Jean Gabin

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Jean Gabin als Kommissar Maigret
Jean-Alexis Moncorgé
Geboren: 17.05.1904 in Mériel, Frankreich
Gestorben: 15.11.1976 in Neuilly, Frankreich

Er ist der normannische Bauer mit schwerfälligem Gang, der nachdenkliche Kommissar Maigret mit der Pfeife im Mundwinkel, er überzeugt als Clochard so sehr wie als vornehmer Herr und spielt ebenso galant und kenntnisreich den Frauenarzt "Dr. Laurant" (1956): Jean Gabin. Und immer wieder ist der französische Charakterdarsteller in ganz vielen Facetten als der durchtriebene, gerissene, letztlich auch melancholische Gangster wie in dem Kultfilm "Wenn es Nacht wird in Paris" (1954) oder dem Publikumshit "Der Clan der Sizilianer" (1969). Hier ist Alain Delon sein Gegenspieler, in "Ein Affe im Winter" (1962) reist er hingegen mit Jean-Paul Belmondo durch die Lande.

1951 erhält er beim Festival in Venedig die Coppa Volpi für die Rolle des erblindeten Lokomotivführers in Georges Lacombes "Die Nacht ist mein Reich". Drei Jahre später wird er am gleichen Ort noch einmal ausgezeichnet als ehemaliger Gangsterboss, der sich in Jacques Beckers "Wenn es Nacht wird in Paris" als Barbesitzer zurückgezogen hat. 1959 wird er bei der Berlinale für seine komödiantische Rolle in Giles Grangiers "Im Kittchen ist kein Zimmer frei" ausgezeichnet, 1971 daselbst als Partner von Simone Signoret in "Die Katze". 1976 schließlich ehren ihn die Franzosen mit dem Cesar für sein Lebenswerk. Am 15. November des gleichen Jahres stirbt Gabin in Neuilly sur Seine.

Das Schauspiel lag schon Gabins Vater im Blut, der kleine Opernrollen spielt, die Mutter singt in den Cafés Konzerte, der Sohn will zunächst um alles in der Welt nicht auf die Bühne. So läuft er mit zwölf von zu Hause weg, aber auch deshalb, weil er keine Lust hat, zu lernen. Sechs Jahre lang tingelt er durch die Lande, arbeitet bald als Laufbursche, schleppt Steine auf dem Bau, ist Magazinverwalter und Mechaniker. Mit 18 Jahren ist er es leid, er geht nach Hause zurück und lässt sich dann - immer noch ohne große Lust - doch aufs Theater ein.

Bei den Folies Bergéres beginnt er als Statist. Als Sänger in Vaudeville-Stücken beginnt es, an den Bouffes-Parisiens kommt er langsam, aber sicher nach oben, der charmante junge Mann gefällt dem Publikum. Gabins Erfolg ist so groß, dass er bald eine Gesangstournee in die Provinz unternimmt. Schließlich geht es auch nach Südamerika. Das ist 1927, ein Jahr später spielt und singt er in der Music Hall des Moulin Rouge. Die Mistinguette ist der Star und sie hilft dem gut aussehenden jungen Mann wie vorher dem großen Maurice Chevallier.

1930 dann kommt der Film. Zum ersten Mal steht er unter der Regie des deutschen Hans Steinhoff vor der Kamera. "Jedem seine Chance" heißt das Stück, die Gabin auch für sich nutzte. Der Anfang ist mühsam, die Rollen sagen ihm oft nicht zu. "Nur zwei Regisseure konnten mir was geben, Duvivier und Renoir. Duvivier ist die personifizierte Präzision, ihm entgeht nicht das geringste Detail. Renoir ist das glatte Gegenteil: er hat mir oft gezeigt, wie viel man mit Improvisation und Phantasie erreichen kann." Das hat Jean Gabin 1964 in einem Interview mit dem Figaro Literaire gesagt.

Sicher gehören "Nachtasyl" (1936), "Die große Illusion", "Pépé le Moko - Im Dunkel von Algier" (beide 1937), "Das träumende Herz" (1934) und "Bestie Mensch" (1938) zu den wichtigsten Filmen Gabins, doch die Arbeiten mit Marcel Carné und Jacques Prévert - vor allem "Hafen im Nebel" (1938) und "Der Tag bricht an" (1939), sowie Jacques Beckers Gangstermelodram "Wenn es Nacht wird in Paris" sind nicht minder bedeutungsvoll in der Karriere des Schauspielers.

Weitere Filme mit Jean Gabin: "Méphisto" (1930), "Coeur de lilas", "Tout ca ne vaut pas l'amour", "Paris-Béguin", "Gloria", "Pour un soir" (alle 1931), "La foule hurle", "La belle mariniére", "Couers joyeux", "Les gaietés de l'escadron" (alle 1932), "L'etoille de Valencia", "Adieu les beaux jours", "Du haut en bas", "Le tunnel" (alle 1933), "Zou-Zou" (1934), "Variétés", "Kreuz auf Golgatha", "Kompanie der Verlorenen" (alle 1935), "Uns lachte das Glück" (1936), "Gueule d'amour", "Les messager" (beide 1937), "Le récif de corail" (1938), "Schleppkähne" (1939), "The Impostor" (1944), "Miroir", "Martin Roumagnac" (1946), René Cléments "Die Mauern von Malapaga", "Aufenthalt in Genua" (beide 1948), "Hafen der Verlockung" (1949), "Pour l'amour du ciel" (1950), "So nimm denn meine Hände", "Pläsier", "Die Wahrheit über unsere Ehe", "Victor" (alle 1951), "Geständnis einer Nacht", "Das Fleisch ist schwach" (beide 1952), "La vierge du Rhin", "Wenn Lola nicht gesungen hätte" (beide 1953), "Mädchen verschwinden", "French Cancan", "Razzia in Paris", "Die Luft von Paris" (alle 1954), Henri Verneuils "Der Weg ins Verderben", "Gas-Oil", "Napoleon", "Wie verlorene Hunde", "Quer durch Paris", "Vulkan im Blut" (alle 1955), "Der Engel, der ein Teufel war", "Schuld und Sühne", Claude Autant-Laras "Zwei Mann, ein Schwein und die Nacht von Paris" (alle 1956), "Die Nacht bricht an", "Kommissar Maigret stellt eine Falle" (1957), "Die Miserablen", "Die großen Familien", "Mit den Waffen einer Frau", "Im Mantel der Nacht" (alle 1958), "Wiesenstraße 10", "Maigret kennt kein Erbarmen" (beide 1959), "Der Himmel ist schon ausverkauft", "Ein Herr ohne Kleingeld", "Der Präsident" (alle 1960), "Der Herr mit den Millionen" (1961), "Ein Herr aus besten Kreisen", "Lautlos wie die Nacht" (beide 1962), "Kommissar Maigret sieht rot" (1963), "Monsieur", "Auch eine französische Ehe", "Rififi in Paris" (alle 1964), "Blüten, Gauner und die Nacht von Nizza" (1966), "Action Man", Georges Lautner "Der Bulle" (beide 1967), "Balduin, das Nachtgespenst", "Sous le signe du Taureau" (beide 1968), "Der Erbarmungslose" (1970), "Der Seebär von St. Malo", "Der Killer und der Kommissar" (beide 1971), "Die Affäre Dominici", José Giovannis "Endstation Schafott" (beide 1973), André Cayattes "Das Urteil" (1974) und "Zwei scheinheilige Brüder" (1975).

Zur Filmografie von Jean-Alexis Moncorgé
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