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Geboren in Armut als jüngstes Kind eines unbedeutenden polnischen Opernsängers sammelt Kinski erste Bühnen-Erfahrungen als Kriegsverwundeter in einem britischen Gefangenenlager. Diese Eindrücke nahm er bei seiner Entlassung mit und verschrieb sich bis auf einige frühe Filme (1948 "Debüt: Morituri", 1951: "Entscheidung vor Morgengrauen", 1954: "Kinder, Mütter und ein General", 1954: "Ludwig II. - Glanz und Elend eines Königs") der Theaterarbeit. Mit seiner Ausstrahlung war er wie geschaffen für Rollen als Schurke und psychopatischer Bösewicht, ab 1960 gehört er folgerichtig in einer Reihe von Edgar Wallace-Filmen zur Idealbesetzung.
1964 siedelt Kinski nach Rom über und schafft den Sprung in die Besetzungslisten großer Filme unter prominenter Regie: "Doktor Schiwago" (1965, Regie: David Lean) oder wie die Italo-Western "Für ein paar Dollar mehr" (1965, Regie: Sergio Leone) und Sergio Corbuccis Kopfgeldjäger-Abenteuer "Leichen pflastern seinen Weg" (1968). Kinski wird der Furcht einflößende Bösewicht vieler weiterer Wildwest- und Agentenfilme. Einen weiteren Schub an die Spitze des großen Kinos erhielt Kinskis Karriere durch die Zusammenarbeit mit Regisseur Werner Herzog. In den Titelrollen von "Aguirre, der Zorn Gottes" (1972), "Nosferatu - Phantom der Nacht" (1978), "Woyzeck" (1979) und "Fitzcarraldo" (1981) zeigt Kinski seine bis dahin wohl eindrucksvollsten schauspielerischen Leistungen auf der Leinwand.
1987 ist Kinski noch einmal unter Werner Herzog in der blutrünstigen Verfilmung "Cobra Verde" zu sehen. Dazwischen fallen mehrere französische und italienische Produktionen. 1989 startet er - erstmals unter eigener Regie - sein Projekt "Paganini". Rund 200 Rollen hat der Schauspieler Kinski verkörpert. 1999 brachte Herzog mit "Mein liebster Feind" ein Porträt Kinskis in die Kinos, in dem das besondere Verhältnis der beiden noch einmal reflektiert wird. Kinski ist der Vater des Schauspielers Nikolai Kinski und der beiden Schauspielerinnen Nastassja und Pola Kinski, die im Januar 2013 in einem Interview mit dem Magazin "stern" erstmals öffentlich machte, dass ihr Vater gewälttätig gewesen sei und sie bis zum 19. Lebensjahr regelmäßig sexuell missbraucht habe.