Jane Russell

Jane Russell machte selbst neben Marilyn Monroe
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Jane Russell machte selbst neben Marilyn Monroe eine gute Figur
Ernestine Jane Geraldine Russell
Geboren: 21.06.1921 in Minnesota, USA
Gestorben: 28.02.2011 in Santa Maria, Kalifornien, USA

Sie liegt im Heu und blickt mit halb geöffneten Augen in die Kamera, die eine Hand hat sie hinter dem Kopf, die andere hält einen Grashalm, den Stiel im halb geöffneten Mund. Das Kleid ist tief dekolletiert, ein Träger etwas heruntergerutscht. Mehr sieht man nicht von Jane Russell, einen ganzen Film lang - bis auf die letzte Einstellung, wo sie sich auf galoppierendem Pferd ganz nach vorne neigt, halbnah. Und doch ist jeder, der den Film gesehen hat, von dieser Frau fasziniert.

Das ist in den Vierzigerjahren. Der Film heißt "Geächtet", der Regisseur ist Howard Hughes, von dem diese Szene nicht stammt: "Die hat nie und nimmer Howard Hughes inszeniert. Die stammt von Howard Hawks... Das ist vermutlich der Grund, warum sie nicht ganz so hölzern ist wie der Rest des Films", sagt Jane Russell 1984. Zu dieser Zeit widmen ihr die Internationalen Filmfestspiele von Berlin eine Werkschau.

"Ich habe mehr zu bieten als Busen, Beine und Gesicht!" - mit diesen Worten tritt sie vor die Presse, als sie 1970 mit "McGee - Der Tiger" von Robert Clouse als Alabama Tigress ihr Comeback feiert. Doch es war ein kurzes Fest, wie auch das Gastspiel am Broadway in Stephen Sondheims sozialkritischem Musical "Company". Das Stück hat übrigens die Kabarettistin Hannelore Kaub 1973 für die Inszenierung am Düsseldorfer Schauspielhaus deutsch bearbeitet. Eigentlich hat Jane Russell, Absolventin der kalifornischen Van Nuys High School, nach ein paar schwierigen Jahren als Sprechstundenhilfe einen vielversprechenden Anfang: Sie ist Model, verdient mit ihren äußerlichen Reizen gutes Geld und macht nebenbei bei der wunderbaren Charakterschauspielerin Maria Ospenskaya am Max-Reinhardt-Theater-Workshop eine solide Ausbildung.

Doch dann nimmt sich Howard Hughes ihrer an. Er wird durch ein Foto auf sie aufmerksam - und macht sie zum Sexsymbol. Sie spielt in einer seiner Produktionen die Hauptrolle. Als Hughes dann auch noch selbst die Regie von Howard Hawks' "Geächtet" (1943) übernimmt, wird sie zum Star. Doch sieben Wochen nach der Premiere nimmt Hughes den Film aus den Kinos - er hat ihm wohl nicht gefallen - und gibt ihn erst Jahre später zurück, in umgeschnittener und gekürzter Version. Da Jane Russell bei Hughes unter Vertrag ist, kommt in all den Jahren kein Film heraus. Sie dreht 1946 "Young Widow" unter der Regie von Edwin L. Marin. Doch der Film bleibt liegen, bis "Geächtet" überall in den Kinos ist. "Ich begreife nicht, warum ich nach 'Geächtet' überhaupt noch einen weiteren Film gemacht habe, denn als ich ihn sah, fand ich ihn so schrecklich, dass ich, wäre ich ein Produzent, mir nie eine Rolle gegeben hätte."

Jane Russell selbst hat die lange Wartezeit nicht aufgeregt. Sie erscheint auf allen Titelseiten, muss öffentlich für Hughes auftreten - und warten, bis der Film herauskommt, von dem jeder schon gehört hat, aber den ganz wenige gesehen haben. "Ich bin von Natur aus träge, also lief mein normales Leben weiter. Ich hatte meine Freunde aus der Schule, meinen Freund, mit dem ich schon zusammen war, lange bevor ich überhaupt mit diesem Unsinn begann, und setzte mein Leben einfach fort."

Erst viel später, als sie an der Seite von Bob Hope in "Sein Engel mit den zwei Pistolen" (1948) von Norman Z. McLeod spielt, erkennt sie, dass sie ein Filmstar und nicht ein Opfer von Hughes werden könnte. "Als ich mit Bob Hope arbeitete, hatten wir zum ersten Mal nicht unzählige Drehbuchfassungen, und er war in acht Wochen abgedreht. Der Hauptdarsteller war durch den ganzen Film hindurch derselbe, der Regisseur derselbe, und ich sah, ein Film konnte ohne Probleme vonstatten gehen, Spaß machen und etwas sein, auf das man stolz und worüber man glücklich war." Die Story vom ängstlichen Zahnarzt Bob, der sich nach allerlei Neckereien mit der schießfesten Jane zusammentut, gibt eine der amüsantesten Western-Parodien ab.

An der Arbeit mit Josef von Sternberg, unter dem sie gemeinsam mit Robert Mitchum "Macao" (1952) dreht, lässt Jane Russell nicht viel Gutes. Sie nennt ihn herrisch und gebieterisch, der vor allem Verbote aussprach und sich abfällig über andere äußerte. Ein Star wie Jane Russell hat nicht nur ihre Garderobiere und Maskenbildnerin, sie hat auch - sogar bei Josef von Sternberg und Howard Hawks bis 1953 ihren eigenen Kameramann, Harry J. Wild.

"Blondinen bevorzugt", 1953 von Howard Hawks gedreht, zeigt Jane Russell und Marilyn Monroe als Partnerinnen. Zwei Showgirls sammeln: Männer die eine, Diamanten die andere, und am Ende marschieren beide reich und glücklich mit Mann und Moneten zum Standesamt. Die dünne Trivialgeschichte voller Banalitäten und Klischees hat Howard Hawks nach dem Drehbuch von Charles Lederer locker und phantasievoll inszeniert. Wie Marylin Monroe das naive Blondchen Lorelei Lee und Jane Russell die raffinierte Freundin Dorothy spielen - das erst macht die Meisterschaft dieses schwungvollen Hollywood-Films aus. Da fließen auch Ironie und Sarkasmus ein. Für die Skandalpresse war das Zusammentreffen der beiden Diven Jane und Marilyn ein gefundenes Fressen: Wann gibt es den ersten Krach? Wann liegen sie sich in den Haaren? Wann verzweifeln Produzent und Regisseur? Da offensichtlich nichts passierte, erfand man einfach Skandale und Streitereien. Jane Russell jedenfalls sagt: "Wir kamen gut miteinander aus... Ich glaube, sie hätte gesagt: 'Sie ist ein guter Kumpel'."

Weitere Filme mit Jane Russell: "Die Schönste von Montana" (1948/52) von Allan Dwan. Der Film wurde von Hughes aufgekauft, weil er glaubte, das Werk könne Janes Marktwert abträglich sein. So kam er erst vier Jahre später ins Kino. Robert Mitchum ist ihr Partner in "Ein Satansweib" (1951) von John Farrow; "Doppeltes Dynamit" (1951) zeigt sie an der Seite von Frank Sinatra; "Bleichgesicht im Wilden Westen" (1952) ist die Fortsetzung von "Sein Engel mit den zwei Pistolen", wieder mit Bob Hope, Regie führt Frank Tashlin. Ebenfalls 1952 entsteht unter der Regie von Robert Stevenson "Die Spielhölle von Las Vegas" mit Victor Mature und Vincent Price, sowie "Der Weg nach Bali" mit Bob Hope, Bing Crosby und Dorothy Lamour. 1954 folgt "Die lockende Venus" von Lloyd Bacon und "Die goldene Galeere" von John Sturges. 1955 dreht sie mit Nicholas Ray "Feuer im Blut", "So liebt man in Paris" ist eine lockere Fortsetzung von "Blondinen bevorzugt" und sie steht erstmals unter der Regie von Raoul Walsh in "Drei Rivalen" mit Clark Gable und Robert Ryan vor der Kamera. Ebenfalls 1955 sieht man sie an der Seite von Jeff Chandler in dem Western "Goldenes Feuer" und 1956 folgt "Bungalow der Frauen", 1957 "Traum in Pink" von Norman Taurog, 1964 ein Cameo-Auftritt in "Bezwinger des Todes", 1966 die beiden Western "Johnny Reno" und "Wyoming-Bravados" von R.G. Springsteen und 1967 folgt "Engel der Hölle".

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