Diether Krebs

Schauspieler Diether Krebs: "Ich bin der Martin, ne..." Vergrößern
Schauspieler Diether Krebs: "Ich bin der Martin, ne..."
Diether Krebs
Geboren: 11.08.1947 in Essen, Deutschland
Gestorben: 04.01.2000 in Hamburg, Deutschland

In der Siebzigern gab er in der erfolgreichen Serie "Ein Herz und eine Seele" den sozialdemokratischen Schwiegersohn von Ekel Alfred - gerne mal im Unterhemd, die Bierflasche stets griffbereit. Und wenn die "Soko 5113" auf Verbrecherjagd ging, war er als Diether Herle dabei - stolze 100 Folgen lang. In "Rudi's Tagesshow" und "Sketch Up" brachte er die Menschen zum Lachen, als der Begriff "Comedy" in Deutschland noch ein Fremdwort war. Dass Diether Krebs beim Fernsehpublikum unvergessen ist, verwundert da keinesfalls.

An seinem Humor scheiden sich jedoch noch heute die Geister. Ungeachtet dessen gehört der mollige Ruhrpöttler aus Essen neben Rudi Carrell und Dieter Hallervorden zu den beliebtesten TV-Ulknudeln Deutschlands. "Faul und genußsüchtig", so sah er sich nach eigener Auskunft, doch das passte eher zum Klischee des "dicken hässlichen Deutschen".

Tatsächlich ging der gelernte Schauspieler (Folkwang-Hochschule, Essen) bei vielen als Workaholic durch, der als Perfektionist in Werbespots, als Schauspieler, Sänger ("Ich bin der Martin, ne..."), als Texter (schrieb Herbert Grönemeyers "Currywurst"-Song), Produzent und Regisseur wirkte. Diese Vielseitigkeit stellte Krebs in zahlreichen Fernsehspielen und Serien unter Beweis: "Der Alte", "Traumschiff", "Schöne Ferien", "Tatort - Alles umsonst" (1979 jüngster Tatort-Kommissar, doch nach einer Folge war Schluss), "Hotel Paradies", "Geschichten aus der Heimat", "Polizeiruf 110".

Seinen Durchbruch jedoch markierte 1974 "Ein Herz und eine Seele", als stets herumlungernder Michael prägte Krebs über Nacht den etwas abstoßenden, prolligen "Juso"-Faulenzer-Typen. Dieser Figur ist Krebs später in seinen äußert erfolgreichen Comedyserien "Sketchup" (zunächst mit Beatrice Richter, später mit Iris Berben und "Voll daneben" treu geblieben. Beide Formate wurden seit Anfang der Achtzigerjahre produziert.

1991 verselbständigte sich dann eine seiner komischen TV-Figuren: Der Singsang des pseudo-alternativen Martin stürmte die deutsche Hitparade: "Ich bin der Martin, ne" war wochenlang die Nummer Eins. Seit 1996 moderierte, spielte und sang Krebs nicht zuletzt für die MDR-Silvestershow. Mit der RTL-Comedy "Rost" erlitt Krebs 1993 allerdings Schiffbruch. Ende September 1998 betrat Krebs Neuland. Zum ersten Mal ging er mit der Figur des "Herrn Krups" auf Deutschland-Tour. Berlin (Start) und 50 weitere Stationen standen im Terminkalender.

(Bescheidenes) Kino hat Krebs natürlich auch gemacht: 1991 die Komödie "Go Trabi, go", 1995 die Satire aufs Schlagergeschäft "King of Evergreen", 1991 die Katastrophenfilm-Satire "Moebius", 1974 das Drama "Die Eiszeit", 1970 die Komödie "Die tollkühnen Penner" (Alternativtitel: "Mit Cadillac und Bettelsack"), 1999 seine wohl beste Rolle in der Krimikomödie "Bang Boom Bang - Ein todsicheres Ding".

Krebs schaute dem Volk "aufs Maul" und ließ sich nicht verbiegen. Von Freunden und Kollegen wie etwa Dieter Pfaff wurde er als sensibel, ehrlich, exakt in der Arbeit, großmütig, manchmal laut beschrieben. Ein Arbeitstier eben. Und seine weiblichen Kollegen bezeichnen gern ihn als "Charme-Bolzen".

Seine letzten TV-Auftritte hatte der Komiker an der Seite des belgischen Kollegen Carry Goossens in der SAT.1-Comedy-Serie "Der Dicke und der Belgier". Sie wurde 1998 mangels Quote eingestellt. Diether Krebs erlag im Alter von nur 52 Jahren einem Krebsleiden. Er hinterließ eine Frau (Heirat 1979) und zwei Kinder.

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