Franka Potente

Franka Potente
Geboren: 22.07.1974 in Dülmen, Westfalen, Deutschland

Franka Potente, was für ein kraftstrotzender Name. Bereits Wochen vor dem Kinostart von Tom Tykwers Berlin-Hatz "Lola rennt" war die Lehrerstochter (1994 Abitur) mit ihrer Rolle als rothaarige und überaus laufstarke Lola in aller Munde. Bereits zuvor hatte sie mit Heiner Lauterbach in "Opernball", einer der größten Fernsehhits des Jahres, Aufsehen erregt. Und mit "Lola rennt" kam der große Karriereschub: Lola und Manni sind Anfang 20 und ein Liebespaar. Manni jobbt als Geldkurier für Autoschieber und verliert 100000 Mark, die seinem Chef gehören! Manni ruft seine Liebste an. Die hat eine Idee: Lola rennt.

Frankas Durchbruch war da, als sie in "Nach fünf im Urwald" (1996 Bayerischer Filmpreis) bewies, dass brave Mädchen im Himmel landen, freche Mädchen mitten im Leben. Damit gab sie dem Mythos der Lola ein neues Gesicht. Die Lola in "Der blaue Engel" war 1930 Ausgangspunkt für Marlene Dietrichs Weltkarriere als verruchter Vamp. Max Ophüls' "Lola Montez" (1955) und Rainer Werner Fassbinders "Lola" (1981) gaben der Legende neue Nahrung. Während die Lola der früheren Jahren tänzerisch die Blicke auf sich zog, ist die moderne Lola überaus laufstark. Franka erklärt das so: "Als ich das Buch las, sah ich in der Leidenschaft Lolas das aufregende Lebensgefühl der auslaufenden 90er."

"Die drei Mädels von der Tankstelle" (1996) mit Wigald Boning ist dagegen ein schlechter Scherz. Kein Anruf aus Hollywood startet ihre Kinokarriere, aber der Anfang klingt trotzdem wie im Märchen. "Wäre ich nicht aufs Klo gegangen, säße ich heute nicht hier", erinnert sich Franka an den ungewöhnlichen Karrierestart auf der Damentoilette einer Münchner Szenekneipe, wo die Schauspielschülerin von einer Casting-Agentin angesprochen wurde. In München, wohin Franka als 19-Jährige zog, besuchte sie die Otto-Falckenberg-Schauspielschule, drehte als Ferienjob "Nach fünf im Urwald", brach 1996 die Ausbildung ab und hatte seitdem viele Angebote, meist schlechte, wie sie später einräumte. Das wurde nach "Lola rennt" anders. 1998 sah man sie in Doris Dörries Tragikomödie "Bin ich schön?" neben Iris Berben, Senta Berger, Joachim Król und Uwe Ochsenknecht. 1999 folgte ihr erster Thriller "Anatomie", 2000 drehte sie mit Johnny Depp das Drama "Blow". 2006 schließlich lieferte sie ihr sehenswertes Regiedebüt "Der die Tollkirsche ausgräbt" nach ihrem eigenen Drehbuch.

Weitere Filme mit Franke Potente: "Coming In", "Rennlauf" (beide 1997), "Downhill City" (1998), "Schlaraffenland", "Südsee, eigene Insel" (beide 1999), "Der Krieger und die Kaiserin" (2000), "All I Want", "Die Bourne Identität" (beide 2002) mit Matt Damon", "Blueprint", "Anatomie 2" (beide 2003), "Die Bourne Verschwörung", "Creep" (beide 2004), "Elementarteilchen" (2006), "Unter der Sonne Australiens", "Eichmann" (beide 2007), "La traque", "Che - Guerilla", "Die Brücke" (alle 2008), "Valerie" (2010), "Beate Uhse - Das Recht auf Liebe" (2011).

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Foto: farbfilm

Franka Potente über Taxifahrer, ihren ersten Thriller
und Opis in Kühlfächern

Horror & Liebe in Berlin

Der Harald Juhnke sei zweimal von seinen Kollegen zusammengeschlagen worden. "Weil er nüscht zahln wollte", erzählt der Taxifahrer, der sich Kurtchen nennt, ein Ur-Berliner. Und Udo Lindenberg saß schon derart zugedröhnt in seinem Taxi, dass er das Kassettendeck mit dem Aschenbecher verwechselte.

Götz George hat er mal am Flughafen stehen lassen: "Weil der sich in senem Mantel so arrogant jedreht hat." Und Franka Potente "Kenn ick nüscht. Potente?" Kurtchen lacht. Vielleicht sollte er mal ins Kino gehen: Anatomie heißt Potentes neuer Film. Kurtchen chauffierte Prisma zum Interviewtermin.

Prisma: Welche Erfahrungen hast du schon mit Berliner Taxi-Fahrern gemacht?
Franka Potente: Oh, wunderbare. Ich liebe Berliner Taxifahrer. Ich habe ja jetzt erst mein eigenes Auto, daher bin ich vorher verdammt viel Taxi gefahren. Die Berliner Fahrer sind normalerweise sehr gesprächig und sehr süß. Der letzte, mit dem ich gefahren bin, war der absolute Jazz-Freak und hat mir erzählt, welche Instrumente seine Kinder spielen. Ich hatte meine Geige mit, und so kamen wir auf das Thema.

Prisma: Wenn du das Temperament der Westfalen, der Münchner und der Berliner vergleichst: Wo hast du dich bisher am wohlsten gefühlt?
Potente: In Berlin habe ich eine Heimat gefunden. Ich glaube, dass sich meine westfälische Mentalität am besten mit der berliner verträgt. Das hat mit der münchner nicht so funktioniert.

Prisma: Was hat dir an München nicht gepasst?< br> Potente: Ich mochte die Stadt nicht so gerne. Dieses Grantige und Preußenfeindliche fand ich ziemlich nervig. Berlin ist lebendiger, herzlicher, rauher und ehrlicher. Berlin war schon früher eine Stadt, in der ich immer einen Grund gesucht habe, noch länger zu bleiben.

Prisma: Wo treibst du dich in Berlin so rum?< br> Potente: Ich wohne in Mitte, dem ehemaligen Osten, wo es mir allerdings nicht mehr so richtig gefällt, weil es voller Baustellen ist. Es gibt aber auch total schöne Ecken. Ich mag die Gegend um die Hackeschen Höfe. Da sind schöne kleine Kinos. Am Oranienplatz ist ein gutes Originalfassungskino, der "Würgeengel" und der "Gorgonzola Club", wo ich gerne bin. Eines meiner Lieblingsrestaurants ist "Die Henne" in der Waldemarstraße. Da gibt's die krossesten Hähnchen überhaupt. Mein Freund Tom wohnt in Kreuzberg, deshalb bin ich da auch viel.

Prisma: Mittlerweile mit dem eigenen Auto.
Potente: Ja. Ich hatte vorher mit Taxifahrern lediglich das Problem, dass sich viele im Osten immer noch nicht auskennen. Trotz der netten Erfahrungen hat mich das ständige Taxifahren richtig genervt. Man kann ja auch nicht immer mit der U-Bahn fahren. Ich bin ein Nachtschwärmer und gehe nie vor zwei, drei Uhr ins Bett. Wenn ich zum Beispiel nach Kreuzberg zum Tom fuhr, musste ich dreimal die U-Bahn wechseln, wenn sie denn so spät überhaupt noch ging. Mit meinem Saab 900 bin ich jetzt viel mobiler.

Prisma: Kannst dann nur nichts trinken.
Potente: Och, ein bisschen trinken kann ich immer, und spontan bei meinem Bruder in Friedrichshain vorbeischauen.

Prisma: Was macht der hier?
Potente: Der studiert Medizin in Dahlem.

Prisma: Er konnte dir also bei den Vorbereitungen für "Anatomie" helfen?
Potente: Ja, ich habe mir ein paar Fach-Bücher ausgeliehen und einen kleinen Sektionskurs gemacht. Während der Schulzeit war ich zum Austausch ein Jahr in Amerika und habe Anatomie belegt. Über ein halbes Jahr musste ich eine Katze sezieren.

Prisma: Über ein halbes Jahr? Hat das nicht fürchterlich gestunken?
Potente: Das hat schon von Anfang an fürchterlich gestunken. Vor allem das Fett. Daher musst du zuallererst das ganze Fettgewebe wegsezieren.

Prisma: Fies. Die ganzen Toten im Anatomiesaal und den Kühlregalen sehen in deinem Film ja aus, als würden sie auch nicht gerade duften.
Potente: Stimmt. Aber das waren natürlich Komparsen. Die konnten einem ziemlich leid tun. Das ist Wahnsinn. Zum Teil waren das 80-jährige Opis, die halbnackt in diesen dunklen Fächern liegen mussten. Wir haben teilweise gar nicht mehr dran gedacht, dass da jemand drinliegt.

Prisma: "Anatomie" ist dein erster Horror- Thriller.
Potente: Ja. Das ist ein Genre, das in Deutschland sehr vernachlässigt worden ist. Daher hat mich das auch so interessiert. Unter allen Angeboten war noch nie ein Horror- Film. Bei einem Thriller kann man mal so richtig auf die Kacke hauen.

Prisma: Wie hast du auf die Kacke gehauen?
Potente: Naja, es gibt eben diesen klassischen Showdown. Im Dunkeln kreischend durch die Gegend rennen. Hat tierisch Spaß gemacht.

Prisma: Hast du vor deinem Freund Grimassen geübt?< /i>
Potente: Nein, aber es hat zum Beispiel geholfen, dass jemand beim Dreh mit einem scharfen Skalpell hinter mir her war.

Zur Filmografie von Franka Potente
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