Alan Ladd

Brandon de Wilde bewundert Alan Ladd in "Mein großer Freund Shane" Vergrößern
Brandon de Wilde bewundert Alan Ladd in "Mein großer Freund Shane"
Alan Walbridge Ladd
Geboren: 03.09.1913 in Hot Springs, Arkansas, USA
Gestorben: 29.01.1964 in Palm Springs, Kalifornien, USA

Er ist der schöne Junge, etwas blass, ein Milchgesicht, und so sehr man ihn im Paramount-Studio auch zu einem zweiten Humphrey Bogart machen will, er steht stets in der zweiten Reihe. In "Die Narbenhand" (1941, Regie: Frank Tuttle) spielt er zum ersten Mal an der Seite von Veronica Lake, und die beiden gelten als das Traumpaar Hollywoods, bis Bogart und Lauren Bacall sie ablösen.

Ladd spielt, in Trenchcoat und mit breitem Hut, den professionellen Killer Philip Raven, der melancholisch und unauffällig seine Auftragsarbeiten verrichtet, Veronica Lake ist Ellen Graham, das blonde Gift an seiner Seite. Unter der Regie von Stuart Heisler entsteht 1942 "Der gläserne Schlüssel" eine hervorragende Verfilmung eines Romans von Dashiell Hammett. Der Film ist für damalige Verhältnisse ungewöhnlich brutal, und unvergessen ist die Szene, in der Alan Ladd von William Bendix aufs Übelste misshandelt wird. Es ist übrigens im Film zu sehen, dass Bendix bei den Dreharbeiten nicht immer daneben geschlagen hat.

Ladd spielt in "Der gläserne Schlüssel" die rechte Hand eines Politikers, der den Mord am Sohn des einflussreichen Mannes aufklären soll. Er stellt fest, dass die Tochter des Politikers selbst den Verdacht auf den - in Wirklichkeit schuldigen - Vater gelenkt hat. Zwischen Veronica Lake und Alan Ladd knistert es spürbar, die erotische Spannung zwischen den beiden ist von Drehbuchautor Jonathan Latimer hinzugedichtet, gibt dem Film aber einen zusätzlichen Reiz.

Vier Jahre später stehen Ladd und Lake in "Die blaue Dahlie" erneut gemeinsam vor der Kamera. Das Drehbuch schrieb Raymond Chandler: Ein Kriegsheimkehrer ertappt seine Frau mit einem anderen. Als sie ermordet aufgefunden wird, steht er natürlich unter Verdacht. Er taucht unter und trifft auf die Ex-Frau des Liebhabers, ein blondes Biest von kalter Gefährlichkeit. 1947 spielen Ladd und Lake in Leslie Fentons Gangsterfilm "Schmuggler von Saigon" das letzte Mal gemeinsam.

Alan Ladd ist der harte sensible Held vieler Abenteuerfilme und Western. 1949 hat er großen Erfolg als "Der große Gatsby" von Elliott Nugent nach F. Scott Fitzgeralds Roman. Den Höhepunkt seiner Karriere erreicht er 1953 mit dem Edelwestern "Mein großer Freund Shane" von George Stevens. 1963 entsteht unter der Regie von Edward Dmytryk "Die Unersättlichen" nach Harold Robbins' Roman "The Carpetbaggers". Der Film ist ein so großer Erfolg, dass man eine Fortsetzung plant. Nevada Smith, den Alan Ladd spielt, soll der Held sein, John Michael Hayes schreibt das Drehbuch. Doch bevor Henry Hathaway mit den Vorbereitungen zu dem Film anfangen kann, stirbt Alan Ladd. Das Projekt wird verschoben, Steve McQueen übernimmt die Titelrolle in dem Nevada Smith.

Die Umstände von Ladds Tod sind diffus: Er stirbt eineinhalb Jahre nach einem verzweifelten Selbstmordversuch an einer Überdosis Sedativa gemischt mit Alkohol. Er ist der Vater von Alan Ladd, Jr., David Ladd und der früheren Kinderdarstellerin Alana Ladd. Manche Filmhistoriker glauben, dass er das Vorbild für Alain Delons Killer Jeff Costello aus Jean Pierre Melvilles Meisterwerk "Der eiskalte Engel" (1967) war. Einen letzten Filmauftritt hatte Ladd (und mit ihm Veronica Lake) postum in der köstlichen Film-Noir-Parodie "Tote tragen keine Karos" (1981) von Carl Reiner. Indem der Regisseur Material aus "Die Narbenhand" mit nachgedrehten Szenen um Komiker Steve Martin verschnitt, erzielte er köstliche Effekte und demonstrierte nebenbei die Manipulierbarkeit von Filmbildern.

Weitere Filme mit Alan Ladd: "Citizen Kane" (1941), "Der Todesverächter" (1948), "Das Brandmal" (1950), "Die Hölle der roten Berge" (1951), "Im Banne des Teufels" (1952), "Hölle unter Null", "Schiff der Verurteilten" (beide 1953), "Der einsame Adler vom Last River", "Saskatschewan" (beide 1954), "Blutige Straße", "Starfighter Tiger", "Wolkenstürmer" (alle 1955), "Der Knabe auf dem Delfin", "Geheime Fracht", "Herrscher über weites Land" (alle 1956), "Der stolze Rebell", "Durchbruch bei Morgenrot", "Geraubtes Gold" (alle 1958), "Das tödliche Netz" (1959), "Vergeltung ohne Gnade" (1960), "Die verlorene Legion" (1961) und "Der Tiger ist unter uns" (1962).

Zur Filmografie von Alan Walbridge Ladd
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