Jenny Gröllmann

Der Dichter und seine Liebe - Ulrich Mühe und
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Der Dichter und seine Liebe - Ulrich Mühe und Jenny Gröllmann
Jenny Gröllmann
Geboren: 05.02.1947 in Hamburg, Deutschland
Gestorben: 09.08.2006 in Berlin, Deutschland

Sie war eine der großen Charakterdarstellerinnen und Künstlerpersönlichkeiten Deutschlands. Ihre Leinwandpräsenz und die Stärke der von ihr verkörperten Figuren machten sie zum Star: Jenny Gröllmann. Die Tochter des Bühnenbildners Otto Gröllmann und der Fotografin Trude Gröllmann zieht mit den Eltern 1950 nach Schwerin, wo der Vater Arbeit gefunden hat, später nach Dresden. Die Eltern erkennen schon früh das schauspielerische Talent ihrer kleinen Tochter, im Alter von nur 14 Jahren gibt sie schließlich ihr Bühnendebüt in Bertolt Brechts "Die Gesichte der Simone Machard". Zwei Jahre lang spielt sie die Rolle der Simone. Von 1963 bis 1966 studiert sie an der Schauspielschule Ernst Busch in Berlin und wird anschließend auf Anhieb am Maxim-Gorki-Theater engagiert. 26 Jahre wird sie hier spielen.

Doch Jenny steht nicht nur auf den Brettern, die die Welt bedeuten, vielmehr dreht sie schon seit Ende der Sechziger Fernseh- und Kinofilme. So sieht man sie 1967 unter der Regie von Ulrich Thein in dem Episodenfilm "Geschichten jener Nacht" an der Seite von Dieter Mann, und in Konrad Wolfs Antikriegsfilm "Ich war Neunzehn" (1968) an der Seite von Jaecki Schwarz und Rolf Hoppe. 1970 folgt die Hauptrolle in dem DEFA-Film "Kennen Sie Urban?" von Ingrid Reschke nach einem Drehbuch von Ulrich Plenzdorf. Die intensive, geliebte Zusammenarbeit mit der hoch begabten Regisseurin wird durch den Unfalltod Ingrid Reschkes jäh unterbrochen. In dieser Zeit lebt Jenny Gröllmann mit dem Musiker und Philosophiestudenten Thomas Goguel zusammen. 1968 wird ihre gemeinsame Tochter Jeanne geboren, 1971 trennen sich ihre Wege.

Nach weiteren kleineren TV-Rollen sieht man Jenny Gröllmann 1977 in Roland Gräfs Drama "Die Flucht". Sie spielte eine angehende Fachärztin, die von dem Universitätsarzt Dr. Volkmar Schmith (Armin Mueller-Stahl) ausgebildet werden soll. Der verliebt sich natürlich in sie, plant allerdings auch schon seine Flucht in den Westen. Dagegen verkörperte sie in Peter Vogels Krimi "Polizeiruf 110 - Bonnys Blues" (1978) die Freundin eines Glas- und Gebäudereinigers, der unbedingt Sänger werden will. Als er sich von ihr abwendet, kommt es zur Katastrophe. Ein Drama ist "Dein unbekannter Bruder", in dem Jenny Gröllmann die Geliebte des Hamburger Widerstandskämpfers Arnold Clasen (Uwe Kockisch gibt, der im Hamburg des Jahres 1935 einem Verräter alias Michael Gwisdek auf die Spur kommt.

Einer ihrer Karrierehöhepunkte folgt 1984 mit der Hölderlin-Verfilmung "Die Hälfte des Lebens" (1984), mit der Jenny Gröllmann und Ulrich Mühe zum DEFA-Traumpaar werden. Noch 1984 heiraten die beiden, im Jahr darauf wird Tochter Anna Maria geboren. Jenny Gröllmann ist zu dieser Zeit stark gefragt, spielt unter der Regie von Helmut Krätzig in den "Polizeiruf 110"-Episoden "Draußen am See" (1984) und "Unheil aus der Flasche" (1987), in dem Jugendfilm "Isabel auf der Treppe" (1984, wieder mit Jaecki Schwarz), in der Serie "Kiezgeschichten" (1987) sowie mit ihrem Ehemann in dem zweiteiligen Melodram "Späte Ankunft" (1988) von Vera Loebner und in der hervorragenden "Polizeiruf"-Folge "Polizeiruf 110 - Flüssige Waffe" (1988). Eine der letzten Rollen in der DDR hat sie schließlich wieder an der Seite von Mühe in der Thomas-Mann-Verfilmung "Der kleine Herr Friedemann" (1990). Doch Jennys Ehe mit Ulrich Mühe ist zerbrochen, 1991 lassen sich die beiden scheiden.

Im gesamtdeutschen Fernsehen sind die Weichen für Jenny Gröllmann weiterhin auf Erfolg gestellt: Von 1994 bis 1996 sieht man sie in insgesamt zwölf TV-Krimis als Staatsanwältin Katharina Dorn, die sich mit den scheußlichsten Verbrechen auseinandersetzen muss. Erstmals ermittelt Jenny Gröllmann in "Der Höschenmörder" (1994), danach entstehen in schneller Abfolge die Episoden "Mord im Schlachthof" (1994), "Schmutzige Wäsche", "Mordanklage ohne Leiche", "Zeuge der Anklage", "Der Killer im Nachtexpress", "Unschuldig verurteilt?", "Tod eines Callgirls", "Blutspur in den Osten" (alle 1995), "Jedem das Seine", "Lautlose Schreie - Eine Frau in Gefahr" sowie "Hilfe, lasst mich leben!" (alle 1996). Darüber hinaus spielt sie 1994 in insgesamt 13 Folgen der erfolgreichen Serie "Liebling Kreuzberg" (1994) die Anwältin Isolde Isenthal an der Seite von Hauptdarsteller Manfred Krug, was ihre Popularität weiter steigert. Ebenso wie ihre Rolle als Fräulein Conrad in der Quoten starken Serie "Unser Lehrer Doktor Specht" (1994/1995) mit Robert Atzorn.

Nach Auftritten in Krimis wie "Tatort - Der Tod spielt mit" (1997) oder "Die Straßen von Berlin - CQ 371" (1999) folgt Marcus Lauterbachs gut besetztes und gespieltes Drama "Verzweiflung" (1999), bevor Markus Bräutigam Jenny Gröllmann in dem Krimidrama "Jagd auf den Plastiktüten-Mörder" (2000) besetzt. Gelungen ist der Krimi "Stahlnetz - Innere Angelegenheiten" (2000).

Doch Jenny Gröllmanns Leben hatte sich entscheidend verändert: Ende der Neunzigerjahre erkrankt sie an Krebs. Dennoch spielt sie – oft mit Perücke – weiter. So verkörpert sie etwa 2002 in der Serie "Die Anstalt - Zurück ins Leben" 25 Folgen lang die Chefärztin der psychiatrischen Klinik Rosental, Constanze von Weyers. Und neben Hauptdarstellerin Henriette Richter-Röhl ist sie 2005 noch einmal in zwei Folgen der Telenobela "Sturm der Liebe" zu sehen, danach muss sie aus Gesundheitsgründen aufgeben. Im August 2006 erliegt Gröllmann im Alter von nur 59 Jahren ihrer Krankheit. Ironie des Schicksals: Ihr Ex-Mann Ulrich Mühe, dem sie gerichtlich untersagen ließ, zu behaupten, sie habe als Inoffizielle Mitarbeiterin (IM) für die DDR-Staatssicherheit gearbeitet, überlebt sie nur knapp ein Jahr: Er stirbt im Juli 2007 ebenfalls an Krebs.

Weitere Filme und Serien mit Jenny Gröllmann: "Polizeiruf 110 - Die Spur des 13. Apostel", "Der Staatsanwalt hat das Wort" (beide 1982), "Die Poggenpuhls" (1984), "Wer zweimal lügt" (1993), "Tatort - Ein Wodka zuviel" (1994), "Die Geliebte - Der Mann für Bonn" (1997), "Alarm für Cobra 11 - Die Autobahnpolizei - Ausgesetzt" (1998), "Im Namen des Gesetzes - Hinter Gittern" (1998), "Die Mordkommission - Zerstörte Träume" (1998), "Im Visier der Zielfahnder" (neunteilige Serie), "Zutaten für Träume", "SOKO 5113 - Die Eisprinzessin" (Serie, alle 2000), "Gaukler der Liebe", "Der Bulle von Tölz - Mord mit Applaus" (2001), "Die Hinterbänkler" (Polit-Comedy, 2002), "Abschnitt 40 - Schattenboxen", "Das blaue Wunder", "Erbsen auf halb 6", "Polizeiruf 110 - Das Zeichen" (alle 2003), "Tatort - Leiden wie ein Tier" (2005), "Ich will da sein - Jenny Gröllmann" (2008).

Zur Filmografie von Jenny Gröllmann
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