Jeanne Moreau

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Einer der großen französischen Leinwandstars: Jeanne Moreau
Jeanne Moreau
Geboren: 23.01.1928 in Paris, Frankreich

Sie ist eine der ganz großen Schauspielerinnen des 20. Jahrhunderts, man spricht von der Moreau wie man von der Garbo und der Dietrich sprach. Als Tochter eines Pariser Hoteliers und einer Engländerin, eines ehemaligen Tiller-Girls wird sie in Paris geboren. Sie studiert am Pariser Konservatorium, arbeitet von 1948 bis 1952 an der Comèdie Francaise, geht dann an Jean Vilars Theatre National Populaire. Dort wird sie bekannt mit Tennessee Williams Stück "Die Katze auf dem heißen Blechdach", der Regisseur: Peter Brook.

Sie hilft Feuer löschen, die sie selbst gelegt hat, ihre Zigaretten drückt sie in Apfelblüten aus - die 19-jährige Dorfschullehrerin in Kostümen von Pierre Cardin, die sich einem italienischen Holzarbeiter hingibt und ihn hernach der Lynchjustiz preisgibt, diese Rolle in Tony Richardsons Jean-Genet-Adaptation "Mademoiselle" (1965) ist neben der Hausangestellten Celestine in Luis Buñuels "Tagebuch einer Kammerzofe" (1964) die wohl aufregendste und am meisten irritierende Kinofigur, die Jeanne Moreau in ihrer Schauspielerkarriere gespielt hat.

Ihre Filmkarriere beginnt 1948 mit Jean Stellis "Letzte Liebe", doch der erste bedeutende Film in dem sie mitwirkt, ist Jaques Beckers "Wenn es Nacht wird in Paris". Im schummrigen Bar- und Gangstermilieu des lakonisch charmanten Monsieur Max alias Jean Gabin ist sie Josy, die ihren Freund Riton mit dem schönen Angelo (Lino Ventura) betrügt und gleichzeitg zur Verräterin an ihren Freunden wird. Der Profi Gabin erkennt das Talent der jungen Jeanne und fördert sie, obwohl er nur noch einmal, 1955 in "Gas-Oil" von Giles Grangier mit ihr spielt. Der Routinier des französischen Krimis, Henri Decoin, drehte gern mit der Moreau: "Sie hat Ausstrahlung, ist unkompliziert, kostet keine unnötigen Drehtage," so seine sachlich nüchterne Einschätzung.

Bei Decoin, Grangier, Molinaro und anderen ist sie eine Weile vorwiegend in Gangsterfilmen zu sehen, doch dann kommt eines Tages ein kleiner Mann, der sie für seinen Debütfilm haben will: Louis Malle ist ein Außenseiter, ein Mann aus gutem Haus mit besten Manieren und gepflegter Sprache, der als Dokumentarist bei Jacques Cousteau begann. Moreau und Malle werden ein gutes Team, beruflich und privat: Ihr Gesicht, die Bewegungen, die Mimik und sein Geist, sein zivilisierter Anarchismus schaffen hohe Kinokunst. "Fahrstuhl zum Schafott" (1957), Malles Kinodebüt, und "Die Liebenden" kurz darauf stehen am Anfang einer neuen Ära des französischen Films, ein neuer poetischer Realismus - kaum mehr vergleichbar dem von Marcel Carné. Louis Malle machte die Moreau zum Star, jetzt beginnt ihre große Zeit.

Peter Brook, bei dem sie ihre erste große Bühnenrolle gespielt hatte, besetzt sie als Partnerin von Jean-Paul Belmondo in der Marguerite Duras-Verfilmung "Stunden voller Zärtlichkeit" (1960), bei Michaelangelo Antonioni ist sie die Partnerin von Marcello Mastroianni in "Die Nacht" (1960) und schließlich spielt sie bei François Truffaut eine ihrer liebenswertesten und schönsten Rollen, die Catherine in "Jules und Jim" (1961) (Oskar Werner und Henri Serre), den Romanhelden von Henri Pierre Roché. Catherine, eine ungewöhnliche Frau, wird von beiden geliebt. Der Deutsche, Jules heiratet sie als die Freunde sich im Ersten Weltkrieg trennen. Nach dem Krieg kehrt Jim zurück, eine "reine Liebe zu dritt" entsteht, doch Catherine welkt dahin, ein dauerndes Glück ist ihr nicht vergönnt: am Ende gehen zwei Menschen in den Tod, der dritte bleibt einsam zurück.

Joseph Losey ("Eva", 1963), Jacques Demy ("Die blonde Sünderin", 1962), Tony Richardson ("Mademoiselle", "Nur eine Frau an Bord", beide 1965) werden ihre Regisseure, bei anderen ist sie nicht nur Star, sondern auch für eine Zeit Lebensgefährtin, so von Truffaut-Schüler Jean-Louis Richard, von Orson Welles, John Frankenheimer, dem Modeschöpfer Pierre Cardin, dem Schriftsteller Peter Handke.

Jeanne Moreau hat etwas von der frühen Bette Davis, ihre Ausstrahlung ist mit der Garbo vergleichbar - und wie diese spielt sie auch die geheimnisvolle Mata Hari - schon für die Garbo eine unglückselige Kinofigur und auch die Moreau ist als "Mata Hari - Agent H. 21" (1964) unter der Regie von Jean-Louis Richard nicht sehr glücklich. Aber auch hier gibt es einen unvergleichlichen Moment: Die Eingangsszene, wenn Mata Hari auf der Bühne tanzt, hinter dem Spiel ihrer Finger verbirgt sie die Chiffren für den im Saal anwesenden Agenten.

Nach dem französischen Kino erobert sie auch die britischen, italienischen und amerikanischen Ateliers. Unter Truffauts Regie ist Jeanne Moreau immer auf der Höhe ihres künstlerischen Formats. Als Julie Kohler in "Die Braut trug schwarz" (1967) tritt sie mit ihrem frischgebackenen Ehemann aus der Kirche, ein Schuss fällt, leblos sinkt der Mann zu Boden. Doch Julie gibt sich nicht mit stiller Trauer zufrieden: Sie spürt nach und nach die Männer auf, die aus Leichtfertigkeit getötet haben, und bringt sie alle um.

Bei vielen bedeutenden Regisseuren ist sie immer wieder eine neue Figur: Das Fräulein Bürstner in Orson Welles' Kafka-Adaptation "Der Prozess" (1962), die Célestine in Luis Buñuels Mirbeau-Verfilmung "Tagebuch einer Kammerzofe", die Doll Tearsheet in "Falstaff" (1965) von Welles und die eine Maria neben Brigitte Bardot in Louis Malles Revolutionsmusical "Viva Maria!" (1965). Immer wieder ist sie eine aufregende Schauspielerin, die so unterschiedliche Regisseure faszinierte wie Rainer Werner Fassbinder, bei dem sie in Jean Genets "Querelle - Ein Pakt mit dem Teufel" (1982) spielte und Wim Wenders - Jeanne Moreau ist alles in allem: eine faszinierende Frau und eine brillante Schauspielerin.

Weitere Filme mit Jeanne Moreau:

Die Fünfzigerjahre:
"Klagt mich an!", "Pigalle-Saint_Germain_de-Prés" (beide 1950), "Der Mann meines Lebens" (1951), "Es ist Mitternacht Dr. Schweitzer" (1952), "Im Schlafsaal der großen Mädchen", "Julietta", "Dürfen Frauen so sein?" (alle 1953), "Dämonie des Herzens", "Bartholomäusnacht", "Il letto", "Ein ganzes Leben" (alle 1954), "Das schwarze Gesicht von Paris" (1955), "Hinter verschlossenen Türen", "Hyänen unter sich" (beide 1956), "Einer starb zu früh", "Auf schiefer Bahn", "Du hast noch drei Tage", "Polizeiaktion Dynamit", "Mit dem Rücken zur Wand", (alle 1957), "Gefährliche Liebschaften", "Jovanka und die anderen", "Sie küssten und sie schlugen ihn" (ungenannt), "Opfergang einer Nonne" (alle 1959)

Die Sechzigerjahre:
"Eine Frau ist eine Frau" (1960), "Das Irrlicht", "Heißes Pflaster", "Der Zug", "Die Sieger" (alle 1963), "Der gelbe Rolls-Royce" (1964), "Das älteste Gewerbe der Welt" (1967), "Die große Katharina", "Stunde der Wahrheit" (beide 1968), "Le corps de Diane" (1969

Die Siebzigerjahre:
"Der Boss", "Os Herdeiros", "Monte Walsh", "The Deep" (alle 1970), "Le petit théâtre de Jean Renoir" (TV), "L'humeur vagabonde" (beide 1971), "Alex im Wunderland", "Die Affaire", "Abscenes répétées" (Gastauftritt), "Nathalie Granger" (beide 1972), "Die Ausgebufften", "Joana Francesca", "Jet Set", "Je t'aime" (alle 1973), "Souvenirs d'en France", "Le jardin qui bascule" (beide 1974), "Hu-Man", "Der letzte Tycoon" (beide 1975), "Im Scheinwerferlicht", "Monsieur Klein" (beide 1976), "L'adolecente" (1978, Buch und Regie)

Die Achtzigerjahre:
"Plein sud" (1980), "Your Ticket Is No Longer Valid", "Tausend Milliarden Dollar" (1982), "La truite", "L'Arbre" (beide 1982), "Der Bauer von Babylon" (1983), "Lillian Gish" (Dokumentarfilm, Buch und Regie, 1984), "Le platoquet", "Sauve-toi, Lola", "Das Wunder des Papu", "Le Tirior secret" (TV-Mehrteiler), "The Last Seance" (alle 1986), "Nuit de l'océan" (1988), "Jour après jour" (1989)

Die Neunzigerjahre:
"Nikita", "Alberto und die Tradition", "La femme fardée" (alle 1990), "Bis ans Ende der Welt", "Der zögernde Schritt des Storches", "Anna Karamazoff", "Die Dame, die im Meer spazierte" (alle 1991), "Der Liebhaber" (Erzählerin im Original), "Die Abwesenheit", "A demain", "Ein blühendes Leben", "Flucht aus dem Eis", "Mein Name ist Victor" (alle 1992), "Auf fremdem Felde" (1993), "Hundert und eine Nacht", "Jenseits der Wolken", "Katharina die Große" (alle 1994), "I Love You, I Love You Not", "The Proprietor", "Der Hexenclub von Bayonne" (1996), "Amour et confusions" (1997), "Auf immer und ewig" (1998), "Balzac - Ein Leben voller Leidenschaft" (1999), "Il Manoscritto del principe"

Seit 2000:
"Les Misérables - Gefangene des Schicksals" (beide 2000), "Lisa", "Zaide, un petit air de vengeance", "Diese Liebe" (alle 2001), "Die schrecklichen Eltern" (2003), "Die Zeit die bleibt", "Akoibon", "Le temps qui reste", "Les rois maudits", "Go West" (alle 2005), "Sortie de clown", "La Contessa di Castiglione", "Roméo et Juliette", "Sous les vents de Neptune" (alle 2006), "Chacun son cinéma ou Ce petit coup au coeur quand la lumière s'éteint et que le film commence", "Trennung" (beide 2007), "Ein Schloss in Schweden" (2008), "Fred Vargas: Der vierzehnte Stein" (2009), "Eine Dame in Paris" (2012), "Ein Reisender - Marcel Ophüls" (2012, Dokumentarfilm).

Zur Filmografie von Jeanne Moreau
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