Georges Simenon

Kein Kind von Traurigkeit: Georges Simenon Vergrößern
Kein Kind von Traurigkeit: Georges Simenon
Georges Joseph Christian Simenon
Geboren: 13.02.1903 in Lüttich, Belgien
Gestorben: 04.09.1989 in Lausanne, Schweiz

Als Georges Simenon am 13. Februar 1903 zehn Minuten nach Mitternacht in Lüttich im dritten Stock einer kleinen Wohnung in der Rue Leopold 18 geboren wurde, verkündete sein Vater Desire, ein Versicherungs-Buchhalter, stolz: "Aus dem Jungen wird mal etwas Anständiges." Doch das Leben seines Sohnes lief von Anfang an anders als geplant: Georges' Mutter Henriette, deutsch-flämischer Herkunft, war abergläubisch genug, das Geburtsdatum ihres ersten Kindes (später brachte sie noch Christian zur Welt, der im Zweiten Weltkrieg starb) auf den 12. Februar zurückzudatieren.

Ursprünglich - sicherlich auch, um den Vorstellungen seines Vaters gerecht zu werden - wollte Simenon nach seinem Schulabschluss auf dem Lütticher College Saint-Servais Priester werden, versuchte sich als Konditor-Lehrling und in einer Buchhandlung. Doch als er als 16-Jähriger eher aus Neugier Lokal-Reporter bei der 'Gazette de Liege' wurde (er blieb dort bis 1922), wusste er endlich, was er wirklich wollte: schreiben. 1921 erschien seiner erster Roman "Au Pont des Arches", eine kleine humoristische Milieustudie, betitelt nach der Brücke, über die er jeden Morgen zur Arbeit ging.

Nach Beendung seiner Wehrzeit zog er 1923 auf Wunsch seiner ersten Ehefrau nach Paris um, wo er zunächst als Feuilleton-Redakteur beim "L'oeuvre" und als Sekretär tätig war, dann aber seinen Lebensunterhalt als freier Schriftsteller bestritt. Zunächst ganz aufs Geldverdienen ausgerichtet, war er anfangs wenig wählerisch in der Qualität seiner Stoffe, schrieb angeblich unter 23 Pseudonymen wie zum Beispiel 'Sim' - Abenteuer-, Liebes- und Gesellschaftsromane, Groschenhefte, Zeitungsreportagen - und sogar Pornographisches. Legendär ist seine außergewöhnliche Produktivität: Pro Tag schaffte er zwischen 80 bis 100 druckreife Seiten, veröffentlichte in dieser Zeit an die 200 Kolportageromane und publizierte ca. 1000 Kurzgeschichten. Alle per Stichworte und Skizzen auf gelben Briefumschläge entworfen. Die genaue Zahl wusste selbst Simenon nicht anzugeben.

Ende der Zwanzigerjahre dann die entscheidende Wende: Auf dem Weg hin zu einem ernsthaften Schriftsteller erfand der Autor "Maigret", eine Kriminalroman-Serie, die er bis 1971 auf knapp hundert Werke erweiterte. Mit dem Kommissar Maigret, der es so glänzend versteht, sich in die Atmosphäre des Tatorts und in die Psyche potentieller Täter einzufühlen, schuf Simenon eine der berühmtesten Krimifiguren des 20. Jahrhunderts - und wurde so zum meistgelesenen Autor unserer Epoche (500 Millionen Leser!). Zu den Maigret-Romanen kamen noch ca. 130 sogenannteNon-Maigret-Werke, von denen etliche als literarische Meisterwerke klassifiziert werden. Mehr als 70 Filme und über 100 Fernsehspiele wurden in vielen Ländern nach Simenons Vorlagen gedreht, darunter zum Beispiel "Die Katze" (1971 verfilmt mit Jean Gabin und Simone Signoret), "Mit den Waffen einer Frau" (1958, mit Brigitte Bardot), "Der Präsident" (1961, mit Jean Gabin) und "Die Verlobung des Monsieur Hire" (1946 unter dem Titel "Panik" mit Michel Simon und 1989 mit Michel Blanc).

1973 zog sich Simenon überraschend von seiner Romanarbeit zurück und konzentrierte sich fortan auf autobiographische Schriften, die genauso erfolgreich wurden. Dazu gehören die "Intimen Memoiren" (1981), die Veröffentlichung des Briefwechsels mit Andre Gide (1977) und "Simon auf der Couch" (Ende der 70er), die Niederschrift einer Art Verhör Simenons durch fünf Ärzte im Jahre 1956. Der erfahrungshungrige Schriftsteller ließ sich zeitlebens durch viele Auslandsaufenthalte für neue Stoffe inspirieren, zum Beispiel in Norwegen, Lappland und in einer Reihe afrikanischer Länder. Von 1945 bis 1955 lebte er in Kanada, in den USA (dort entstand u.a. "Maigret in New York" und "Maigret in Arizona") und an der Riviera. 1957 verlegte er seinen festen Wohnsitz in die Schweiz, nach Lausanne, wo er im Alter von 86 Jahren starb.

Simenon war in erster Ehe von 1922 bis 1950 mit der Malerin Regine Renchon verheiratet (sie starb 1990) und hatte mit ihr ein Kind: Marc (geb. 1939, Schauspieler und verheiratet mit der Schauspielerin Mylene Demongeot). Sein zweiter Sohn Jean, auch "Jonny" genannt (geb. 1949, lebt in Amerika) entstammt der Ehe mit Denise Quimet (wohnt in der Schweiz), die er 1950 heiratete. Aus dieser Liaison stammt auch Tochter Marie-Jo, die 1978 im Alter von 25 Jahren Selbstmord beging, und der Sohn Pierre (geb. 1959, lebt wie sein Bruder Jean in Los Angeles). Nach der Trennung von Denise fand Simenon bis zu seinem Tod eine neue Lebensgefährtin in seiner früheren Haushälterin Teresa.

Weitere Verfilmungen nach Vorlagen von Georges Simenon



Maigret-Verfilmungen: "Picpus" (1943), "Cécile est morte" (1944), "Les Caves du Majestic" (1945, alle mit Albert Préjean) und "Maigret dirige l'enquête" (1956, mit Maurice Manson). Jean Gabin spielte Maigret auch dreimal: "Kommissar Maigret stellt eine Falle" (1957), "Maigret kennt kein Erbarmen" (1959) und "Kommissar Maigret sieht rot" (1963). Danach entstanden der jugoslawische Film "Afera Saint-Fiacre" (1963), "Maigret und sein größter Fall" (1966, mit Heinz Rühmann), "Les Enquêtes du commissaire Maigret" (ab 1967, TV-Serie mit Jean Richard) und die russische Variante "Maigret i staraya dama" (1974).

In der italienischen TV-Reihe "Inchieste del commissario Maigret" verkörperte "Peppone"-Darsteller Gino Cervi den Kommissar. Es entstanden mit ihm: "Un'ombra su Maigret" (1964), "L'affare Picpus", "Un Natale di Maigret", "Una vita in gioco" (alle 1965), "Non si uccidono i poveri diavoli", "L'ombra cinese", "La vecchia signora di Bayeux", "L'innamorato della signora Maigret", "Maigret und der Würger von Mont-matre" (alle 1966), "Maigret e i diamanti", "Il cadavere scomparso", "Maigret e l'ispettore sfortunato", "La chiusa", "Maigret sotto inchiesta" (alle 1968), "Il pazzo di Bergerac" und "Il ladro solitario" (beide 1972).

Mit Bruno Cremer in der Hauptrolle entstanden: "Maigret und die Freuden der Nacht", "Das Haus des Richters", "Maigret et la grande perche", "Fremdenhass" (alle 1991), "Die Nacht der Entscheidung", "Maigret und die Keller des Majestic", "Die kopflose Leiche" (alle 1992), "Maigret verteidigt sich", "Maigret und der Mann auf der Bank", "Maigret et les témoins récalcitrants", "Maigret und das Phantom" (alle 1993), "Maigret und der Würger von Montmatre", "Maigret und die alte Dame", "La Patience de Maigret", "Maigret in Nöten" (alle 1994), "Die Versteigerung", "Maigret macht Ferien", "Maigret und der geheimnisvolle Kapitän", "Maigret und die Affäre Saint Fiacre", "Maigret in Finnland", "Maigret hat Angst" (alle 1995), "Hier irrt Maigret", "Maigret stellt eine Falle", "Maigret kämpft um den Kopf eines Mannes", "Maigret verliert eine Verehrerin" (alle 1996), "Maigret et l'enfant de choeur", "Maigret et l'improbable Monsieur Owen", "Maigret et le Liberty Bar" (alle 1997), "Maigret et l'inspecteur Cadavre" (1998), "Un meurtre de première classe", "Meurtre dans un jardin potager", "Madame Quatre et ses enfants" (alle 1999), "Maigret voit double", "Maigret chez les riches" (2000), "Maigret et la croqueuse de diamants", "Mon ami Maigret", "Maigret et la fenêtre ouverte", "Maigret et le fou de Sainte Clotilde", "Maigret et le marchand de vin", "Maigret chez le ministre", "Maigret à l'école" (2001), "Maigret et la princesse" und "Maigret et la maison de Félicie" (beide 2002).

Weitere Filme nach Simenon-Storys:

"La chien jaune", "La nuit du carrefour" (beide 1932), "La tête d'un homme" (1933), "La maison des sept jeunes filles", "Annette et la dame blonde", "Das unheimliche Haus", "Das Geheimnis der blauen Limousine" (alle 1942), "Le voyageur de la Toussaint", "L'homme de Londres" (beide 1943), "Letzte Zuflucht" (1946), "Barrio", "Hafen der Versuchung" (beide 1947), "Die Marie vom Hafen", "Der Mann vom Eiffelturm" (beide 1949), "Midnight Episode" (1950), "Die Wahrheit über unsere Ehe", "Verbotene Frucht", "Brelan d'as", "Der Schnee war schmutzig" (alle 1952), "Der Mann, der sich selbst nicht kannte" (1953), "A Life in the Balance" (1955), "Vulkan im Blut", "Gefangene des Stroms" (beide 1956), "Hyänen der Straße" (1957), "Nächte auf Tahiti" (1958), "Ein Herr ohne Kleingeld" (1960), "Die Nacht hat dunkle Schatten" (1961), "Madeleine und der Seemann", "Die Millionen eines Gehetzten" (beide 1962), "Drei Zimmer in Manhattan" (1965), "Der Fremde im Haus" (1967), "Yaju no fukkatsu" (1969), "Der Sträfling und die Witwe" (1971), "The Family Rico" (1972), "Nur ein Hauch von Glück" (1973), "Der Uhrmacher von St. Paul" (1974), "Zwischen Tod und Leben" (1976), "Der Mörder" (1979), "Das Begräbnis des Monsieur Bouvet" (1980), "Antoine et Julie" (1981), "Die Fantome des Hutmachers", "Das Geheimnis des Rubins" (alle 1982), "Équateur", "Reifenwechsel", "Es gibt noch Haselnußsträucher" (alle 1983), "De Burgemeester van Veurne" (1984), "Sonntag", "Die Unbekannten im eigenen Haus" (beide 1985), "Das Haus am Kanal", "Le fils Cardinaud" (beide 1987), "Der fremde Vetter" (1988), "Der Zug aus Wien", "Le suspect" (beide 1989), "Ein anderer Liebhaber", "Das zweite Leben", "De Weduwnaar" (alle 1990), "Betty" (1991), "Das unheimliche Haus", "Die Leute gegenüber", "Tsena golovy" (alle 1992), "Weißer Mann mit Brille" (1993), "Der Teddybär", "Der blinde Passagier" (beide 1994), "Crime impuni", "Das Verbrechen des Monsieur Stil", "Quartier nègre", "Der Stammgast" (alle 1995), "Auf großer Fahrt", "Der Polizist von Tanger" (beide 1996), "Verhängnisvolles Alibi" (1998), "Les complices", "Tropenkoller" (1999), "L'aîné des Ferchaux" (2000) und "La habitación azul" (2001).

Außerdem basieren die TV-Serien "Studio One" (1948), "Les Dossiers de l'agence O" (1968), "Der kleine Doktor" mit Peer Schmidt und die französische Variante "Le petit docteur" (ab 1986) und "L'heure Simenon" (ab 1987) auf seinen Stories.

Zur Filmografie von Georges Joseph Christian Simenon
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