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Hässlich, aber sehr erfolgreich 

Willem Dafoe (Seite 2)
- Geboren am Sonntag, 22. Mai 1955
- Geboren in Appleton, Wisconsin, USA
Unvergessen bleibt auch Dafoes psychotischer schwarze Engel Bobby Peru in David Lynchs radikalem Roadmovie "Wild at Heart" (1990), das 1990 in Cannes die Goldene Palme gewann. Seine gekonnte Vorstellung als trübsinniger und schlafloser Dealer an der Seite von Susan Sarandon in Paul Schraders "Light Sleeper" konnte den Kriminalfilm allerdings nicht retten. Ein solider Thriller ist dagegen Roger Donaldsons Regiearbeit "White Sands - Der große Deal" (1992), in dem Dafoe den Sheriff Ray Dolezal verkörpert, der mitten in der Wüste einen ungewöhnlichen Mordfall aufklären soll.Willem Dafoe in der Vampir-Action "Daybreakers" 
Dass Dafoe auch kleineren Produktionen gegenüber aufgeschlossen ist. zeigte er im Jahr darauf als Emit Flesti in Wim Wenders Berlin-Parabel "In weiter Ferne, so nah!" (1993), während er mit Phillip Noyces Harrison Ford-Streifen "Das Kartell" (1994) ins Genre des Actionthrillers zurückkehrte. Seine Vielseitigkeit stellte Dafoe noch im gleichen Jahr erneut in Anna Maria Tatòs melodramtischen Kostüm-Liebesreigen "Die Nacht und der Augenblick" als Baron und Casanova unter Beweis, ebenso wie in Anthony Minghellas opulent in Szene gesetztem und mit neun Oscars ausgezeichneten Melodram "Der englische Patient" (1996) an der Seite von Ralph Fiennes und Juliette Binoche. "Basquiat" (1996) hingegen ist ein gute besetzte, aber filmisch nicht überzeugende Künstlerbiographie von Julian Schnabel, während Paul Schraders "Der Gejagte" (1997) ein Familiendrama mit Nick Nolte, Sissy Spacek und James Coburn ist. Nach seiner Rolle in Abel Ferraras Sciencefiction "New Rose Hotel" als Partner von Christopher Walken - hier soll er mit Hilfe eines Callgirls (Annabella Sciorra) einen berühmten Pharmakollogen für ein Konkurrenzunternehmen abwerben -, konnte er an der Seite von Harvey Keitel Paul Austers Regiedebüt "Lulu on the Bridge" (1998) mit Hilfe von Mira Sorvino und Gina Gershon zwar halbwegs retten, doch als gelungen kann man dieses Mystery-Drama nicht bezeichnen.
Trailer "Shadow of the Vampire"
Besonders git ist Willem Dafoe danach wieder in Troy Duffys "Der blutige Pfad Gottes" (1999), eine blutige Mischung aus Gangsterballade, Thriller und Farce, in der er als exzentrischer FBI-Mann ein Killertrio jagt, das glaubt, im Auftrag Gottes zu handeln. Als er ihre "Misson" erkennt, hilft er ihnen sogar ... Weniger gelungen war dann allerdings wieder David Cronenbergs Sciencefiction-Thriller "eXistenZ" (1999) mit Jennifer Jason Leigh und Jude Law. In die Rolle eines Killer-Jägers schlüpfte Dafoe erneut in Mary Harrons Drama "American Psycho", und in "Auto Focus" (2002, erneut unter der Regie von Paul Schrader) war er der seltsame Videotechniker John Carpenter, der den überaus erfolgreichen TV-Star Bob Crane (Greg Kinnear) in den Sechzigerjahren dazu überredet, seine sexuellen Fantasien auszuleben und auf Video festzuhalten. Dagegen war er in Robert Rodriguez' wenig überzeugendem Abschluss der Mexiko-Trilogie "Irgendwann in Mexico" (2003) (nach "El Mariachi" und "Desperado") lediglich in einer kleinen Nebenrolle als Barillo. zu sehen. Regisseur Pieter Jan Brugge besetzte Dafoe danach als Kidnapper von Robert Redford in "Anatomie einer Entführung" (2004), seinen Auftritt in der belanglosen Abenteuerkomödie "Die Tiefseetaucher" hätte sich Dafoe dagegen sparen können.
Viel besser war Martin Scorseses "Aviator", ein Mix aus Drama und Biopic (alle 2004) um den legendären Multimillionär Howard Hughes, der von Leonardo DiCaprio grandios verkörpert wurde, "xXx 2 - The Next Level" (2005), der Actioner von Lee Tamahori, war dagegen ein unlogisch-idiotischen Spektakel. Lars von Triers Drama "Manderlay" (2005) ist kaum mehr gelungen, doch die Bekanntschaft mit dem Regisseur brachte Dafoe die Rolle in des Mannes in dessen umstrittenen Skandalwerk "Antichrist" (2008) ein, für das Dafoe mit dem dänischen Bodil-Award als bester männlicher Hauptdarsteller ausgezeichnet wurde. Zuvor sah man Dafoe allerdings noch als Ermittler in Spike Lees überaus überzeugend inszenierten Thriller "Inside Man" (2006),
Und selbst in schwachen Filmen, die man rasch vergessen möchte, bringen seine Darstellung, seine Kraft und Intensität etwas Besonderes ein. So steuerte er als Partner von Sandra Bullock in Jan de Bonts "Speed II" (1997) als psychopathischer Computerfreak das von ihm gekaperte Karibikschiff auf Kollisionskurs mit einem Tanker, in Mark Peploes "Victory" (1995) nach Joseph Conrad war er ein zwielichtiger Abenteurer mit dunkler Vergangenheit. Anders als die meisten amerikanischen Stars äußert er sich über die Arbeiten, für die er auf Promotiontour unterwegs ist, eher ausweichend, dennoch stellt er sich immer hinter seine Arbeit und seine Regisseure, selbst wenn er damit unzufrieden sein muss - wie etwa als Liebhaber von Madonna in dem desaströsen Thriller "Body of Evidence" (1992).
Dafoe hat oft erklärt, dass er keine Rolle nur wegen der Gage annimmt, wohl aber Konzessionen zu machen bereit ist, um von Zeit zu Zeit auf der Leinwand präsent zu sein; das müsse man, um nicht in Vergessenheit zu geraten. Der beliebte Schauspieler hatte sich in den letzten Jahren im Kino rar gemacht, dafür war der Sohn eines Chirurgen und einer Krankenschwester viel auf der Bühne präsent. Deutsche Zuschauer konnten ihn auch bei einem Gastspiel in Berlin als Heizer Yank in Eugene O'Neills aufregendem Einakter "Der haarige Affe" sehen. Jahrzehnte lang war Dafoes ehemalige Lebensgefährtin Elizabeth LeCompte die bevorzugte Regisseurin seiner Bühnenarbeit. Gemeinsam mit Kollegen, die zugleich Freunde sind, betreiben sie die "Wooster Group". Seit 2005 ist Dafoe mit der 20 Jahre jüngeren italienischen Regisseurin, Drehbuchautorin und Schauspielerin Giada Colagrande verheiratet.
Weitere Filme mit Willem Dafoe: "Mr. Ripley und die Kunst des Tötens" (alle 2005), "American Dreamz - Alles nur Show", "Paris, je t'aime" (alle 2006), "Mr. Bean macht Ferien" (2007), "Zurück im Sommer", "Ein Leben für das Leben - Adam Resurrected" (beide 2008), "Dust of Time", "Mitternachtszirkus - Willkommen in der Welt der Vampire", "Daybreakers" (alle 2009), "Der fantastische Mr. Fox" (Sprecher im Original, alle 2009).
Foto: Sunfilm Entertaiment
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