Lena Stolze

Lena Stolze
Geboren: 08.08.1956 in Berlin, Deutschland

Lena begann ihre Karriere auf zahlreichen deutschsprachigen Theaterbühnen, nachdem sie am Max Reinhardt Seminar in Wien studiert hatte. Zu ihren Stationen zählen unter anderem die Freie Volksbühne und das Schillertheater Berlin, das Bayerische Staatsschauspiel, das Wiener Burgtheater und das Stadttheater Ulm. Lange Jahre gehörte Lena Stolze zum Ensemble des Thalia Theaters in Hamburg. Schon sehr früh begann sie auch, vor der Kamera zu arbeiten. Eine kleine Kinorolle hatte sie zunächst 1978 in Michael Hanekes Drama "Lemminge", bevor man sie 1979 in Gerhart Hauptmanns "Ratten" in der Inszenierung von Rudolf Noelte an der Freien Volksbühne Berlin sah, die vom ZDF aufgezeichnet worden war. Seinerzeit stand sie neben Gottfried John und Günter Lamprecht als Tochter von Erika Wackernagel (Großmutter von Katharina Wackernagel) und Will Quadflieg auf der Bühne.

Die Fernsehinszenierung scheint ihr seinerzeit viel Spaß gemacht zu haben, denn Percy Adlon verpflichtete Lena Stolze für die Rolle der Widerstandskämpferin Sophie Scholl in seiner Regiearbeit "Fünf letzte Tage" (1983), der die Begegnung der Widerstandskämpferin mit einer älteren Frau im Münchner Gestapo-Gefängnis zeigt. Für ihre großartige schauspielerische Leistung wurde Lena Stolze mit dem Bundesfilmpreis ausgezeichnet. Dieser Preis galt auch ihrem Spiel in Michael Verhoevens äußerst gelungenem Geschichtsdrama "Die Weiße Rose" (1982), in dem Stolze zuvor ebenfalls die Widerstandskämpferin Scholl gab. Wie gut den beiden Regisseuren Stolzes Spiel gefiel, zeigt auch die Tatsache., dass Adlon für seine Familienchronik "Die Schaukel" im Jahr darauf erneut auf das so ausgezeichnete Spiel seiner jungen Darstellerin setzte. Für ihre Rolle der Gervaise wurde Lena Stolze 1984 mit dem Bayerischen Filmpreis als Beste Nachwuchsdarstellerin prämiert. Zuvor spielte Lena Stolze aber in Norbert Kückelmanns preisgekrönten Politthriller "Morgen in Alabama" an der Seite von Maximilian Schell die Schwester eines Extremisten, der bei einem seiner Anschläge selbst ums Leben kommt.

Nun war man auch international auf die hochtalenierte deutsche Darstellerin aufmerksam geworden, so dass der in London geborene, aber in Wien aufgewachsene Regisseur John Goldschmidt sie für seine internationale Koproduktion, den Liebesfilm "Maschenka" (1986), verpflichtete. Für diesen stand sie neben Jean-Claude Brialy und Sunnyi Melles vor der Kamera. In den Achtzigerjahren war Lena Stolze natürlich weiterhin regelmäßig auf der Bühne zu bewundern, so dass ihr oft nicht die Zeit blieb, neue Filmprojekte anzunehmen. Allerdings sah man sie 1989 in zwei weniger zeitaufwändigen Rollen der Krimiserie "Derrick" ("Die Stimme des Mörders", "Schonzeit für Mörder").

Doch der nächste große Erfolg, ihr endgültiger Durchbruch, sollte nicht lange auf sich warten lassen: Wieder unter der Regie von Michael Verhoeven verkörperte Lena Stolze in der Gesellschaftssatire "Das schreckliche Mädchen" (1990) die Schülerin Sonja, die in der ganzen Stadt beliebt und geachtet ist. Als sie an einem Aufsatzwettwerb mit dem Thema "Meine Heimatstadt im Dritten Reich" teilnehmen will, begegnen ihr die Bewohner der Bischofsstadt plötzlich mit Misstrauen und Argwohn ... Verhoevens gesellschaftspolitisch eminent wichtige Regiearbeit, die auf den realen Erfahrungen der Passauer Studentin Anja Rosmus in den Sechzigerjahren beruht, wurde 1991 nicht nur für den Oscar als bester nicht englischsprachiger Film nominiert, sondern auch für den Golden Globe, den renommiertesten Fernsehpreis der Welt. Und Lena Stolze erhielt für ihre hervorragende Verkörperung der jungen Sonja ihren zweiten Bundesfilmpreis.

Kein Wunder, dass Lena Stolze in der Folgezeit immer häufiger fürs Kino und Fernsehen verpflichtet wurde: Man sah sie in "Struppi & Wolf", in mehreren Folgen der Krimiserie "Wolfs Revier", sie spielte in dem hochgelobten TV-Film "Wehner - die unerzählte Geschichte" (1992), in dem TV-Psychothriller "Todesreigen" (1993) verkörperte sie eine Mutter, die meint, ihre Tochter habe kleine Kinder in der Nachbarschaft umgebracht, und in dem Gesellschaftsdrama "Die Vergebung" (1994) schlüpfte sie an der Seite von Sylvester Groth in die Rolle einer Lehrerin, deren Familienangehöriger einst für die Stasi spioniert haben soll. Die Hauptrolle einer "Staatsanwältin" (1994) spielte sie in dem gleichnamigen TV-Film von 1994, in Uwe Jansons Sportlerdrama "Nur der Sieg zählt" (1994) war sie neben Christiane Pau, Heino Ferch und Claudine Wilde zu bewundern, Joseph Vilsmaier verpflichtete sie für seinen hochgelobten Kinofilm "Schlafes Bruder" (1995). Toll war auch Lenas Darstellung einer Adoptivmutter in Margarethe von Trottas Familiendrama "Winterkind" (1997).

2000 stand eine weitere internationale Produktion auf dem Programm: In Giles Fosters Familiendrama "Fremde Verwandte" waren Dieter Pfaff und Brenda Fricker ihre Setpartner, gefolgt von Friedemann Fromms Kriminalfilm "Brennendes Schweigen" und Matti Geschonnecks sehenswerten Thriller "Späte Rache" (2001). Dagegen war "Stubbe - Von Fall zu Fall: Unschuldsengel" (2001) ein Serienkrimi mit Wolfgang Stumph. Danach sah man Lena Stolze des öfteren in Mutterrollen: So etwa in "Schussangst", "Northern Star", "Bloch - Fleck auf der Haut" (alle 2003) und "Tatort - Bitteres Brot" (2004), während sie in dem Justizdrama "In Sachen Kaminski" die Familienhelferin Gabriele Lohse verkörperte.

Weitere Filme mit Lena Stolze: "Diebinnen" (1995), "Operation Schmetterling" (1996), "Mein Herz - niemandem!!", "Gefangene der Liebe" (beide 1997), "Väter", "Tatort - Schlaf, Kindchen, schlaf! (beide 2002), "Rosenstraße" (2003), "Delfinsommer" (2004), "Der Elefant - Mord verjährt nie" (sieben Folgen, 2004), "Lapislazuli - Im Auge des Bären", "Tatort - Das verlorene Kind", "Tatort - Aus der Traum" (alle 2006), "GSG 9 - Die Elite Einheit", "Am Ende kommen Touristen", "Tatort - Unter uns", "Unter anderen Umständen - Bis dass der Tod euch scheidet", "Freiwild - Ein Würzburg-Krimi" (alle 2007), "Zweier ohne", "Ein Teil von mir" (beide 2008), "Vision - Aus dem Leben der Hildegard von Bingen", "Nanga Parbat", "Mitten im Sturm" (alle 2009), "Mahler auf der Couch" (2010), "Der Mann auf dem Baum", "Tage, die bleiben" (beide 2011), "Herbstkind", "Tatort - Machtlos", "Die Kronzeugin - Mord in den Bergen" (alle 2012), "Und morgen Mittag bin ich tot" (2013).


Zur Filmografie von Lena Stolze
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