Hans Albers

Hans Philipp August Albers
Geboren: 22.09.1891 in Hamburg-St. Georg, Deutschland
Gestorben: 24.07.1960 in Kempfenhausen, Deutschland

Er ist blond, blauäugig, einer der beliebtesten Schauspieler deutscher Sprache. Schon früh zieht es ihn zur Schauspielerei, und nirgendwo sonst bekommt er ein Bein auf die Erde. Seine Schullaufbahn auf der Oberreal- und Realschule bricht er ohne Abschluss ab, ebenso eine Lehre als Kaufmann. Schließlich bekommt Albers einen Job bei einer Frankfurter Seidenfirma, aber auch da bleibt er nicht lange. Er nimmt Schauspielunterricht und zieht mit Wanderbühnen über Land.

Dann geht es schnell aufwärts. 1913 wird er erstmals beim Schiller-Theater in Altona engagiert, dann folgt der Erste Weltkrieg. Albers wird zweimal verwundet. Schon ab 1917 spielt er neben seinen Theaterrollen auch zahlreiche Nebenrollen im deutschen Stummfilm. Doch erst mit dem Tonfilm schafft er den Durchbruch zum Starruhm. Spätestens seit dem Klassiker "Der blaue Engel" (1930, Regie: Josef von Sternberg) mit Marlene Dietrich und Emil Jannings hagelt es Rollen: bei Richard Eichberg ("Der Greifer"), Carl Froelich ("Hans in allen Gassen"), beide 1930, bei dem Theaterregisseur Heinz Hilpert ("Drei Tage Liebe", 1931), Hanns Schwartz ("Bomben auf Monte Carlo"), Paul Martin ("Der Sieger", 1932), Robert Siodmak ("Quick", 1932) und vielen anderen.

Als eines Tages Josef Goebbels den deutschen Film "reformiert" und der Prototyp des Optimismus in den Dienst der Nazi-Propagandamaschinerie gerät, wird vieles anders: Die Filme, die Rollen werden strammer. Hans Albers macht sich nie viel Gedanken darüber, welche Wirkungen seine Filme und sein persönliches klassisch-deutsches Aussehen ausüben; als Star wird er verwendbar: Gustav Ucickys "Flüchtlinge" (1933), Karl Hartls "Gold" (1934), Johannes Meyers "Henker, Frauen und Soldaten" (1935), Herbert Selpins "Wasser für Canitoga" (1939) und "Ein Mann auf Abwegen" (1939/40), "Trenck, der Pandur" (1940) und "Carl Peters" (1941) gehören zu den übelsten Propagandafilmen.

Doch in jenen Jahren entstehen auch der große Abenteuerfarbfilm "Münchhausen" (1942) von Joseph von Baky und "Große Freiheit Nr. 7" (1943) von Helmut Käutner, vielleicht der beste Film mit Hans Albers. "Münchhausen" (1942) ist ein Klassiker des deutschen Ausstattungsfilms, einer der besten Farbfilme seiner Zeit und dazu noch immer ein überraschendes Erinnerungsstück. Die sagenumwobene Legende vom Lügenbaron Münchhausen stammt hier aus der Feder von Erich Kästner. Albers und Brigitte Horney sind die Stars.

In "Große Freiheit Nr. 7" (1943) nutzen Käutner und Kameramann Werner Krien die Farbe für den Phantasie- und Traumcharakter. Die Story vom Seebär, der im Tingeltangel singt und sich um die Geliebte des toten Bruders kümmert, sich in sie verliebt, zurückgewiesen wird und zur See geht, ist noch heute unterhaltsam. Der melancholische Kleine-Leute-Stoff passt seinerzeit nicht ins Nazi-Weltbild, der Film wird verboten. Erst nach dem Krieg kann man ihn im Kino sehen. Zu Begin der Tonfilmzeit spielt Albers die unterschiedlichsten Rollen, und auch nicht alles, was während der Nazi-Zeit gedreht wurde, war Propaganda.

"Bomben auf Monte Carlo" (1931) ist einer der großen Erfolgsfilme der UFA. Er hat 1931/32 die zweithöchsten Besucherzahlen in Deutschland. Der blonde Hans singt: "Das ist die Liebe der Matrosen", und sein Partner war zum ersten Mal Heinz Rühmann. Albers ist als Seekapitän ein eigenwilliger Abenteurer, der sich missbraucht fühlt, als er Königin Yola durchs Mittelmeer fahren soll. Auf Vorschlag seines Freundes und Kollegen Heinz Rühmann macht er sich auf nach Monte Carlo, wo sich schnurstracks die schöne Königin, die er nicht kennt, in ihn verliebt.

"F.P. 1 antwortet nicht" (1932) ist ein großer Abenteuerfilm. Ein Ingenieur hat eine welterschütternde Erfindung gemacht: Er will im Atlantik zwischen Europa und Amerika eine Insel aus Stahl ins Meer bauen, auf der Flugzeuge landen können. Doch ohne seinen Freund, den Abenteurer Ellissen/Albers wäre er damit nicht durchgekommen. Ellissen verliebt sich in die schöne Claire/Sybille Schmitz, doch während er in der Weltgeschichte rumreist und nichts von sich hören lässt, kommen Droste und Claire einander näher. Das Projekt im Atlantik wird realisiert, doch Sabotage gefährdet es, und wieder ist es der blonde Hans, der die Insel und damit das Lebenswerk seines Freundes rettet. Schönes, schmalziges, altmodisches Melodram.

"Savoy Hotel" (1936) von Gustav Ucicky ist schon nationalsozialistisch geprägt. Neben Veit Harlan und Karl Ritter ist Ucicky einer der markantesten Regisseure des linientreuen Films, und das schlägt sich auch in den 'unpolitischen' Unterhaltungsfilmen nieder. In diesem Kriminalfilm zeigt Uckicky einen offensichtlich deutschstämmigen Kellner unter dekadenten und verworfenen Russen, die entweder dem Untergang geweiht sind oder aber in Elendsvierteln verkommen. Der blonde Hans spielt den frisch fröhlichen Kellner. Einer seiner erfolgreichsten Filme wurde "Der Mann, der Sherlock Holmes war" (1937) von Karl Hartl. Heinz Rühmann spielte darin den Dr. Watson.

"Sergeant Berry" (1938) ist ein Film von Herbert Selpin, der mit Filmen wie "Carl Peters" und "Reitet für Deutsch-Ost-Afrika" im Dienst der Nazis steht, aber 1942 wegen antimilitärischer Äußerungen im Auftrag von Goebbels verhaftet und der SS übergeben wird. Die ist wohl auch dafür verantwortlich, daß man ihn zwei Tage später erwürgt in der Zelle auffindet. "Sergeant Berry" ist der erste von mehreren Hans-Albers-Filmen, die er dreht. Es ist die Geschichte eines kleinen Polizeibeamten, der wegen seiner Gewitztheit beliebt ist. "Wasser für Canitoga" (1939) ist einer von Selpins erfolgreichsten Filmen. Hans Albers als prächtiger, sehr deutscher Bursche, hart, trinkfest, mannhaft, leitet ein Wasserleitungsprojekt im Norden Kanadas und hat es mit einem bösartigen Saboteur zu tun. Um sich selbst zu schützen, sorgt er dafür, dass ausgerechnet der leitende Ingenieur für die falsch gesetzte Sprengladung verantwortlich gemacht wird und fliehen muss. Hans Albers singt "Good bye, Johnny", Selpin hat das akzeptabel inszeniert.

Der kreuzbrave Hans Richter ist im Trümmer-Berlin unter die Räder geraten: Er betreibt finstere Geschäfte auf dem Schwarzmarkt. Sein Sohn, der verwundet aus dem Krieg heimkehrt, ist da bitter empört, schafft es aber, den Papa wieder auf den tugendsamen Weg zu bringen. Natürlich spielt dabei auch die Kriegerwitwe Lotte Koch eine Rolle und der Wiederaufbau-Geist floriert ganz wacker. Josef von Bakys "... und über uns der Himmel" (1947) ist eine schwache Schnulze, allenfalls als zeitgeschichtliches Dokument tauglich. In der deutschen Version von Christian-Jaques "Blaubart" (1951) übernimmt Hans Albers die Titelrolle von Pierre Brasseur. Zu den besseren Filmen aus jener Zeit gehört die spannende Alltagsgeschichte "Nachts auf den Straßen" (1952) von Rudolf Jugert, wo Albers an der Seite von Hildegard Knef zu sehen ist. Erfolgreicher indes sind die leichten Unterhaltungsfilme wie Rolf Hansens "Föhn - Sturm in der Ostwand" (1950), Käutners "Käpt'n Bay-Bay" (1952), Jugerts "Johnny rettet Nebrador" (1953) und Erik Odes "An jedem Finger zehn" (1954) sowie Wolfgang Liebeneiners "Auf der Reeperbahn nachts um halb eins" (1954).

Schwere Problemfilme waren ein besonderes Anliegen von Regisseur Harald Braun. So versucht er 1955 Friedrich Wilhelm Murnaus Stummfilm "Der letzte Mann" mit Albers in der Jannings-Rolle wieder zu verfilmen. Das ist bemüht, bemerkenswert, aber doch nur im Ansatz interessant. Das gilt auch für die Verfilmung von Gerhart Hauptmanns "Vor Sonnenuntergang" (1956), inszeniert von Gottfried Reinhardt. Geheimrat Clausen (Hans Albers) ist ein einsamer, alter Herr, deprimiert und des Lebens überdrüssig. Doch eines Tages schneit Inken Peters in sein Haus und gibt dem alten Großindustriellen wieder Auftrieb. Noch einmal hat der alte Herr einen Traum vom Glück, ein Glück, das ihm seine Kinder mißgönnen. Max-Reinhardt-Sohn Gottfried macht aus dem kraftvoll zupackenden Hauptmann-Stück eine rührselige Liebesgeschichte. Hans Albers ist bei allem Bemühen um große dramatische Gesten für diese Rolle nicht geschaffen.

Nach dem Krimidrama "Das Herz von St. Pauli" entsteht die teilweise vergnügliche Alltagskomödie "13 kleine Esel und der Sonnenhof" (1958) von Hans Deppe. Josef Krapp (Hans Albers) hat sich in der Welt umgesehen, jetzt kehrt er zu seiner Frau zurück, die inzwischen auf dem Land ein Kinderheim leitet. Sie ist nicht entzückt, als er wieder auftaucht, fürchtet sie doch, er könne einen schlechten Einfluss auf die Kinder ausüben, mit denen sie es ohnehin schon schwer genug hat. "Der Greifer" (1957) von Eugen York knüpft an den gleichnamigen Albers-Film von 1930 an. Ein alter Kriminalkommissar wird pensioniert, sein ehrgeiziger Nachfolger und sein vom Vater missverstandener Sohn versuchen sich in neuen Methoden. Doch sie haben natürlich wenig Erfolg damit: Das Alte, Bewährte setzt sich durch, Tradition und Konservatismus tragen den Sieg über das Neue, noch Unbewährte davon. Der traditionsbewusste deutsche Filmregisseur Eugen York war Assistent bei Walter Ruttmann, am Anfang seiner Karriere standen Dokumentarfilme. Der blonde blauäugige Hans, Prototyp des deutschen Erfolgsmanns, spielt den Kommissar, der im Alleingang und außerhalb seiner Dienstvorschrift den Jungen zeigt, wie man einen Fall löst.

"In meinem Herzen, Schatz" (1988) ist ein dokumentarischer Spielfilm, mit dem Hans Christoph Blumenberg mit Ulrich Tukur und Ilse Werner an den deutschen Star erinnert. Ein Film über den großen deutschen Volksschauspieler, in dem nur gelegentlich seine Stimme vom Band ertönt, in dem es kein Filmzitat gibt? Hans-Christoph Blumenberg ist das auf erstaunlich phantasiereiche Weise gelungen. 1993 gibt es noch einmal einen 'neuen' Hans-Albers-Film zu sehen. Der Kriminalfilm "Shiva und die Galgenblume" (1945/93) von Hans Steinhoff gilt als letzte Produktion des Dritten Reiches, die im Mai 1945 durch den tschechischen Aufstand in Prag abgebrochen werden mußte. Michaela Krützen und Hans Georg Andres rekonstruierten das vorhandene Material und interviewten dazu Mitglieder des damaligen Filmteams. Der Film ist ein weiteres Dokument dafür, wie die Propagandamaschine der Nazis selbst dann noch lief, als bereits alles zu spät war.


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