibel" (1965) mit Michael Parks, Richard Harris und Stephen Boyd ist ein untypischer Huston-Film. Lange bevor er als Regisseur feststand, hatte Dino de Laurentis den ehrgeizigen Plan, die biblische Geschichte als 12-Stunden-Opus in mehreren Teilen zu servieren, doch es blieb bei der dreistündigen "Spar-Bibel", die dann statt von mehreren Regisseuren von John Huston alleine realisiert wurde. Huston kann dem Anspruch der Superlative gerecht werden, zumindest, was die große Schau anbelangt: er hat nicht an Effekten und Aufwand gespart. Das Drehbuch des britischen Dramatikers Christopher Frey bringt Würde und Langeweile gleichermaßen zur Geltung, doch Huston hat sich seiner Aufgabe mit sehr viel Ironie entledigt und offensichlich hat ihm die Arche-Episode am meisten Spaß gemacht: Er spielt den Noah.
"Die Toten" (1987) ist John Hustons letzter Film, ein kraftvolles Vermächtnis eines großen Filmmeisters. Nach James Joyces Erzählungen "The Dubliners" wird hier eine Offenbarung visualisiert: Durch eine Einladung bei Verwandten herausgefordert, beginnt der Protagonist über sein eigenes Leben, seine Fehler und Vorzüge nachzudenken. Der Film versteht sich zugleich als eine Hommage an Irland und James Joyce.
Weitere Filme von John Huston: "Abenteuer in Panama" (1941), "Is This Our Life?" (1942), "Die Schlacht um San Pietro" (1945, Dokumentarfilm), "Es werde Licht" (1946), "Die rote Tapferkeitsmedaille" (1951), "Der Seemann und die Nonne" (1956), "Der Barbar und die Geisha", "Die Wurzeln des Himmels" (beide 1958), "Denen man nicht vergibt" (1959), "Casino Royale" (1966), "Dave - Zuhaus in allen Betten" (1967), "Der Brief an den Kreml", "Die Reise mit der Liebe und dem Tod" (beide 1969), "Das war Roy Bean", "Fat City" (beide 1972), "Der Mackintosh-Mann" (1973), "Der Mann, der König sein wollte" (1975), "Die Weisheit des Blutes" (1979), "Flucht oder Sieg" (1981), "Annie" (1982), "Unter dem Vulkan" (1984) und "Die Ehre der Prizzis" (1985).
John Huston ist der Vater der erfolgreichen Schauspielerin und Oscarpreisträgerin Anjelica Huston. Er hatte neben einigen Rollen in seinen eigenen Filmen auch zahlreiche Auftritte in Filmen anderer. Darunter sind Werke wie: "Der Kardinal" (1963), "Das ausschweifende Leben des Marquis de Sade" (1969), "Ein Mann in der Wildnis" (1971), "Die Brücke im Dschungel", "Die Schlacht um den Planet der Affen" (beide 1973), "Chinatown", "Der Mann ohne Nerven", "Der Wind und der Löwe" (alle 1974), "Sherlock Holmes in New York" (1976), "Angriff aus der Tiefe", "SOS, SOS, SOS Bermuda Dreieck" (beide 1977), "Die Außerirdischen" (1979), "Head On" (1980), "Straße der Ölsardinen" (1982), "Lovesick - Der liebeskranke Psychiater" (1983) und "Momo" (1985).
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