Erich Maria Remarque

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Bis zu seinem Bestseller "Im Westen nichts Neues" vollkommen unbekannt: Erich Maria Remarque
Erich Paul Remark
Geboren: 22.06.1898 in Osnabrück, Deutschland
Gestorben: 25.09.1970 in Locarno, Schweiz

Erich Maria Remarque gehört zu den erfolgreichsten deutschsprachigen Roman-Autoren unseres Jahrhunderts. Seine Bücher erreichten Millionenauflagen und wurden in zahlreichen Sprachen übersetzt. Seinen Weltruhm begründete er mit der fiktiven Aufarbeitung seiner Erlebnisse im Ersten Weltkrieg, dem Bestseller "Im Westen nichts Neues". In nur wenigen Monaten erreichte dieses 1929 erschienene Buch riesige Auflagen. Keinem anderen deutschen Roman gelang es, solche Verkaufszahlen zu erringen. Die erschütternde Geschichte wurde bereits Im Westen nichts Neues von Lewis Milestone und Im Westen nichts Neues von Delbert Mann verfilmt. Der bis zu diesem Zeitpunkt völlig unbekannte Autor wurde über Nacht einer der meistdiskutierten und umstrittenen Schriftsteller der späten Weimarer Republik.

Vor allem nationalistische und rechtsradikale Parteien machten sein Antikriegsbuch zu einem öffentlichen Thema. Seine Jugend verbrachte Remarque norddeutschen Osnabrück mit seinen Schwestern Erna und Elfriede aufwuchs. Schon früh wurde Remarque mit Büchern konfrontiert, denn sein Vater Peter Franz Remark übte das Handwerk des Buchbinders aus. Nach seiner Schulzeit besucht Remarque das katholische Lehrerseminar und veröffentlicht im Juni 1916 mit "Aus der Heimat" eine erste Geschichte im Osnabrücker "Heimatfreund". Im November wird er zur Armee einberufen, ein halbes Jahr später hat er einen ersten Einsatz an der Westfront. Am 31. Juli 1917 wird Remarque durch einen Granatsplitter verwundet und liegt deshalb bis November 1918 in einem Lazarett in Duisburg.

Seit 1918 schreibt Remarque Gedichte, Kurzgeschichten und Reiseskizzen, ab 1919 setzt er seine Lehrerausbildung fort. 1920 erscheint sein Künstlerroman "Die Traumbude, zwei Jahre später verläßt Remarque Osnabrück und geht als Werbetexter und Redakteur zu den Continental-Gumminwerken nach Hannover. 1924 zieht es Remarque nach Berlin, dort arbeitet für "Sport im Bild" und eine Vielzahl weiterer Zeitungen. 1925 heiratet er seine erste Frau Ilse Jutta Zambona, von der sich allerdings schon 1930 wieder scheiden läßt. Und dann erscheint der Roman, der ihn weltberühmt macht: "Im Westen nichts Neues". Und als die Verfilmung von Lewis Milestone am 4.12.1930 in Berlin Premiere feiert, kommt es zu ersten massiven Störungen durch nationalsozialistische SA-Schläger unter der Leitung des späteren Reichspropagandaministers Josef Goebbels.

Für Remarque ist dies das Zeichen, Deutschland zu verlassen, 1931 kauft er am Lago Maggiore die "Casa Monte Tabor" in Porto Ronco/Tessin. Der Schriftsteller sollte mit seiner Entscheidung Recht behalten haben: Am 10. Mai 1933 werden seine Bücher in Berlin öffentlich verbrannt. Nach längeren Reisen in Frankreich, Österreich und Italien erscheint 1938 sein Roman "Drei Kameraden". Als Remarque im Sommer 1938 aus dem deutschen Reich ausgebürgert wird, geht er knapp ein Jahr später - inzwischen ist er das zweite Mal mit Ilse Jutta Zambona verheiratet - in die USA ins Exil. Bis einsachließlich 1943 lebt er in Los Angeles, danach in New York. In dieser Zeit erscheint auch sein Roman "Liebe deinen Nächsten" (1941). Kurz nach dem Wohnsitzwechsel nach New York erhält Remarque eine schreckliche Nachricht: Sein Schwester Elfriede wird am 16. Dezember 1943 wegen "Wehrkraftzersetzung" von Volksgerichtshof-Präsident Freisler zum Tode verurteilt und in Berlin-Plötzensee hingerichtet.

Für ihn auch ein Grund, 1944 eine Schrift über die Möglichkeiten und Methoden der politischen Erziehung der Deutschen nach dem Zusammenbruch des Faschismus für den Amerikanischen Geheimdienst zu schreiben ("Practical Educational Work in Germany after the War"). Ein Jahr später erscheint der Roman "Arc de Triomphe", die Geschichte eines emigrierten deutschen Chirurgen in Paris, der sich in seinem Leben auf nichts mehr einlassen will, schließlich aber doch der Liebe erliegt. Das Buch wurde Remarques größter Erfolg nach "Im Westen nichts Neues" und wurde 1948 von Lewis Milestone verfilmt. 1947 erwirbt der Schriftsteller die US-Staatsbürgerschaft und kehrt 1948 nach Europa zurück. Doch er ist heimatlos, pendelt zwischen Porto Ronco und New York hin und her. 1952 dann erscheint sein KZ-Roman "Der Funke Leben", 1954 folgt "Zeit zu leben und Zeit zu sterben".

Im gleichen Jahr stirbt Remarques Vater, zur Beerdigung kehrt er nach Osnabrück zurück. Anfang 1955 reist Remarque nach Wien, wo er die Dreharbeiten zu Georg Wilhelm Pabsts "Der letzte Akt" beobachtet, denn Pabst inszeniert nach seinem Drehbuch. Im drauffolgenden Jahr erscheint sein nächster Roman "Der schwarze Obelisk. Geschichte einer verspäteten Jugend". 1957 reist Remarque nach Berlin, denn dort dreht Douglas Sierk nach einem Drehbuchentwurf von ihm "Zeit zu leben und Zeit zu sterben", in dem Remarque auch eine Nebenrolle spielt. Inzwischen ist der Schriftsteller das zweite Mal von seiner Frau Ilse Jutta Zambona geschieden und heiratet am 25. Februar 1958 die US-Schauspielerin und Ex-Chaplin-Ehefrau Paulette Goddard. Drei Jahre später erscheint sein Roman "Der Himmel kennt keine Günstlinge" und 1963 "Die Nacht von Lissabon". Es soll seine letzte Veröffentlichung bleiben, erst nach seinem Tod bringt Paulette Goddard-Remarque den Roman "Schatten im Paradies" heraus. Seine letzte Ruhe fand Erich Maria Remarque auf dem Bergfriedhof in Ronco.

"Als wäre alles das letzte Mal" ist der Titel einer Biographie, die Wilhelm von Sternburg über Erich Maria Remarque verfaßt hat und die vor kurzem im Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln, erschienen ist.

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