Bud Spencer

Blickt auf eine lange Karriere zurück: Bud Spencer. Vergrößern
Blickt auf eine lange Karriere zurück: Bud Spencer.
Fotoquelle: vipflash/shutterstock.com
Carlo Pedersoli
Geboren: 31.10.1929 in Neapel, Kampanien, Italien
Gestorben: 27.06.2016

Wo er hingehauen hat, da wuchs kein Gras mehr. Fäuste wie Dampfhämmer, eine Figur wie ein Sumo-Ringer, und immer coole Sprüche - das waren die Markenzeichen von Bud Spencer, der mit bürgerlichem Namen Carlo Pedersoli heisst. Der vollbärtige Star besitzt einen Doktortitel in Jura, zwei Charterfluggesellschaften, eine Fast-Food-Kette und eine Kindermodenfabrik.

"Zeit habe ich nie. Jedenfalls nicht, um mich aufs Sofa zu legen", brummelte der Mann, der auch in den wildesten Raufereien in rund 75 Filmen immer ruhige Gelassenheit ausstrahlte. Zum Film kam Carlo Pedersoli durch Zufall. Als 22-Jähriger war er ein gertenschlanker und durchtrainierter Schwimmer, italienischer Meister über 100 Meter Freistil und nahm 1952 und 1956 an den Olympischen Spielen teil. Nach Studium und Promotion trieb ihn zunächst die Abenteuerlust von der Heimat fort: Pedersoli war ein Jahr lang Vorarbeiter beim Bau der Panamericana in Mittelamerika.

Zurück in Italien lockte ihn fürs erste weniger die Schauspielerei als vielmehr die Musik. Für eine Plattenfirma komponierte er Schlager, die etwa Rita Pavone sang, dann machte er sich mit einer Produktionsfirma selbständig. Was viele nicht wissen, bereits 1962 spielte er in Luchino Viscontis starbesetztem Gesellschaftsporträt "Der Leopard" (1962) eine kleine Nebenrolle an der Seite seines späteren Dauerpartners Terence Hill.

"Die Ehefrau des Regisseurs Giuseppe Colizzi erkundigte sich eines Tages bei meiner Frau, ob ich immer noch groß und dick sei", erinnerte sich Pedersoli an den Tag, als aus ihm Bud Spencer wurde. Für den Namen entschied er sich übrigens, weil sein Lieblingsschauspieler Spencer Tracy ist und sein US-Lieblingsbier das "Budweiser". Die Folge: Seine erste Hauptrolle neben Terence Hill in dem Italo-Western "Gott vergibt - Django nie!" (1967). Bei diesem insgesamt recht brutalen Film entdeckten die Produzenten das komische Potential des Duos und veranlassten, dass man für sie ein Drehbuch schreiben solle, das ganz und gar auf sie zugeschnitten war. Aus diesem Skript wurde dann "Die rechte und die linke Hand des Teufels" (1969). So kamen die so genannten Trinity-Filme in die Welt. Ihr Markenzeichen: Freche Wortgefechte und unblutige Prügeleien.

Seit 1974 machte Bud Spencer mit den "Plattfuß"- und "Buddy"-Filmen auch Solokarriere. Die Figur des Plattfuß - Kinderfreund und Gangsterschreck - brauchte immer nur zwei Waffen, um sein Ziel zu erreichen: erstens Köpfchen und zweitens Fäuste. Der Humor, den er ausstrahlte und die Aktionen, die sein Publikum mitrissen, wären nicht denkbar gewesen, hätte sich Bud Spencer mit Pistolen und Gewehren aufgerüstet, um sich den Gegnern zu stellen. Die tatsächliche Unterlegenheit gegenüber den Bösewichtern, sowie sein Witz, gepaart mit Gutmütigkeit und Kraft machte seine Erfolge erst so imposant und strahlend.

Für einige seiner Filme hat Bud Spencer auch das Drehbuch geschrieben (u.a. "Banana Joe", 1981), für die TV-Serie "Jack Clementi" komponierte er auch die Titelmelodie und nebenbei hat er auch einige nützliche Dinge erfunden. Zwölf hat er sich patentieren lassen, darunter auch eine Einwegzahnbürste für die Reise.

Bis zu seinem Tod im Alter von 86 Jahren lebte Spencer, der infolge einer Entzündung fast sein Augenlicht verloren hatte, in Rom, wo er im April 2005 für die rechte Berlusconi-Partei "Forza Italia" kandidierte, von den Bürgern Lazios allerdings nicht gewählt wurde.

Weitere Filme mit Bud Spencer: "In einem anderen Land" (1957), "Hannibal" (1959), "Zwei vom Affen gebissen" (1967), "Vier für ein Ave Maria", "Der Dicke ist nicht zu bremsen", "Heute ich ... morgen du!", "Die letzte Rechnung zahlst du selbst" (alle 1968), "Die fünf Gefürchteten", "Hügel der blutigen Stiefel" (beide 1969), "Freibeuter der Meere", "Vier Fäuste für ein Halleluja", "Der Dicke in Mexiko" (alle 1971), "Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle", "Der Dicke und das Warzenschwein", "Auch die Engel essen Bohnen" (beide 1972), "Sie nannten ihn Plattfuß", "Zwei wie Pech und Schwefel" (beide 1973), "Zwei Missionare" (1974), "Hector, der Ritter ohne Furcht und Tadel", "Plattfuß in Hongkong" (beide 1975), "Zwei außer Rand und Band", "Charleston - Zwei Fäuste räumen auf" (beide 1976), "Plattfuß in Afrika" (1977), "Zwei sind nicht zu bremsen", "Der Große mit seinem außerirdischen Kleinen" (beide 1978), "Plattfuß am Nil", "Sie nannten ihn Mücke", "Das Krokodil und sein Nilpferd" (alle 1979), "Buddy haut den Lukas", "Eine Faust geht nach Westen" (beide 1980), "Zwei Asse trumpfen auf" (1981), "Der Bomber", "Bud, der Ganovenschreck", "Zwei bärenstarke Typen" (alle 1982), "Vier Fäuste gegen Rio" (1984), "Die Miami Cops" (1985), "Aladin (1986), "Jack Clementi - Anruf genügt: Der Clan der Fälscher", "Jack Clementi - Anruf genügt: Der große Coup", "Jack Clementi - Anruf genügt: Der Tod fährt Achterbahn", "Jack Clementi - Anruf genügt: Im Netz der Drogenmafia" (alle 1988), "Jack Clementi - Anruf genügt: Falsches Spiel", " Jack Clementi - Anruf genügt: Strahlen des Todes", (1989), "Zwei Supertypen in Miami: Die Formel des Todes" (1989), "Zwei Supertypen in Miami - Die Schöne mit dem kleinen Tick", "Zwei Supertypen in Miami: Der Kleine mit der großen Klappe", "Zwei Supertypen in Miami: Der Kindermörder", "Zwei Supertypen in Miami: Extralarge gegen Tod und Teufel", "Zwei Supertypen in Miami: Miami Killer", "Zwei Supertypen in Miami: Tödliches Spiel" (alle 1991), "Zwei Supertypen in Miami: Der Herr der Sonne" (1992), "Zwei Supertypen in Miami: Der Schatten des Ninja", "Zwei Supertypen in Miami: Die Rache des Gonzales", "Zwei Supertypen in Miami: Extra Large und die Indianer", "Zwei Supertypen in Miami: Geheimoperation Condor", "Zwei Supertypen in Miami: Heiße Diamanten" (alle 1993), "Die Troublemaker" (1994), "Zwei Engel mit vier Fäusten: Schwere Jungs", "Zwei Engel mit vier Fäusten: Falsche Dollars", "Zwei Engel mit vier Fäusten: Die Abrechnung", "Zwei Engel mit vier Fäusten: Auf und davon", "Zwei Engel mit vier Fäusten: Alles Gute kommt von oben" (alle 1996), "To the Limit" (1997), "Söhne des Windes" (2000), "Mord ist mein Geschäft, Liebling" (2008).


Zur Filmografie von Carlo Pedersoli
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