Horst Frank

Spielte gerne Gangster: Horst Frank Vergrößern
Spielte gerne Gangster: Horst Frank
Horst Bernhard Wilhelm Frank
Geboren: 28.05.1929 in Lübeck, Deutschland
Gestorben: 25.05.1999 in Heidelberg, Deutschland

Das Kino der Ära Adenauer braucht seine Helden und Anti-Helden. Horst Frank ist der Verbrecher vom Dienst, der zynische Menschenfeind oder der eiskalte, pathologische Verbrecher in Krimis, Western und Gangsterfilmen, - auch in Geissendörfers originellem Schiller-Western "Carlos" (1971). Das sind die Daten in Kurzform: Mittelschule, kaufmännische Lehre, Militärdienst. Nach dem Krieg Nachtwächter, Verkäufer, Dekorateur. Doch dann kommt die Chance: an der Hamburger Musikhochschule kann er Schauspielunterricht nehmen. Das erste Theaterengagement bekommt er in der Heimatstadt Lübeck, dann folgen Auftritte in Bonn, Basel, Baden-Baden und Wuppertal. In Baden-Baden kommt er auch mit dem Fernsehen des Südwestfunks in Berührung. Das bringt ihm Rollen ein.

Der zynische Feigling in Alfred Weidenmanns heroischem Wehrmachtsfilm "Der Stern von Afrika" ist 1956 nach vielen Fernseharbeiten sein erster Kinofilm. Und das bleibt sein Metier: Frank Wisbar holt ihn auch für die ähnlich gelagerten Kriegsfilme "Haie und kleine Fische" (1957) und "Hunde, wollt ihr ewig leben?" (1958) vor die Kamera. In Gustaf Ucickys "Das Mädchen vom Moorhof" (1958) nach Selma Lagerlöf spielt er den durch vornehme Herkunft geschützten Triebtäter, in Alfred Weidenmanns amerikanisch angehauchtem Gangsterfilm "Bumerang" (1960) einen unsicheren, nervösen Asozialen. Fritz Umgelters Europroduktion "Eine Handvoll Helden" ist 1967 eine Ausnahme vom Klischee: Frank spielt überzeugend die Conrad-Veidt-Rolle aus Kurt Bernhardts "Die letzte Kompagnie" (1930), einen preußischen Hauptmann im Kampf gegen Napoleon, der Heroismus und Sensibilität auf einen Nenner bringt.

Späte interessante Rollen hatte er in Wolfgang Staudtes "Fluchtweg St. Pauli - Großalarm für die Davidswache" (1971), Rainer Erlers "Operation Galymed" (1977), Alexander von Eschweges "Flächenbrand" (1978), Adolf Winkelmanns "Der Leibwächter" (1993), Marvin Chomskys "Katharina die Große" (1994), sowie in einigen Tatort-Episoden. Wenige Tage vor seinem 70. Geburtstag starb Horst Frank an Herzversagen.

Weitere Filme mit Horst Frank: "Der Greifer" (1957), "Das Mädchen Rosemarie" (1958), "Kein Engel ist so rein", "Des Satans nackte Sklavin", "Abschied von den Wolken" (alle 1959), "Fabrik der Offiziere" (1960), "Unser Haus in Kamerun" (1961), "Zwischen Shanghai und St. Pauli", "Heißer Hafen Hongkong", "Der schwarze Panther von Ratana" (alle 1962), "Mein Onkel, der Gangster", "Die weiße Spinne", "Die Flusspiraten vom Mississippi" (alle 1963), "Weiße Fracht für Hongkong", "Die schwarzen Adler von Santa Fé", "Die letzten Zwei vom Rio Bravo", "Die Goldsucher von Arkansas", "Die Diamantenhölle am Mekong" (alle 1964), "Jerry Cotton: Schüsse aus dem Geigenkasten", "Jerry Cotton: Um Null Uhr schnappt die Falle zu", "Die letzten Drei der Albatros", "Der Fluch des schwarzen Rubin", "Das Geheimnis der drei Dschunken" (alle 1965), "Fünf vor 12 in Caracas", "Die Rache des Dr. Fu Man Chu", "Caligula" (alle 1966), "Joe, der Galgenvogel", "Geheimnisse in goldenen Nylons", "Fünf gegen Casablanca" (alle 1967), "Hasse deinen Nächsten", "Django, ein Sarg voll Blut", "Django - Die Totengräber warten schon", "Cathérine - Ein Leben für die Liebe" (alle 1968), "Von allen Hunden des Krieges gehetzt", "Die Engel von St. Pauli" (beide 1969), "Und Jimmy ging zum Regenbogen", "Emilia Galotti", "Der scharfe Heinrich - Die bumsfidelen Abenteuer einer jungen Ehe" (alle 1970), "Il Gatto a nove code", "Die Nacht von Lissabon" (beide 1971), "Drei Vaterunser für vier Halunken", "Dem Täter auf der Spur: Tod in der Maske" (beide 1972), "Vier Fäuste schlagen wieder zu", "Tausend Francs Belohnung", "Herbstzeitlosen", "Das Amulett des Todes", "Cautio Criminalis oder Der Hexenanwalt" (alle 1974), "Auch Mimosen wollen blühen" (1975), "Die Elixiere des Teufels", "Der Winter, der ein Sommer war" (beide 1976), "Wege in der Nacht" (1979), "Das Traumschiff" (1981), "Der Mann von Suez" (1983), "Der Besuch" (1984), "Tatort - Pleitegeier" (1988), "Rivalen der Rennbahn" (1989), "Tatort - Stoevers Fall" (1992), "Katharina die Große" (1994), "Tatort - Tod eines Polizisten" (1995), "Sünde einer Nacht" (1996), "Tatort - Undercover-Camping", "Tatort - Ausgespielt" (beide 1997), "Schlange auf dem Altar", "Geiselfahrt ins Paradies" (beide 1998).

Zur Filmografie von Horst Bernhard Wilhelm Frank
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