Karl Schönböck

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Der Grandseigneur vom Dienst: Karl Schönböck
Karl Schönböck
Geboren: 04.02.1909 in Wien, Österreich
Gestorben: 24.03.2001 in München, Deutschland

Als Serien-Vater des Hobby-Kriminalisten "Professor Cappelari" (Friedrich von Thun) sah man ihn in seiner letzten Rolle im Fernsehen: Karl Schönböck, Sohn eines Donaukapitäns, der in seinen Auftritten als weltläufiger Gentleman mit Charme, Eleganz und - wenn es sein musste - Wiener Schmäh eine imponierende Bühnen- und Filmkarriere hinlegte: Mehr als 240 verschiedene Theaterrollen, rund 90 Filme und fast ebenso viele Fernsehspiele werden für den österreichischen Schauspieler und Wahlmünchener seit den 30er Jahren gezählt. Für seine besonderen Verdienste um den deutschen Film erhielt er das Filmband in Gold.

Schönböck verkörperte den Adel vom Grafen bis zum Fürsten, den aufrechten Engländer, smarte Tenöre ("Der Blaufuchs" 1938, "Casanova heiratet", 1939), fesche Leutnants ("Der Siebente Junge", 1941) und Kapellmeister ("Der Verteidiger hat das Wort", 1944). Sein nörgelnden Komiker Willie Clark in Neil Simons Theater "Sonnyboys", mit dem er an der Seite von Siegfried Lowitz auf Tournee ging, gehört zu seinen Paraderollen auf der Bühne. Er war der Graf Steinfeld in der Serie "Das Erbe der Guldenburgs" und als 83-Jähriger stand er neben Götz George und Uwe Ochsenknecht in der Hitler-Tagebuch-Satire "Schtonk" vor der Kamera. Sein komisches Talent war u.a. in "Otto - Der Film" (1985) und in der Jäger-Satire "Halali - oder Der Schuss ins Brötchen" (1994) gefragt.

Schönböck hatte in Wien mit einem Musik- und Bühnenkunst-Studium begonnen und feierte sein Debüt am Stadttheater Meißen. Es folgten Engagements in Hannover, Salzburg, Königsberg, Bonn und Berlin. Und früh schon, 1936, legte er mit seiner ersten Hauptrolle als grau melierter englischer Lord in dem Backfisch-Melodram "Das Mädchen Irene" den Grundstein für eine Ufa-Filmkarriere im jungen Berlin. An der Seite von Lil Dagover prägte diese Rolle sein Image als Galan mit sauber gestutztem Oberlippenbart und Mann von Welt. Zu seinen UFA-Filmen gehören "Titanic" (1943), "Die Wirtin zum weißen Rössl" (1943) und "Peter Voss, der Millionendieb" (1946). Nach dem Krieg folgten vermehrt Unterhaltungsfilme, darunter "Zigeunerbaron", "Höllische Liebe", "Die Försterchristl" und "Feuerwerk" mit Lilli Palmer und Romy Schneider. Parallel dazu spielte der vielseitige Schauspieler, der neben dem Komödien- auch das Operettenfach beherrschte (als galanter k.u.k.-Offizier in Emmerich Kalmans "Csardasfürstin"), an den Münchener Kammerspielen. Als Mitbegründer war er darüber hinaus in den Erich-Kästner-Programmen des Kabaretts "Die kleine Freiheit" zu sehen.

Zum Stichtag 1989 erschien seine Autobiographie "Wie es war durch achtzig Jahr". "Ich bin Schauspieler geworden aus purer Freude am Spielen, an der Verwandlung und aus der Lust heraus, den Menschen etwas vorzuspielen, ihnen zu gefallen, sie zu unterhalten, ihren Beifall zu gewinnen", heißt es darin und Schönböck räumte ein, auch manch "wesensfremde Rolle" übernommen zu haben, "weil ich sie beim Lesen nicht richtig erkannte, oder weil ich einfach das Geld brauchte und kein besseres Angebot hatte". Schönböck war in zweiter Ehe mit der Schauspielerin Corinna Genest verheiratet.

Rollen u.a. in: "Blumen aus Nizza" (1936), "Gewitterflug zu Claudia" (1937), "Daphne und der Diplomat" (1937), "Eine Nacht im Mai" (1938), "Anna Favetti" (1938), "Liebe streng verboten" (1939), "Dein Leben gehört mir" (1939), "Die goldene Maske" (1939), "Fräulein" (1939), "Aus erster Ehe" (1940), "Frau Luna" (1941), "Der Fall Rainer" / "Ich warte auf Dich" (1942), "Akrobat Schööön!" (1943), "Ich habe von dir geträumt" (1944), "Die heimlichen Bräute" (1944), "Die Brüder Noltenius" (1945), "Das Mädchen Juanita" (1945), "Das Leben geht weiter" (1945), "Berliner Ballade" (1948), "Eine alltägliche Geschichte" (1948), "Der blaue Strohhut" (1949), "Ich mach dich glücklich" (1949), "Meine Nichte Susanne" (1950), "Der Mann, der sich selber sucht" (1950), "Die Nacht ohne Sünde" (1950), "Taxi-Kitty" (1950), "Sensation im Savoy" / "Vera setzt sich durch" (1950), "Ein ganz großes Kind" / "Die leibhaftige Unschuld" (1952), "Der keusche Lebemann" (1952), "Wir tanzen auf dem Regenbogen" (1952), "Die Fiakermilli - Liebling von Wien" (1953), "Lavendel" / "Kavalier im Kleiderschrank" (1953), "Fanfaren der Ehe" / "Nacht mit der Witwe" (1953), "Die Nacht ohne Moral" (1953), "Bezauberndes Fräulein" (1953), "Die Perle von Tokay" (1953), "Muß man sich gleich scheiden lassen?" (1953), "Rosen aus dem Süden" (1954), "Der Zigeunerbaron" (1954), "Ihr erstes Rendezvous" (1955), "Das Bad auf der Tenne" (1955), "Der Kongreß tanzt" (1956), "Hurra - die Firma hat ein Kind" (1956), "Durch die Wälder, durch die Auen" (1956), "Ein tolles Hotel" (1956), "Das Abgründige in Herrn Gerstenberg" (1957)"Die liebe Familie" (1957), "Die Sehnsucht hat mich verführt" (1958), "Die Wahrheit über Rosemarie" (1959), "Das schwarze Schaf" (1960), "Es muß nicht immer Kaviar sein" (1961), "Der Traum von Lieschen Müller" (1961)"Heute gehn wir bummeln" (1961), "Eine hübscher als die andere" (1961), "Diesmal muß es Kaviar sein" (1961), "Blond muß man sein auf Capri" (1961), "Bei Pichler stimmt die Kasse nicht" (1961), "Deutschland - deine Sternchen" (1962), "Das schwarz-weiß-rote Himmelbett" (1962), "Lady Frederick" (1963), "Mamselle Nitouche" (1963), "Maibritt, das Mädchen von den Inseln" (1964), "Meine Nichte Susanne" (1964), "Die Reise um die Erde" (1964), "Onkel Filser - Allerneueste Lausbubengeschichten" (1966), "Wenn Ludwig ins Manöver zieht" (1967), "Mit Django kam der Tod" (1967), "Der Lügner und die Nonne" (1967), "Liebe für Liebe" (1967), "Ich spreng' euch alle in die Luft" / "Superbulle" (1968), "Dem Täter auf der Spur - Familienärger" (1969), "Wir hau'n die Pauker in die Pfanne" / "Die Lümmel von der ersten Bank V." (1970), "Nicht fummeln, Liebling" (1970), "Komtesse Mizzi" (1975), "Quartett Bestial" (1975), "Rosemaries Tochter" (1976), "Der Eisvogel" (1980), "Tatort - Das Archiv" (1986), "Romeo mit grauen Schläfen" (1988), "Die Kaffeehaus-Clique" (1990), "Verliebt, verlobt, verheiratet" (1994), "Joy Fieldings Mörderischer Sommer" (1997), "Rosamunde Pilcher - Die zweite Chance" (1997), "First Love - Die große Liebe" (1997, Serie), "Die Verbrechen des Professor Capellari: Still ruht der See" (1998), "Die Friseuse und der Millionär" (1998), "Die Verbrechen des Professor Capellari: Brennende Herzen" (1999), "Die Verbrechen des Professor Capellari: In eigener Sache" (1999), "Vino Santo" (1999), "Die Verbrechen des Professor Capellari: Das Traumhaus" (2000), "Die Verbrechen des Professor Capellari: Tote schweigen nicht" (2000), "Die Verbrechen des Professor Capellari: Zerbrechliche Beweise" (2000) , "Die Verbrechen des Professor Capellari - Milenas Bücher" (2000).

Zur Filmografie von Karl Schönböck
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