Jennifer Tilly

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Oft in Komödienrollen zu sehen: Jennifer Tilly
Jennifer Tilly
Geboren: 16.09.1958 in Los Angeles, USA

Ihre piepsige Stimme legt Jennifer Tilly fast schon von vornherein auf das Komödienfach fest. Dabei zählt sie - etwa neben Mira Sorvino - zu jenen Darstellerinnen, denen es gelang, sich nicht auf ein bestimmtes Rollenschema festzulegen. Und ebenso wie Mira Sorvino ("Geliebte Aphrodite") gelang Jennifer Tilly eine ihrer besten Leistungen in einem Film von Woody Allen ("Bullets over Broadway").

Jennifer Tilly, die jüngere Schwester der Schauspielerin Meg Tilly, begann ihre Karriere Anfang der 80er Jahre in diversen TV-Serien und Sitcoms, z. B. in einer Folge von "Cheers". Sie erschien in zahlreichen Folgen der Serie "Polizeirevier Hill Street" (1981). Von ihren frühen Filmauftritten à la "Traffic School - Die Blech- und Dachschaden Kompanie" (1985) oder "He's my girl" (1987) ist keiner bemerkenswert, jedenfalls nicht seiner Qualität wegen. Langsam arbeitete sich Jennifer Tilly allerdings zu kleinen Nebenrollen in besseren Filmen hoch, so spielte sie neben Daryl Hannah, Peter O'Toole und Liam Neeson in Neil Jordans "High Spirits - Die Geister sind willig!" (1987). Kurz danach sah man sie neben Jeff und Beau Bridges in "Die fabelhaften Baker Boys" (1989) von Steve Kloves.

Eine auffallende Rolle als Eskimo hatte sie in der kanadisch-französischen Koproduktion "Der Schatten des Wolfes" (1992) von Jacques Dorfmann; ein schwacher, thematisch überfrachteter Film, aber Jennifer Tilly bot neben gänzlich enttäuschenden Mitstreitern wie Lou Diamond Phillips, Donald Sutherland und sogar einem Toshiro Mifune außer Form eine ansprechende Leistung. Mit dem Remake von Peckinpahs "Getaway" (1994) begann sie eine Reihe von erotisch aufreizenden, oft naiv-dummen Charaktere, denen sie jedoch immer neue Nuancen abzugewinnen versteht. An der Seite von Kim Basinger, Alec Baldwin und Michael Madsen brillierte sie als die sprichwörtliche "dumme Schlampe", die sich bedenkenlos mit einem Gangster einlässt und ihren braven Ehemann in den Selbstmord treibt.

Ihr endgültiger Durchbruch kam mit Woody Allens "Bullets over Broadway" (1995). Hier gelang ihr das Kunststück, als grässliche Schauspiel-Dilettantin und Gangsterliebchen Olive alle anderen an die Wand zu spielen: So wunderbar schlecht war noch selten eine Darstellerin im Kino zu sehen. Das Theaterstück, das sie mit ihrer Anwesenheit verschandelt, kann nur gerettet werden, indem sich ein Killer ihrer annimmt. An ihrer Seite spielten unter anderem Chazz Palminteri, John Cusack und Dianne Wiest. Für ihre Rolle erhielt Jennifer Tilly eine Oscar-Nominierung, und auch wenn ausgerechnet Dianne Wiest aus demselben Film ihr die Trophäe vor der Nase wegfischte, machte doch die Unterlegene den nachhaltigeren Eindruck.

Eine weitere Bombenrolle spielte Jennifer Tilly in "Bound - Gefesselt" (1995) einem raffinierten Thriller von Larry und Andy Wachowski. Sie und Gina Gershon stellen ein lesbisches Liebespaar dar, das sich in den Kopf gesetzt hat, die Mafia um ihr Geld zu erleichtern: ein gut konstruierter, einfallsreich inszenierter Film, in dem es zwischen den beiden Hauptdarstellerinnen ganz gefährlich knistert. Markant war auch Jennifer Tillys Auftritt in "Der Dummschwätzer" (1997) von Tom Shadyac. Wieder einmal sieht man sie als abgebrühte Schlampe - solche Rollen liebt sie, und solche Rollen spielt sie mittlerweile wohl im Schlaf - an der Seite von Anwalt Jim Carrey, der ihr vor Gericht zu einem gänzlich unverdienten Sieg verhilft. In einer ganz ungewöhnlichen Rolle sah man sie in Abel Ferraras "Body Snatchers - Angriff der Körperfresser". Dort spielte sie das Körper-Double für ihre Schwester Meg.

Weitere Filme mit Jennifer Tilly: "Mein täglicher Mord", "Made in America" (beide 1993), "Double Cross - Eine heiße Intrige" (1994), "Die Tochter des Paten" (1995), "Nichts als Kleinigkeiten", "Die Sache mit den Frauen", "Hausarrest" (alle 1996), "Bella Mafia", "American Strays - Lieben oder töten" (1997), "Liebe auf den ersten Schrei" (alle 1997), "Chucky und seine Braut", "Hoods - So gut wie tot" (beide 1998), "Die Muse" (1999), "Do Not Disturb", "Second Chance - Alles wird gut" (beide 2000), "Die Geistervilla" (2003), "Die Kühe sind los" (Sprecherin), "Chucky's Baby", "Saint Ralph" , "Love on the Side" (alle 2004), "Reicher Hund mit Herz", "The Civilization of Maxwell Bright", "Tideland", "Out of practice - Doktor, Single sucht" (Serie, alle 2005), "Im Bann der dunklen Mächte" (2006), "Family Guy" (Serie, 1997-2007), "Intervention" (2007), "Return to Babylon", "Deal", "The Caretaker", "Inconceivable" (all 2008), "Die Monster Uni" (Sprecherin im Original, 2013).

Zur Filmografie von Jennifer Tilly
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