Jean Harlow

Die Sexbombe der Dreißigerjahre: Jean Harlow Vergrößern
Die Sexbombe der Dreißigerjahre: Jean Harlow
Harlean Carpenter
Geboren: 03.03.1911 in Kansas City, Missouri, USA
Gestorben: 07.06.1937 in Los Angeles, Kalifornien, USA

Wie Marlene Dietrich, Greta Garbo und Mae West war sie einer der großen weiblichen Kino-Stars der Dreißigerjahre. Als das platinblonde Sexidol ist sie auch über ihren Tod hinaus ein Begriff geblieben. Dennoch ist Jean Harlow - zumindest bei uns - im Gegensatz zu anderen großen Stars der Filmgeschichte in Vergessenheit geraten und ihre Filme sind kaum noch zu sehen.

Ihr früher Tod war kaum daran schuld, denn Marilyn Monroe und James Dean sind noch nach Jahrzehnten bei uns bekannt. Vielleicht fehlte ihr - wie manche Filmchronisten schreiben - das romantische Flair, der Mythos des zeitlosen Schönheitsidols. Bei aller schauspielerischen Qualität, bei aller Faszination und Strahlkraft ihres Gesichtes, gibt es keinen eigentlichen Jean-Harlow-Film, der allein von ihr, ihrer Figur, ihrem Image geprägt ist: sie war eine brillante Ensemble-Schauspielerin, eine von mehreren markanten Figuren in Gesellschaftskomödien und -dramen: Das blonde Dummchen, mit dem der ungehobelte, reiche Geschäftsmann Wallace Beery in George Cukors "Dinner um acht" verheiratet ist, hat die Macht, ihren Mann und seine politisch intriganten Absichten zu durchkreuzen. Kitty war Hutmodell, jetzt ist sie auf gesellschaftliches Ansehen und Geld aus.

Gleich in einer ihrer ersten großen Rollen, die Lola Burns in Victor Flemings "Sexbombe" darf sie nicht nur sich, sondern die ganze Filmbranche aufs Korn nehmen: Da sind die skurrilen Produzenten, die Stars und Mangaer und all die lieben Verwandten und Freunde, die etwas vom Ruhm der Filmstars mitbekommen wollen. Lola ist Star und möchte gerne ein ruhiges Familienleben als Ehefrau und Mutter führen, doch damit hat sie kein Glück, am Ende gibt sie ihre bürgerlichen Illusionen auf und kehrt in die Traumfabrik zurück . Doch das Studio bekam Ärger, die Frauenvereine rebellierten, die Moral schaltete sich ein, Pressekampagnen wurden gegen das "blonde Gift" gestartet.

Jean Harlow war nicht zum Star geboren: Zufällig kam sie bei einem Besuch in Hollywood zu ihrer ersten kleinen Rolle, für Produzent Hal Roach war sie etwas ganz Besonderes. 1929 spielte sie neben Stan Laurel und Oliver Hardy im Kurzfilm "Double Whopee" - das war der Beginn einer sehr eigenwilligen, wenn auch kurzen Kinokarriere. Jean Harlow starb 1937, gerade 26 Jahre alt, durch eine akute Nierenvergiftung.

Weitere Filme mit Jean Harlow: "Liberty" (Kurzfilm), "Abenteuer im fernen Osten" (beide 1928), "Why Be Good", "Why Is A Plumber", "Close Harmony", "Thundering Toupees", "Bacon Grabbers" (Kurzfilm), "The Unkissed Man" (Kurzfilm), "Fugitives", "The Saturday Night Kid", "Liebesparade", "This Thing Called Love", "New York Nights", "Weak But Willing" (alle 1929), "Die Engel der Hölle" (1930), "Lichter der Großstadt" (ungenannt), "Die geheimen Sechs von Chicago", "The Iron Man", "Der öffentliche Feind", "Blondie", "Vor Blondinen wird gewarnt", "Beau Hunks", "Three Wise Girls" (alle 1931), "Dschungel im Sturm", "Feuerkopf", "The Beast Of The City" (alle 1932), "What The Scotch Started" (Kurzfilm), "Ganovenbraut" (beide 1933), "Millionäre bevorzugt" (1934), "Die öffentliche Meinung", "Abenteuer im Gelben Meer" (beide 1935), "Lustige Sünder", "Riff Raff", "Seine Sekretärin", "Suzy" (alle 1936), "Adam und Venus" und "Saratoga" (beide 1937).

Zur Filmografie von Harlean Carpenter
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