Fernando Trueba studierte zunächst Computergrafik an der Fakultät für Informatik in Madrid, dann wurde er Filmkritiker, unter anderem für die international bekannte Tageszeitung "El Pais". 1974 drehte er als Regisseur, Kameramann und Drehbuchautor den fünfminütigen Kurzfilm "Oscar y Carlos". Bis 1980 folgten weitere Kurzfilme.

Mit "Erste Werke" gab Trueba 1980 sein Regiedebüt beim Langfilm: Ein nicht besonders verantwortungsvoller Journalist trifft nach längerer Zeit seine jüngere Cousine wieder und verliebt sich in sie. Doch in der Beziehung gibt es ständig Zoff. Das sympathische Werk wird zu einem kleinen internationalen Erfolg und läuft 1982 auch erstmals in Deutschland, allerdings nur in einer TV-Premiere.

Auf den Dokumentarfilm "Mientras el cuerpo aguante" (1982) folgen weitere Komödien, die hierzulande nie zu sehen waren: "Óscar y Carlos 82" (1982), der auf seinem Kurzfilm basiert, "Sal gorda" (1983) und "Sé infiel y no mires con quién" (1985). In Deutschland gelaufen ist "Das Jahr der Aufklärung" (1986). Die Handlung spielt im faschistischen Spanien der 40er Jahre und zeigt das sexuelle Erwachen eines Sechzehnjährigen, der deshalb mit den gestrengen Internatsleitern in Konflikt gerät. Auch bei diesem ernsten Stoff arbeitet Trueba mit den Mitteln der Karikatur.

"Twisted Obsession" (1989) war dagegen ein ambitionierter erotischer Thriller, bei dem Trueba erstmals mit einer internationalen Starbesetzung arbeitete. Die Hauptrollen spielten Jeff Goldblum und Miranda Richardson.

Zwischenzeitlich produzierte Trueba auch fleißig für das spanische Fernsehen die Reihe "Die Frau deines Lebens", für die er die Episode "Die Unerwartete" auch selbst inszenierte. Dann landete er 1992 mit "Belle Epoque - Saison der Liebe", einer weiteren Episode aus dem Franco-Spanien, den großen Überraschungserfolg. Die sommerlich leichte Komödie um einen Deserteur, der in den 30er Jahren nacheinander alle vier Töchter eines Freidenkers beglückt, gewann acht Goyas (eine Art spanischer "Oscar"), und zwar in den Kategorien bester Film, beste Regie, beste Hauptdarstellerin (Ariadna Gil), bestes Originaldrehbuch, beste Ausstattung, bester Nebendarsteller, beste Nebendarstellerin und bester Schnitt. Als Sahnehäubchen kam noch ein Oscar obendrauf: 1994 erhielt "Belle Epoque" die begehrte Auszeichnung für den besten nichtenglischsprachigen Film.

1995 drehte Trueba eine Episode zu "Lumière et compagnie", um direkt Dedanach in Hollywood zu arbeiten. Doch sein US-Debüt, die auf nette Art altmodische Dreieckskomödie "Two Much - Eine Blondine zuviel" (1995) mit Antonio Banderas, Daryl Hannah und Melanie Griffith war trotz vieler hübscher Einfälle für den Publikumsgeschmack zu langsam inszeniert. Der Film wurde, außer in Spanien, ein großer Flop. Seither dreht Trueba wieder in Spanien: "Das Mädchen deiner Träume" (1998), "Calle 54" (2000, "El Embrujo deShangai" (2001), "Blanco y negro" (2003), "El milagro de Candeal" (2004), "El baile de la victoria" (2009), "Chico & Rita" (2010), "Das Mädchen und der Künstler" (2012).

Außerdem hatte Trueba 1998 auch zwei Auftritte als Schauspieler: in "Torrente, el brazo tonto de la ley" und "Spanish Fly".